Ein Student hält in der Bibliothek ein Buch in der Hand.

Die Illusion der Abschreckung: Ein neues Konzept der Auslagerung der Asylpolitik

09. September 2026

Eine neue Studie von Judith Kohlenberger liefert nur begrenzte Belege dafür, dass die Auslagerung der Asylverfahren die irreguläre Migration verringert.

Der Artikel The Deterrence Illusion: A Comparative Analysis of European and Global Asylum Externalization Agreements” 

von Judith Kohlenberger untersucht, ob Maßnahmen, die Asylzuständigkeiten auf Drittstaaten übertragen, irreguläre Migration wirksam eindämmen. Anhand internationaler Beispiele, darunter Australiens Modell der Offshore-Bearbeitung, Israels Umsiedlungsabkommen mit Ruanda und aktuelle europäische Vorschläge wie Rückführungszentren, bewertet Judith Kohlenberger die Evidenz hinter dem Abschreckungsargument, das diesen Maßnahmen häufig zugrunde liegt. Die Analyse findet kaum empirische Belege für die Annahme, dass Externalisierungsabkommen Migrationsströme erheblich verringern. Der Artikel äußert zudem Bedenken hinsichtlich der menschenrechtlichen Auswirkungen der Auslagerung von Asylverfahren. Der Analyse zufolge können Externalisierungsabkommen ohnehin schon schutzbedürftige Personen zusätzlichen Risiken aussetzen und gleichzeitig rechtliche und praktische Herausforderungen für die Aufnahmeländer und politische Entscheidungsträger mit sich bringen. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zu den laufenden Debatten über die europäische Asylpolitik und legen nahe, dass eine nachhaltige Migrationssteuerung eine stärkere Berücksichtigung der Ursachen von Vertreibung sowie menschenrechtskonformer Alternativen erfordert.

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