Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Benchmarking

Benchmarking ist ein vielseitig verwendbares Instrument zur Auswertung und Darstellung von Daten, das in verschiedenen Arten von Analysen zur Anwendung kommen kann. Kernstück dieses Verfahrens ist die Gegenüberstellung ausgewählter Kennzahlen oder KPIs sowie deren systematischer Vergleich. Ziel ist es, etwaige Unterschiede, Abweichungen oder Entwicklungen darzustellen und im Anschluss etwaige Ineffizienzen und Optimierungspotenziale aufzuzeigen. Analysegegenstände sind meist organisationsrelevante Kennzahlen, wie beispielsweise Ertrags, Kosten oder Effizienzvergleiche. Seltener aber inhaltlich sehr bedeutsam sind Vergleiche zwischen Organisationen zu deren unterschiedlichen Wirkungen (z.B. Lebensqualität von KundInnen, MitarbeiterInnenzufriedenheit). Darüber hinaus gibt es Spezialbenchmarks, wie beispielsweise Gehaltsvergleiche.

Zeitlich betrachtet kann der Vergleich einerseits mehrere zu einander in Bezug stehenden Kennzahlen zu einem bestimmten Zeitpunkt inkludieren (z.B. ein Tarifvergleich für eine bestimmte Leistung über mehrere Träger im laufenden Jahr). Alternativ kann der Vergleich im Zeitverlauf erfolgen und dabei Änderungen in einem bestimmten Zeitraum abbilden (z.B. die Entwicklung der Mitgliederanzahl in einer bestimmten Organisation in den letzten fünf Jahren).

Nachfolgende Grafik zeigt eine Möglichkeit zur Darstellung des KPIs Auslastungsgrad von ausgewählten Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen im Zeitraum 2015 bis 2017. Während in Einrichtung C die Auslastung über die drei Beobachtungsjahre relativ stabil geblieben ist, registriert Einrichtung F einen Zuwachs von 5 Prozentpunkte im zweiten Beobachtungsjahr. Im darauffolgenden Jahr ist die Auslastung in dieser Einrichtung wiederum um 10 Prozentpunkte gesunken. Einrichtung D hat kontinuierlich vergleichsweise niedrigere Auslastungen. Hier wäre allenfalls mit Gegensteuerungsmaßnahmen anzusetzen.

Das NPO-Kompetenzzentrum führt im Rahmen von Studien und auch extra beauftragt laufend Benchmarks durch. Wesentlich für einen organisationsübergreifenden Benchmark ist das Vertrauen aller teilnehmenden Organisationen in die Seriosität und Unabhängigkeit der durchführenden Stelle. Beides ist am NPO-Kompetenzzentrum gewährleistet.

Referenzprojekte

NPO-Gehaltsbenchmark

Erstmalig wurde vom NPO Kompetenzzentrum 2008 eine Studie zur Gehaltssituation im Nonprofit Sektor basierend auf Daten 2007 erstellt. Aufbauend auf dieser Studie wurden 2010, 2012 und 2016 erneute Erhebungen und Organisationsvergleiche durchgeführt. Ziel dieses Benchmarks ist es konkrete betriebswirtschaftlich relevante Daten zur Entlohnung von MitarbeiterInnen in österreichischen Nonprofit Organisationen zu erheben. Hierbei werden unterschiedliche Hierarchieebenen und Tätigkeitsbereiche unterschiedlicher Nonprofit Organisationen verglichen. Die Daten der einzelnen teilnehmenden Organisationen werden anonymisiert gegenübergestellt. Der NPO-Gehaltsbenchmark wird wiederkehrend stattfinden.

Evaluation eines Tagsatzmodells für stationäre Pflegeeinrichtungen

Im Rahmen des Projektes „Evaluation des Tagsatzmodells der Burgenländischen Landesregierung für stationäre Altenwohn- und Pflegeheime“ wird hauptsächlich mit Benchmarks gearbeitet. Ziel der Studie ist die Prüfung des aktuell implementierten Tagsatzmodells für stationäre Altenwohn- und Pflegeheime im Burgenland und, bei Erkennung von etwaigen Optimierungspotenzialen, die Formulierung von entsprechenden Handlungsempfehlungen. Dies wird durch die Gegenüberstellung und den Vergleich von ausgewählten Finanz- und Outputkennzahlen der zu untersuchenden Einrichtungen erreicht.

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Vergleich der Tarife und Leistungen von stationären Pflegeeinrichtungen

Im Rahmen der „Studie zur Berechnung und Darstellung der Tarif- und Leistungsstruktur von stationären Pflegeeinrichtungen in Wien“ kommen Benchmarks ebenfalls zum Einsatz, und zwar konkret bei der Erstellung der Tarifvergleiche zwischen ausgewählten öffentlich und privat finanzierten Pflegeeinrichtungen in Wien. Im Anschluss werden die Tarife zu ausgewählten Leistungskennzahlen im Bezug gesetzt. Die Vergleiche beziehen sich auf einem Zeitraum von fünf Jahren.

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Kontakt

Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Grünhaus

Christian Grünhaus

(ehm. Schober) Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit