Die Erholunsgzone vor dem D4 Gebäude über dem Brunnen.

Der 1. Mai – ein Feiertag, der erkämpft wurde

30. April 2026

Morgen ist der 1. Mai – Staatsfeiertag, Tag der Arbeit, für viele einfach ein freier Tag. Aber woher kommt dieser freie Tag eigentlich?

Der Ursprung liegt in der internationalen Arbeiterbewegung: 1889 rief die Zweite Internationale in Paris den 1. Mai zum weltweiten Kampftag des Proletariats aus – mit der zentralen Forderung nach dem Achtstundentag. In den ersten Jahren war er kein anerkannter Feiertag. Wer daran teilnehmen wollte, musste streiken.

Auch in Österreich gingen 1890 in zahlreichen Städten erstmals Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Straße. Sie demonstrierten nicht nur für kürzere Arbeitszeiten, sondern auch für das allgemeine Wahlrecht – Rechte, die heute als selbstverständlich gelten.

1933 ließ die diktatorische Regierung Dollfuß den Maiaufmarsch kurzerhand verbieten. Die Nationalsozialisten vereinnahmten den Tag dann als „Ehrentag der nationalen Arbeit" – mit Massenaufmärschen unter Bewachung von SA und SS. Ein Lehrstück darüber, wie schnell erkämpfte Symbole umgedeutet werden können.

Der 1. Mai ist kein Geschenk der Geschichte. Er ist das Ergebnis von Menschen, die sich geweigert haben, Zustände einfach hinzunehmen. Das verdient mehr als einen Blick auf den Kalender.

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