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Forschung

Ein Schwer­punkt der Forschung des Insti­tuts liegt auf der Frage, wie die Regeln eines Marktes das stra­te­gi­sche Verhalten der betei­ligten Firmen und Indi­vi­duen prägen. Der Aufstieg des Inter­nets führte zu einer neuen Art von Märkten, die sich nicht langsam und allmäh­lich entwi­ckelten, sondern spezi­fisch gestaltet wurden. Das heißt, die Regeln dieser Märkte entwi­ckelten sich nicht auf evolu­tio­näre Weise, sondern wurden vom Archi­tekten des Marktes entworfen und können genauso leicht geändert werden. Markt­de­sign ist ein relativ junges Forschungs­feld, welches Forscher und Forschungs­me­thoden aus der Volks­wirt­schafts- und Betriebs­wirt­schafts­lehre, den Poli­tik­wis­sen­schaften, der Sozio­logie und der Psycho­logie vereint.

Die Grund­idee des Markt­de­signs besteht darin, die Band­breite der empi­ri­schen und spiel­theo­re­ti­schen Werk­zeuge zu nutzen, um nicht nur die Funk­ti­ons­weise von Märkten (als auch Insti­tu­tionen und Orga­ni­sa­tionen) zu beschreiben und zu verstehen, sondern diese Märkte auch zu entwerfen, zu verän­dern und zu verbes­sern. Somit unter­su­chen wir in unserer Forschung nicht nur, wie Markt­re­geln die Stra­te­gien der Betei­ligten beein­flussen, sondern auch wie man die Markt­re­geln selbst stra­te­gisch gestalten kann. Ziel dieser Anstren­gungen ist es, die Anreize und Verhal­tens­weisen von Indi­vi­duen und Firmen mit den Zielen des Regel­ma­chers (in den meisten Fällen: der Markt­platt­form, aber auch Regie­rungen, Arbeit­ge­bern oder der Zivil­ge­sell­schaft) in Einklang zu bringen.

Die Forschung am Institut basiert auf einer breiten Palette von Methoden: (spiel-) theo­re­ti­sche Analyse, struk­tu­relle Modelle, Simu­la­tionen, Expe­ri­mente im Labor und im Feld als auch Feld­da­ten-Ana­lyse. Die Idee dahinter ist, dass wenn verschie­dene metho­di­sche Ansätzen dieselbe Schluss­fol­ge­rung in Bezug auf eine Forschungs­frage nahe legen, wir viel sicherer und zuver­sicht­li­cher in unserer Empfeh­lung bezüglich Stra­te­gien und ihrer Umset­zung sein können. Nur durch die gezielt gesteu­erte Beein­flus­sung von Markt­ver­halten in der realen Welt können wir letzt­end­lich zeigen, dass wir die Prin­zi­pien verstanden haben, die den wirt­schaft­li­chen und sozialen Inter­ak­tionen zugrunde liegen.

 Beispiele aktueller Forschungs­pro­jekte und -felder

Online-­Märkte, Auktionen und Bewer­tungs­sys­te­m-­De­sign

Gary Bolton, Ben Greiner, and Axel Ocken­fels (2016). Conflict reso­lu­tion vs. conflict esca­la­tion in online markets. Working Paper.

Regina Betz, Ben Greiner, Sascha Schweitzer, and Stefan Seifert (forth­co­ming). Auction Format and Auction Sequence in Multi-Item Multi-Unit Auctions - An expe­ri­mental study. Economic Journal.

Engi­nee­ring Trust - Recipro­city in the Produc­tion of Repu­ta­tion Infor­ma­tion. Manage­ment Science, 59(2), 2013, 265-285 (with Gary Bolton and Axel Ocken­fels).

Ben Greiner, Axel Ocken­fels, and Karim Sadrieh (2012). Internet Auctions. In: M. Peitz and J. Wald­fogel (eds.), The Oxford Hand­book of the Digital Economy, Oxford Univer­sity Press, pp. 306-342.

Grup­pen­ent­schei­dungen, Abstim­mungen und insti­tu­tio­nelles Design

Gigi Foster, Paul Frij­ters, and Ben Greiner (2017). Chal­lenges for Market and Insti­tu­tional Design when Coun­tering Exploi­ta­tion Stra­te­gies. In: L-A. Giral­deau, P. Heeb, and M. Kosfeld (eds.): Inves­tors and Exploi­ters in Ecology and Econo­mics: Prin­ci­ples and Appli­ca­tions. Strüng­mann Forum Reports, vol. 21 (J. Lupp, series editor), MIT Press.

Attila Ambrus, Ben Greiner, and Anne Sastro (2016). The Case for Nil Votes: Voter Beha­vior under Asym­metric Infor­ma­tion in Compul­sory and Volun­tary Voting Systems. Working Paper.

Attila Ambrus and Ben Greiner (2016). Demo­cratic punish­ment in public good games with perfect and imper­fect observa­bi­lity. Working Paper.

Attila Ambrus, Ben Greiner, and Parag Pathak (2015). How indi­vi­dual prefe­rences are aggre­gated in groups: An expe­ri­mental study. Journal of Public Econo­mics, 129, 1-13.

Attila Ambrus and Ben Greiner (2012). Imper­fect public moni­to­ring with costly punish­ment - An expe­ri­mental study. American Economic Review 102(7), 3317-32.

Ben Greiner, Axel Ocken­fels, and Peter Werner (2012). The Dynamic Inter­play of Inequa­lity and Trust - An Expe­ri­mental Study. Journal of Economic Beha­vior and Orga­niza­tion 81, 355-365.

Verhand­lungen

Ben Greiner (2016). Stra­tegic Uncer­tainty Aver­sion in Bargai­ning. Working Paper.

Ben Greiner, Mary Cara­vella, and Alvin Roth (2014). Is Avatar-­to-A­vatar Commu­ni­ca­tion As Effec­tive As Face-­to-­Face Commu­ni­ca­tion? An Ulti­matum Game Expe­ri­ment in First and Second Life. Journal of Economic Beha­vior and Orga­niza­tion, 108, 374-382.

Ben Greiner, Werner Güth, and Ro'i Zultan (2012). Social Commu­ni­ca­tion and Discri­mi­na­tion - A Video Expe­ri­ment. Expe­ri­mental Econo­mics 15(3), 398-417.

Expe­ri­men­telle Methoden

Chris­toph March, Anthony Ziegel­meyer, Ben Greiner, and René Cyranek (2016).  Mone­tary Incen­tives in Large-­S­cale Expe­ri­ments: A Case Study of Risk Aver­sion. Working Paper.

Ben Greiner (2015). Subject Pool Recruit­ment Proce­dures: Orga­ni­zing Expe­ri­ments with ORSEE. Journal of the Economic Science Asso­cia­tion, 1(1), 114-125. 

Ido Erev and Ben Greiner (2015). The 1-800 critique, coun­ter-ex­am­ples, and the future of beha­vioral econo­mics. In: G. Frechette and A. Schotter (eds.): The Methods of Modern Expe­ri­mental Econo­mics, Oxford Univer­sity Press, pp. 151-165.