Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Palliative Notfallmedikamente - Evaluierung

Evaluierung der patient:innen-unabhängigen Lagerung und Kostenrückerstattung

Verschreibungspflichtige Medikamente durften in Österreich lange Zeit nur personenbezogen gelagert und verabreicht werden. Diese Regelung stellte österreichische Einrichtungen der stationären Pflege und Betreuung, mobile Pflege- und Betreuungsdienste, Tageshospize und Mobile Palliativteams vor folgende Herausforderungen: Der Bedarf dieser Medikamente tritt oft sehr plötzlich und unerwartet ein. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass Medikamente zwar in Einrichtungen verfügbar waren, jedoch nicht verabreicht werden durften, weil sie für andere Patient:innen gelagert waren. Gerade in der Nacht, an Wochenenden oder Feiertagen dauert die Beschaffung der Medikamente oft längere Zeit, was mit Leid für die Patient:innen und Stress für Angehörige und Pflegekräfte verbunden ist. Die Bevorratung für alle Patient:innen ist aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Sowohl die Anschaffung als auch die Entsorgung der Medikamente ist mit hohen Kosten verbunden und stellt auch aus ökologischer Sicht eine vermeidbare Verschwendung von Ressourcen dar.

Hospiz Österreich hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, hier eine bessere Lösung zu finden. Die am 1. Februar 2024 in Kraft getretene Novelle der Suchtgiftverordnung ermöglicht nun die patient:innenunabhängige Bevorratung palliativer Notfallmedikamente (BMSGPK, 2024). Außerdem hat Hospiz Österreich im Rahmen des Projekts PANO (Palliative Notfallmedikamente) die Möglichkeit, palliative Notfallmedikamente an Einrichtungen zu refundieren, erarbeitet. Das Projekt wurde 2024 erstmals für ein Jahr durchgeführt und ging 2025 in die Verlängerung. Es zeigte sich, dass bislang nur wenige Einrichtungen die Refundierung in Anspruch nahmen.

Das Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact hat sich im Rahmen der Studie mit folgenden Forschungsfragen auseinandergesetzt: 

Forschungsfrage 1: Wie kann der Einreichprozess für die Häuser/Träger/Einrichtungen verbessert/erleichtert werden (z.B. Maßnahme Tutorial, FAQs)? Scheitern die Personen an der Bedienung?

Forschungsfrage 2: Wo gibt es aktuell Herausforderungen den Einreich-Prozess betreffend?

Forschungsfrage 3: Gibt es ab dem Zeitpunkt des Vorhandenseins der Medikamente in den Häusern/Trägern/Einrichtungen Herausforderungen für die konkrete Anwendung bei den Patient:innen?

Forschungsfrage 4: Welche Maßnahmen sind daraus abzuleiten und umzusetzen?

Im Zuge der Evaluierung wurden Online-Befragungen und Interviews mit Einrichtungen geführt, die die Kostenrückerstattung beantragt haben sowie mit Einrichtungen, die dies noch nicht in Anspruch genommen haben.

Der Endbericht ist noch nicht veröffentlicht.

Mag.rer.soc.oec. Eva More-Hollerweger

Eva More-Hollerweger

Senior-Researcherin, Obfrau des NPO-Instituts (Verein)
Aufgaben: NPOs, Zivilgesellschaft, Freiwilligenarbeit, Evaluationen und strategisches Management.
Michelle Staudinger, BA

Michelle Staudinger

Junior Researcherin