Die Erholunsgzone vor dem D4 Gebäude über dem Brunnen.

8. März: Gerechtigkeit statt Blumen

06. März 2026

Zum Internationalen Frauentag braucht es keine Rabattaktionen und keine Glückwünsche – es braucht Gerechtigkeit. Konkret: gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Denn Frauen in Österreich verdienen im Schnitt 15,5 Prozent weniger als Männer, und zwei Drittel dieses Unterschieds lassen sich nicht durch Beruf, Branche oder Ausbildung erklären. Österreich zählt damit zu den Schlusslichtern in der EU. Das ist kein Naturgesetz – es ist ein strukturelles Problem, das sich ändern lässt.

Ein wichtiges Instrument dafür liegt auf dem Tisch: die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, die Österreich bis Juni 2026 in nationales Recht umsetzen muss.

Was das konkret für Frauen bedeutet:

  • Endlich Klarheit über das eigene Gehalt: Frauen haben künftig das Recht zu erfahren, was Kolleg*innen für vergleichbare Arbeit verdienen – und können so erkennen, ob sie benachteiligt werden.

  • Reden ist erlaubt: Verschwiegenheitsklauseln über das eigene Gehalt werden abgeschafft. Wer über seinen Lohn spricht, muss das nicht mehr fürchten.

  • Die Beweislast dreht sich um: Nicht mehr die betroffene Frau muss Diskriminierung nachweisen – der Arbeitgeber muss erklären, warum jemand weniger verdient.

  • Mehr Druck auf Betriebe: Unternehmen müssen ihre Gehaltsstrukturen offenlegen. Ungleichheiten werden damit sichtbar – und angreifbar.

Der ÖGB fordert eine rasche und wirksame Umsetzung – ohne Schlupflöcher, auch für kleinere Betriebe. Denn nur was sichtbar ist, kann geändert werden.

Mehr dazu beim ÖGB: Frauen verdienen noch immer weniger als Männer – wie Lohntransparenz die Einkommensschere schließen kann

zurück zur Übersicht