Seitlicher Blick auf das D2 Gebäude.

ÖVO-Dialogveranstaltung zum Thema „KICK Lab: Das Labor der Urban Innovation Vienna für Künstliche Intelligenz“

09/06/2026

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Am 2. Juni 2026 fand eine Dialogveranstaltung der Österreichischen Vereinigung für Organisation und Management (ÖVO) mit Dr. Michael Leitner-Hickisch an der WU Wien statt. Als Leiter der Abteilung „Digitalisierung & AI“ bei Urban Innovation Vienna (UIV), der Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien, gab er Einblicke in die Arbeit des „KICK Labs“ (Künstliche Intelligenz Competence and Knowledge Lab) – einer Innovationsplattform, die KI-Lösungen für die Organisationen der Stadt Wien entwickelt.

Den Auftakt seines Vortrags machte Leitner-Hickisch mit einer Standortbestimmung zur Digitalisierung im öffentlichen Sektor in Europa. Im Zentrum stand dabei die Frage nach digitaler Souveränität angesichts der erheblichen Abhängigkeiten von außereuropäischen Big-Tech-Konzernen vor dem Hintergrund konkurrierender Vorstellungen über die Rolle des Staates im digitalen Raum. Als Denkfigur für einen europäischen Weg verwies der Vortragende auf Airbus: Eine intensive Zusammenarbeit europäischer Akteure könne sich auch im KI-Bereich als ein Erfolgsmodell herausstellen.

Eine zentrale These des Vortrags betraf die besondere Rolle von Städten bei der Bereitstellung digitaler Infrastruktur. So wie Kommunen historisch Wasserversorgung und Büchereien als öffentliche Güter etabliert haben, könnten sie künftig auch digitale Güter und zertifizierte KI-Systeme als gemeinwohlorientierte Alternative zu rein kommerziellen Angeboten anbieten. Genau hier setzt das KICK Lab an: Es begleitet seine Partner:innen entlang des gesamten Innovationsprozesses – von der Ideenfindung über die Identifikation von Use Cases bis zum Proof of Concept – und stützt sich dabei auf Methoden des Human-Centered Design. Bürgerinnen werden möglichst repräsentativ in Entwicklung, Testung und Evaluierung einbezogen, und alle Aktivitäten orientieren sich an den Prinzipien des Digitalen Humanismus.

Anhand konkreter Use Cases veranschaulichte Leitner-Hickisch die Arbeitsweise des Labs. Zu den internen Projekten zählen die Beratung der Stadt Wien zu den KI-Aspekten ihrer Digitalisierungsstrategie sowie die Ausarbeitung stadtweiter Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Ein extern ausgerichtetes Projekt befasst sich mit Bürgerinnenbeteiligung bei der Gestaltung öffentlicher Plätze: KI kommt dabei sowohl zur Analyse sprachlicher Beiträge der Bürgerinnen als auch zur Visualisierung der Analyseergebnisse zum Einsatz – ein Beispiel dafür, wie KI Partizipation skalierbar machen kann, ohne den menschlichen Beitrag zu ersetzen.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit den Teilnehmenden, darunter Studierende des Masterprogramms „Digital Economy“. Hierbei wurden anderem Fragen zur Skalierbarkeit von im Lab entwickelter Lösungen sowie zur praktischen Umsetzbarkeit eines humanistisch fundierten KI-Einsatzes im öffentlichen Sektor vertieft wurden.

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