Außenansicht des D2 Gebäudes

Europas Wohnraumkrise als sozial-ökologische und rechtliche Herausforderung

Forschungsfeld: Städte im Spannungsfeld von Europäischer Integration und Globalisierung

Die Wohnraumkrise hat sich in den letzten Jahren zur zentralen sozialpolitischen Herausforderung Europas entwickelt. Sowohl EU-weit als auch in Österreich stellt der Mangel an erschwinglichem Wohnraum für die Bewohner*innen von Städten am häufigsten ein „unmittelbares und dringendes Problem“ dar.  Tatsächlich stiegen die Wohnimmobilienpreise in der EU zwischen 2013 und 2024 um über 60% und die Mieten um rund 20%. Gleichzeitig gingen die Investitionen in das Wohnraumangebot deutlich zurück.  So brach etwa in Österreich die Wohnbautätigkeit im Neubau in den vergangenen zehn Jahren um 40% ein, wobei auch der gemeinnützige Wohnbau zuletzt einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen hatte. Die Verfügbarkeit von erschwinglichem, nachhaltigem und hochwertigem Wohnraum ist allerdings nicht „nur“ eine soziale Frage. Sie ist z. B. auch eng mit der Verwirklichung einer Stadt der kurzen Wege und dem gerechten Übergang zu klimaneutralen und klimaresilienten Städten in Europa verknüpft. Das „Wiener Modell“ wird häufig als Vorbild für die Wohnpolitik von Städten in Europa und darüber hinaus angesehen.  Auch der rezente Europäische Plan für erschwinglichen Wohnraum der Europäischen Kommission (EK) nennt Wien als Vorzeigemodell für erschwinglichen und hochwertigen Wohnraum. Ungeachtet dieser besonderen Stellung steht Wien jedoch – wie andere europäische Metropolen – vor einer Reihe von Herausforderungen. Diese betreffen etwa den Bereich des Neubaus (steigende Grundstücks- und Baukosten, demografische Veränderungen etc.), aber auch Verknappungen, die sich aus Kurzzeitvermietungen und Leerständen ergeben.

Das Projekt widmet sich der Frage, wie die Stadt Wien diesen Herausforderungen derzeit begegnet und inwiefern die im Plan der EK vorgesehenen Maßnahmen zur weiteren Verfügbarkeit von erschwinglichem, nachhaltigem und hochwertigem Wohnraum in Wien beitragen können. 2026 soll mit der inhaltlichen Arbeit an dem Projekt begonnen werden.

Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Stefan Mayr, LL.M.