Aktuell ausgeschriebene Themen
Nach Maßgabe unserer personellen Kapazitäten betreuen wir Bachelor- und Masterarbeiten.
Aktuell ausgeschriebene Masterarbeiten
Erfolgsfaktoren für die Gründung und Entwicklung von Plattform-Genossenschaften: Analyse von Support-Angeboten
Plattform-Genossenschaften sind Unternehmen, die eine Website, eine mobile App oder ein Protokoll verwenden, um Waren oder Dienstleistungen zum Verkauf anzubieten, und die im Besitz und unter Kontrolle der Anbieter*innen stehen. Plattform-Genossenschaften gelten als vielversprechende Alternative zu klassischen Plattformunternehmen (z.B. Uber, AirBnB), weil sie demokratische Mitbestimmung, faire Arbeitsbedingungen und gemeinschaftliche Wertschöpfung fördern. In den letzten Jahren wurden sie international als Mittel gegen die Machtkonzentration großer Plattformen und für eine sozialere digitale Ökonomie gepriesen.
In Österreich spielen Plattform-Genossenschaften bislang eine geringe Rolle im Vergleich zu großen Konkurrenten (z.B. Genossenschaft Taxi 6969 als Alternative zu Uber). Dies wirft die Frage auf, woran das liegt. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Neugründung solcher Genossenschaften, oder die digitale Transformation bestehender Genossenschaften in Richtung Plattform-Modelle, mit hohen organisatorischen und finanziellen Hürden verbunden ist und daher eine besondere Anschubunterstützung benötigt wird.
Ziel der Arbeit:
Im Rahmen dieser Masterarbeit soll untersucht werden:
Welche Barrieren bestehen bei der Gründung von Plattform-Genossenschaften und/oder bei der digitalen Transformation bestehender Genossenschaften in Richtung Plattform-Modelle?
Wie können Unterstützungsangebote helfen, diese Barrieren zu überwinden?
Dazu sollen bestehende Support-Organisationen wie das das CFL Cooperative Development Program, UnFound, Platform Coops eG, Start.coop, Southeast Worker Cooperative Incubator, und Worker Justice Wisconsin Worker Cooperative Incubation analysiert werden. Der Fokus liegt auf den wesentlichen Erfolgsbestandteilen ihrer Angebote.
Methodisches Vorgehen:
Literaturrecherche zu Plattform-Genossenschaften, Gründungs- bzw. Transformationshürden und Unterstützungsangeboten.
Analyse öffentlich verfügbarer Dokumente über Inkubations- und Supportprogramme.
Durchführung leitfadengestützter Interviews mit Expert*innen aus ausgewählten Inkubatoren und sonstigen Support-Organisationen.
Inhaltsanalytische Auswertung der Dokumente und Interviews zur Identifikation zentraler Elemente erfolgreicher Unterstützungsangebote.
Erwartetes Ergebnis:
Die Arbeit soll auf Basis von Forschungsergebnissen und internationalen Praxisbeispielen ein Set von Erfolgsfaktoren für die Gründung und/oder Entwicklung von Plattform-Genossenschaften identifizieren und Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer effektiven Support-Infrastruktur im österreichischen Kontext ableiten.
Bitte melden Sie sich bei florentine.maier@wu.ac.at, wenn Sie Interesse am Thema haben und über sehr gute mündliche und schriftliche Englischkenntnisse verfügen. Vorkenntnisse im Bereich Entrepreneurship und/oder Social Entrepreneurship sind von Vorteil.
Die Arbeit wird in Kooperation mit dem Österreichischer Genossenschaftsverband ausgeschrieben.
Literatur zum Einstieg:
Balk, A. F. F. (2024). Cooperative opportunities for strengthening SMEs in dealing with online platforms. Journal of Co-operative Organization and Management, 12(2), Artikel 100245. https://doi.org/10.1016/j.jcom.2024.100245
Balk, A. F. F., & Brazda, J. (2021). Die neuen digitalen Genossenschaften. cooperativ. https://issuu.com/cooperativ_oegv/docs/cooperativ_0321_web
Balk, A. F. F., & Brazda, J. (2021). Eine neue Managementlehre für Plattformgenossenschaften. cooperativ. issuu.com/cooperativ_oegv/docs/cooperativ_0421_web
Stationäre und häusliche Altenpflege auf genossenschaftlicher Basis
Angesichts des drohenden Pflegenotstands gewinnen innovative Organisationsformen für Pflegeleistungen an Bedeutung. Genossenschaften gelten als „Kinder der Not“ und erscheinen daher als naheliegender Ansatz für die Organisation von Pflege. Die Umsetzung ist jedoch komplex: In Frage kommen unterschiedliche Modelle – vor allem Produktivgenossenschaften, in denen Pflegekräfte selbstverwaltet arbeiten, Konsumgenossenschaften, in denen pflegebedürftige Menschen oder ihre Angehörigen die Basis der Organisation bilden, um die Pflege an ihren konkreten Bedürfnissen auszurichten, sowie Sozialgenossenschaften, die ein breiteres Spektrum gemeinwohlorientierter Dienstleistungen anbieten und Governance-Strukturen unter Beteiligung vielfältiger Stakeholdergruppen (z. B. Klient*innen, Angehörige, andere Genossenschaften, regionale Betriebe, Kommunen) aufweisen.
Die genossenschaftliche Organisation von Altenpflege bringt vielfältige Potenziale mit sich, etwa in Bezug auf mehr Selbstbestimmung und bedarfsgerechtere Leistungen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Herausforderungen – unter anderem im Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen, betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit und Governance-Strukturen. Diese unterscheiden sich je nach Art des genossenschaftlichen Modells.
Diese Masterarbeit soll daher die folgende Forschungsfrage beantworten: Welche Potenziale und Schwierigkeiten bestehen bei der Erbringung von Leistungen der stationären oder häuslichen Altenpflege auf genossenschaftlicher Basis, und wie unterscheiden sich diese je nach produktiv-, konsum- bzw. sozialgenossenschaftlichem Geschäftsmodell?
Vorgehen
Literaturrecherche zur grundlegenden Funktionsweise und Verbreitung von Pflegegenossenschaften
Entwicklung eines Analysemodells (mit vorläufigen Überkategorien von Potenzialen und Schwierigkeiten) auf Basis der Literatur
Fallstudien: Es soll jeweils ein möglichst idealtypisches Beispiel für eine Pflegegenossenschaft des produktiv-, konsum- und sozialgenossenschaftlichen Typs ausgewählt und umfassend beschrieben werden. Mittels Dokumentenanalysen (Medienberichte, Websites) sowie teilstrukturierter Interviews mit verschiedenen Stakeholdern der ausgewählten Genossenschaften soll ein umfassendes Bild der jeweiligen Potenziale und Schwierigkeiten des Ansatzes entwickelt werden
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Entwicklung eines differenzierten Kategoriensystems
Ableitung von Empfehlungen
Diese Arbeit wird in Kooperation mit dem Österreichischen Raiffeisenverband ausgeschrieben. Bitte bewerben Sie sich bei florentine.maier@wu.ac.at für dieses Thema, wenn Sie hohes Commitment und Interesse an einer Kooperation mit der Praxis mitbringen.
Aktuell ausgeschriebene Bachelorarbeiten
Bachelorarbeit Digitale Partizipationstools zur Mitgliederbeteiligung in Genossenschaften
Genossenschaften sind grundlegend auf der Idee demokratischer Beteiligung und Entscheidungsfindung aufgebaut. Durch digitale Anwendungen ergeben sich neue Möglichkeiten diese demokratische Beteiligung in der Organisation umzusetzen. Ziel der Bachelorarbeit ist es, eine Übersicht über verschiedene Anwendungsmöglichkeiten digitaler Partizipationstools in Genossenschaften zu gewinnen und konkrete digitale Tools zu recherchieren. Hierbei sind Gütekriterien hinsichtlich ihres möglichen Einsatzes zu entwickeln und mögliche Anwendungsfelder abzuleiten. Die Arbeit stützt sich hierbei auf die relevante wissenschaftliche Literatur im Bereich Partizipation und digitale Beteiligung und reflektiert diese kritisch im Genossenschaftskontext. Darüber hinaus wird gezeigt, wie sich die technische Ausgestaltung der Nutzung eines Tools konkret gestalten lässt (~ Entwicklung einer Bedienungsanleitung). Durch die Arbeit kann eine Übersicht über innovative Methoden zur Mitgliederbeteiligung gewonnen und Erfahrung in der Recherche und Bewertung von digitalen Anwendungen gesammelt werden.
Vorgehen:
Literarturrecherche zu Formen von Partizipation und digitaler Beteiligung und Reflektion zur Übertragbarkeit im Organisationskontext.
Entwicklung von Gütekriterien zur Bewertung digitaler Partizipationstools auf Basis der Literatur
Recherche von digitalen Partizipationstools, Ableitung möglicher Anwendungsfelder und Bewertung hinsichtlich der zuvor entwickelten Gütekriterien
Entwicklung einer Anwendungsanleitung für eines der dargestellten Partizipationstools.
Wenn Sie Interesse an innovativen digitalen Konzepten haben und bereit sind sich selbstständig in digitale Tools einzuarbeiten, bewerben Sie sich bitte bei jeremias.meyer@wu.ac.at für dieses Thema.