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NPO-Governance Kodex Österreich

Die vorliegende dritte Version des Österreichischen NPO-Governance-Kodex (Stand Jänner 2026) wurde, wie auch die beiden Vorgängerversionen (2013 und 2024), aus Eigeninitiative der Autor*innen erstellt und in einem Konsultationsprozess mit Führungskräften aus unterschiedlichsten NPOs weiterentwickelt. Anstoß für die ursprüngliche Entwicklung der ersten Auflage im Jahr 2013, war ein starker internationaler Trend zur Etablierung von Governance-Kodizes auch im Bereich von NPOs. Mittlerweile sind gängige Kodizes, wie der Österreichische Corporate Governance Kodex, etabliert und werden regelmäßig angepasst. Auch der NPO-Governance-Kodex stieß auf gute Resonanz und wurde vielfach als Instrument zur Weiterentwicklung von Regelungen zur Aufsicht und Leitung in NPOs herangezogen. So kam auch der Anstoß für die nun vorliegende dritte Überarbeitung aus der Praxis, vor allem seitens gemeinnütziger Stiftungen. Hauptänderung in der vorliegenden dritten Auflage 2026 sind vor allem inhaltliche und sprachliche Anpassungen bei der strukturellen Ausgestaltung der Governance, um den NPO-Governance Kodex auch für gemeinnützige Stiftungen besser anwendbar zu machen.

NPO Governance Codex Deckblatt

Der Österreichische NPO-Governance-Kodex steht als frei verfügbare Ressource allen Österreichischen Nonprofit Organisationen zur Verfügung. Er versteht sich als Empfehlung zur Gestaltung der Leitung und Aufsicht einer Nonprofit Organisation (NPO). Er soll, im Sinne der ursprünglichen lateinischen bzw. altgriechischen Herkunft des Begriffs (gubernare; κυβερνάω) helfen die NPOs auf Kurs zu halten, und zwar „gut“, also in wünschenswerter Weise. Er vereint jene Regelungen und Praktiken, die aktuell aus rechtlicher Sicht und aus Perspektive eines verantwortungsvollen Managements als Good Practice bezeichnet werden können. Die Organe der jeweiligen NPO bzw. von Verbänden oder NPO-Konzernen sollen klar erkennen können, welche Aufgaben sie übernehmen sollen und welche Regeln eingehalten werden sollten. Dies soll zur Entlastung der organisationsinternen Beschäftigung mit Abläufen und Strukturen von Kontrolle und Leitung dienen.

Das Projekt zur Erstellung des NPO-Governance-Kodex wurde ausschließlich aus Eigeninitiative gestartet und getragen. Die Autor*innen freuen sich über Hinweise und Empfehlungen zur Überarbeitung oder Ergänzung. Diese werden gesammelt und zukünftig eingearbeitet.

Download: NPO-Governance-Kodex 2024

Download: NPO-Governance-Kodex 2026

Download: Schnelleinstieg NPO-Governance-Kodex

An welche Organisationen richtet sich der Österreichische NPO-Governance Kodex? 

Der Kodex richtet sich an Nonprofit Organisationen. Hierunter werden Organisationen verstanden, die jedenfalls folgende Kriterien erfüllen:

  • Verbindlich ausgeschlossene Ausschüttung von Gewinnen (bzw. Überschüssen) an Eigentümer*innen oder Mitglieder, außer es handelt sich wiederum um NPOs, die diese Regel nicht verletzen;

  • Mindestmaß an formaler Organisation (es existiert eine Satzung/Statut oder Gesellschaftsvertrag, und es handelt sich um eine juristische Person);

  • Private (also nicht-staatliche) Organisationen (juristische Person des Privatrechts oder juristische Person des öffentlichen Rechts) ohne Hoheitsgewalt oder mit Aktivitäten im geringen Umfang der Organisationsleistung (z.B. Umsatz, Arbeitszeit oder Personalkosten) im Bereich der Hoheitsgewalt;

  • Mindestmaß an Selbstverwaltung und Entscheidungsautonomie

  • Mindestmaß an Freiwilligkeit (z.B.: ehrenamtliche Funktionäre, Freiwilligenarbeit, Spenden), außer es handelt sich um eine 100%ige operative Tochtergesellschaft einer NPO, die dieses Kriterium erfüllt.

Der Kodex richtet sich daher an ein breites Spektrum an Rechtsformen. Diese umfassen gemeinnützigen Kapitalgesellschaften (AGs, GmbHs), Vereine, Stiftungen und Genossenschaften. Der Kodex richtet sich auch an Verbände und Konzerne (Vereinigungen bzw. Gruppierungen von NPOs).

Weiterführende Informationen

Kontakt und weitere Informationen
Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Grünhaus

Christian Grünhaus

Academic Director, Senior Researcher (prev. Schober)
Aufgaben: Work and research focus: Evaluation, SROI analyzes, financing, donation behavior, job satisfaction and motivation, care for the elderly, care for the disabled and accessibility