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ivm Forschung

5C

5C steht für Cros­s-­Cul­tural Colla­bo­ra­tion on Contem­porary Careers und geht der zentralen Frage­stel­lung nach, wie sich indi­vi­du­elle Konzep­tio­na­li­sie­rungen von Karriere, Karrie­re­er­folg und Karriere­überg­ängen in verschie­denen Kultur­clus­tern, Gene­ra­tionen sowie Berufs­gruppen unter­scheiden.

An diesem Projekt sind Univer­si­täten aus folgenden elf Länder betei­ligt: China, Costa Rica, Israel, Japan, Malaysia, Mexiko, Süda­frika, Öster­reich, Serbien, Spanien und den USA.

Ziel der empi­ri­schen Studie ist es, heutige Berufs­ver­läufe, Konzep­tionen von Karriere, Karrie­re­er­folg, Karrie­re­tran­si­tionen, und deren Einfluss­fak­toren in verschieden Ländern zu verstehen und zu verglei­chen.

Die unter­suchte Stich­probe in jedem Land schließt drei Berufs­gruppen ein: Wirt­schafts­ab­sol­vent/inn/en, Fach­ar­beiter/innen, und Kran­ken­pfle­ge­per­sonal und jeweils von zwei Gene­ra­tionen (in früh­eren und spät­eren Karrie­re­sta­dien) reprä­s­en­tiert wird.

In einer ersten Phase wurde eine quali­ta­tive Erhe­bung mit Inter­views in der jewei­ligen Landes­sprache in allen elf Ländern durch­ge­führt und mittels Inhalts­ana­lyse ausge­wertet. Die Kate­go­rien wurden in einem "Globalen Coding Book" zusam­men­ge­fasst, um Vergleich­bar­keit zu sichern. In einer weiteren Erhe­bungs­phase ist, auf Basis bishe­riger Ergeb­nisse, die Entwick­lung eines Frage­bo­gens und einer quan­ti­ta­tiven Umfrage geplant.

CRANET

Im Rahmen des derzeit von mehr als 30 Univer­si­täten getra­genen welt­weiten Forschungs­ver­bunds CRANET werden seit 1989 regel­mäßig Infor­ma­tionen über die Perso­nal­ar­beit im öffent­li­chen und privaten Bereich erhoben. Ziel dieser Unter­su­chung ist die Ermitt­lung von jeweils aktu­ellen Stan­dards sowie zeit­li­chen Trends im inter­na­tio­nalen Perso­nal­ma­nage­ment. Mitt­ler­weile liegen aus 34 euro­päi­schen und außer­eu­ro­päi­schen Ländern Infor­ma­tionen von rund 30.000 Unter­nehmen mit mehr als 200 Beschäf­tigten vor, was welt­weit die größte derar­tige Daten­basis darstellt. Die große inter­na­tio­nale Stich­probe ermög­l­icht fundierte Einblicke in einen immer wich­tiger werdenden Bereich des Manage­ments, der sowohl für Prak­tiker/innen als auch für Wissen­schafter/innen glei­cher­maßen inter­es­sant ist.
Ziel der empi­ri­schen Studie ist es,

     

  • die Entwick­lungen der Perso­nal­ar­beit in den euro­päi­schen Ländern im Zeit­ab­lauf zu verglei­chen und

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  • die euro­päi­schen Ergeb­nisse mit den Entwick­lungen in anderen Ländern zu verglei­chen.

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Träger der Unter­su­chung sind univer­si­täre, in einigen Ländern auch private Forschungs­ein­rich­tungen, die von der Cran­field School of Manage­ment, England, koor­di­niert werden. Derzeit sind 20 euro­päi­sche und 4 außer­eu­ro­päi­sche Länder Teil des Forschungs­netz­werks.
Gegen­stand der Unter­su­chung sind verschie­dene Aspekte prak­ti­scher Perso­nal­ar­beit. Unter­sucht werden die Felder Struktur und Politik (z.B. Einglie­de­rung der Perso­nal­ab­tei­lung in die Orga­ni­sa­ti­ons­struktur; Ziele des Perso­nal­ma­nage­ments), Perso­nal­be­schaf­fung (z.B. Einsatz bestimmter Perso­nal­aus­wahl­ver­fahren), Perso­nal­ent­wick­lung (z.B. Einsatz bestimmter Perso­nal­ent­wick­lungs­maß­nahmen), Vergü­tung und Zusatz­leis­tungen (z.B. Einsatz leis­tungs­ab­hän­giger Entgelt­sys­teme) und Arbeits­be­zie­hungen (z.B. Zusam­men­ar­beit mit dem Betriebsrat).
Das Unter­su­chungs­sample besteht aus privat­wirt­schaft­li­chen und öffent­li­chen Orga­ni­sa­tionen mit mehr als 200 Mitar­beiter/inne/n. Für die einzelnen Länder wird durch die jewei­lige Forschungs­ein­rich­tung ein der natio­nalen Bran­chen- und Größ­en­struktur mögl­ichst entspre­chendes Sample ausge­wählt.

ViCaPP

Das Vienna Career Panel Project beschäf­tigt sich mit der beruf­li­chen Entwick­lung von Wirt­schafts­aka­de­miker/inne/n (WU Wien und Fach­hoch­schulen) aus drei Kohorten (Studi­en­ab­schluss um 1970, 1990 und 2000).
Ziel der Studie ist es, anhand einer sowohl quan­ti­ta­tiven als auch quali­ta­tiven empi­ri­schen Lang­zeit­studie Zusam­men­hänge zwischen

     

  • indi­vi­du­ellen Deter­mi­nanten von Karrie­re­po­ten­tialen und -ein­stel­lungen,

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  • Karrie­re­sys­temen, wie sie sich aufgrund verän­d­erter struk­tu­rel­l-or­ga­ni­sa­to­ri­scher Rahmen­be­din­gungen entwi­ckeln,

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  • Karriere- und Berufs­ver­läufen

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von Absol­vent/inn/en betriebs­wirt­schaft­li­cher Studi­en­gänge zu unter­su­chen und mit den Karrie­re­ein­stel­lungen und Aufstiegs­ver­läufen älterer Kohor­ten­gruppen zu verglei­chen.
Unter anderem sollen folgende Fragen anhand des Projektes beant­wortet werden: Prognos­ti­sche Vali­dität indi­vi­du­eller Karrie­re­fak­toren für die Perso­nal­aus­wahl von Unter­nehmen. Diver­genzen zwischen verschie­denen Sub-­Gruppen in den Karrie­re­ver­läufen und -ein­stel­lungen (WU, FH, jung/mittel/alt, Männer/Frauen). Vergleiche in den Lebens­ver­läufen und der Lebens­zu­frie­den­heit jüngerer/älterer Kohor­ten­gruppen. Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien und -erfor­der­nisse in dyna­mi­sierten Lebens­ver­läufen. Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien bei Abwärts­m­o­bi­lität. Worauf müssen Manager/innen und Unter­nehmer/innen achten? Verän­d­e­rung von Einstel­lungs- dimen­sionen im Zeit­ver­lauf. Erar­bei­tung von Karrie­re­typen bzw. Karriere­mus­tern alten und neuen Stils. Wie wird mit der zuneh­menden Auflö­sung von lang­fris­tigen Bindungen umge­gangen? Merk­male alter Karrie­re­ver­läufe zu neuen Karrie­re­ver­läufen. Welche alte und neue Berufs­iden­tität ergibt sich aus dem Studium der BW? Auswir­kungen von Karrie­re­ver­läufen auf die Arbeits- und Lebens­zu­frie­den­heit. Bedeu­tung von Mentoren, Projekt- und Berufs­er­fah­rungen, Erst­plat­zie­rung für weitere verti­kale und hori­zon­tale Mobi­li­täts­schritte.

wECc - Work, Employ­ment, Critique and Coor­di­na­tion

Die Arbeits­welt ist Schau­platz gesell­schaft­li­cher, orga­ni­sa­tio­naler und persön­li­cher Verän­d­e­rungen. Hier treffen unter­schied­liche Inter­essen aufein­ander und sie ist damit Gegen­stand von Ausein­an­der­set­zung, Aushand­lung und Anpas­sung. Dabei bleibt sie facet­ten­reich und stellt sich abhängig von der jewei­ligen Beschäf­ti­gungs­si­tua­tion unter­schied­lich dar: In der Schwer­in­dus­trie erfreut sich die Frei­zeit­op­tion neuer­dings an Beliebt­heit; Wissens­ar­beiter/innen kämpfen mit ‚entgrenzter‘ Arbeits­be­las­tung; neue Selbst­stän­dige sowie junge Orga­ni­sa­ti­ons­formen bewegen sich im gesell­schafts­po­li­ti­schen und recht­liche Grau­be­reich; die Frage nach dem Sinn der Tätig­keit rückt zumin­dest im medialen Diskurs stärker in den Vorder­grund. Poten­ti­elle Ursa­chen für diese Verän­d­e­rungen spie­geln sich in Schlag­worten wie u.a. Primat wirt­schaft­li­cher Logiken, Tech­no­lo­gi­sie­rung, Globa­li­sie­rung, Wirt­schafts­krisen, Subjek­ti­vie­rung.

Orga­ni­sa­tionen und Menschen reagieren auf viel­fäl­tige Weise. Teil­weise entstehen neue Ausdrucks­formen wie z.B. gewohnte Arbeits­muster aufbre­chende Campus-ähn­liche Arbeits­platz­ar­chi­tektur oder mehr Trans­pa­renz über die Qualität von Arbeit­ge­bern durch soziale Medien.  Es werden Probleme der Beschäf­ti­gung thema­ti­siert, Konflikte sichtbar gemacht und schluss­end­lich Kritik oder Wert­schät­zung hinsicht­lich geänd­erter Umstände geäußert. Die Aushand­lung neuer Prak­tiken, bspw. die Ausge­stal­tung einer Arbeits­zeit­re­ge­lung nach einer Geset­zes­no­velle, erfor­dert eine Verein­ba­rung der Betei­ligten darüber, wie Dinge zukünftig gemacht werden. Um diese wech­sel­sei­tigen Verein­ba­rungen treffen zu können, sind Kompro­miss- und Koor­di­na­ti­ons­fäh­ig­keiten gefragt. Dabei ist die Verein­ba­rung über gemein­sames Handeln  Ausdruck von etwas Grund­sätz­li­cherem: Sie baut auf vorhan­denen Konven­tionen bzw. gesell­schaft­lich aner­kannten Hand­lungs­lo­giken auf und kombi­niert bzw. formu­liert sie mit Blick auf das Gemein­wohl der Betei­ligten neu.

Die Konven­tio­nen­theorie (EC, „Économie des Conven­tions“) bietet eine neue theo­re­ti­sche Perspek­tive auf die Komple­xität von Arbeits- und Beschäf­ti­gungs­si­tua­tionen und erfasst die Entste­hung und Verän­d­e­rung von Konven­tionen unter spezi­eller Berück­sich­ti­gung situa­tiver Umstände und Hand­lungs­spiel­räume von Personen. Sie thema­ti­siert v.a. Wert­ord­nungen und Bewer­tungen von Hand­lungen sowie deren Koor­di­na­tion, Recht­fer­ti­gung und Kritik. Fokus des Schwer­punkts wECc ist folg­lich:

  • den Prozess der situa­tiven Passung zwischen unter­schied­li­chen Akteur/innen und ihren Inter­essen theo­re­tisch fundiert zu beschreiben, zu erklären und in Bezug auf eine umfas­send verstan­dene Perso­nal­ar­beit zu disku­tieren,

  • gesell­schafts-, arbeits- und beschäf­ti­gungs­po­li­ti­sche Hand­lungs­emp­feh­lungen im Hinblick auf ein produk­tives Wech­sel­spiel zwischen Kritik und Koor­di­na­tion zu entwi­ckeln sowie

  • ein dementspre­chendes Lehr­an­gebot zu schaffen.

Publi­ka­tionen

Fides Publi­ka­tionen der ivm (Stand der FIDES­-Da­ten­bank)

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