Forschungsschwerpunkte

Dissertationsprojekte der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Sonstige Forschungsaktivitäten / Kooperationen

Dissertationsprojekte der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


MMag. Anna Bauer

Thin Capitalization Rules als Standortfaktor multinationaler Investoren?

Steuerliche Überlegungen sind ein immer bedeutender werdender Faktor bei Investitionsentscheidungen; dies wurde mittlerweile auch durch Untersuchungen auf empirischer Ebene belegt, die bestätigen, dass Steuern ein bedeutender Faktor für ausländische Direktinvestitionen (FDI) sind. Mit verursacht durch die bedeutenden wirtschaftlichen und politischen Änderungen in Osteuropa bestand im Europäischen Wirtschaftsraum seit Anfang der 90er Jahre immer mehr die Notwendigkeit einzelner Staaten, aktiv um FDI zu kämpfen; vor allem in den letzten 10 Jahren kam es zu der als „race to the bottom“ bezeichneten Entwicklung. Allgemein lässt sich seit Anfang der 80er Jahre ein eindeutiger Trend zur Senkung der nominalen Körperschaftsteuersätze feststellen. Entgegen diesem Trend der Senkung der Steuerbelastung kam es in vielen Ländern in ungefähr demselben Zeitraum zur Einführung bzw auch zur Verschärfung von die Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen beschränkenden Unterkapitalisierungsregeln, die aus steuerpolitischer Sicht das von einer Senkung des Körperschaftsteuersatzes gegenteilige Signal setzen. Während Unterkapitalisierungsregeln noch vor 20 Jahren quasi inexistent waren, ist Österreich mittlerweile eines der wenigen europäischen Länder, dessen Steuersystem keine solchen gesetzlich normierten Regelungen beinhaltet.

Nun sind zwar steuerliche Überlegungen nicht ursächlich für die Entscheidung, im Ausland zu investieren, sehr wohl aber spielen diese bei der Auswahl des konkreten Standorts. In Anbetracht der Tatsache, dass nun einerseits Steuern eine immer bedeutendere Rolle zugeschrieben wird, sich Europa sowie andere Länder in ähnlich stark miteinander verbundenen Wirtschaftsräumen (etwa die USA und Kanada) ebenso in einem offenbar immer stärker werdenden Steuerwettbewerb befinden, andererseits aber im Laufe der letzten 20 Jahre in immer mehr Ländern thin caps eingeführt wurden und über die Wirkung selbiger im Allgemeinen kaum empirische Studien existieren, soll die Dissertation im Rahmen einer empirischen Untersuchung Ergebnisse über die Auswirkungen des (Nicht-) Vorhandenseins eigener Unterkapitalisierungsregelungen im Hinblick auf ausländische Direktinvestitionen in Österreich liefern.



Mag. Andreas Göritzer

Hybride Konzernfinanzierung

Gemäß dem Grundsatz der Finanzierungsfreiheit steht es jedem Steuerpflichtigen frei, sein Unternehmen entweder mit Eigen- oder mit Fremdkapital auszustatten. Zudem sind in beinahe jeder Steuerrechtsordnung Fremdkapitalzinsen im Zuge der Gewinnermittlung als Betriebsausgabe abzugsfähig, womit Finanzierungsentscheidungen regelmäßig unter Berücksichtigung rechtlicher, betriebswirtschaftlicher und nicht zuletzt steuerlicher Aspekte zu treffen sind. Insbesondere grenzüberschreitenden Konzernen wird dadurch Spielraum für steuerminimierende unternehmerische Gestaltungsvarianten durch entsprechende Fremdfinanzierung von Konzernunternehmen durch andere Konzernunternehmen eingeräumt.

Diesen steuerplanerischen Möglichkeiten stehen Nationalstaaten mit zunehmender Skepsis gegenüber, da durch den aus übermäßiger Fremdfinanzierung resultierenden Fremdkapitalzinsenabzug eine Erosion der nationalen Steuerbasis befürchtet wird. Entsprechende Gegenmaßnahmen, welche den Zinsabzug unter gewissen Voraussetzungen beschränken bzw verbieten sollen, knüpfen entweder an das Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital oder an die Ertragsstruktur des Unternehmens an und entfalten eine entsprechende unterschiedliche Wirkung.

Diese Dissertation soll erforschen, welche betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Auswirkungen die oben beschriebenen Zinsabzugsverbote auf grenzüberschreitend operierende Konzerne haben, welche ihre Tochterunternehmen hybrid finanzieren. Dazu sollen entsprechende Regelwerke einer theoretischen Analyse unterzogen und anschließend deren Auswirkungen auf einen hybrid finanzierten, grenzüberschreitenden Konzern anhand einer Simulation dargestellt werden. Hybride Finanzierungsinstrumente sollen aufgrund Ihrer vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten in diese Analyse mit einbezogen werden, um betriebswirtschaftlich vorteilhafte konzerninterne Gestaltungsvarianten innerhalb von Zinsabzugsverboten, deren Anknüpfungspunkt eigentlich die Finanzierung mit reinem Fremdkapital ist, zu ermitteln.


Mag. Ines Grangl

Empirische Erhebung zur Konzernsteuerquote

Die Konzernsteuerquote ist eine unternehmensspezifische Kennzahl, deren Höhe von der Relation der Ertragssteuerbelastung zum Betriebserfolg gekennzeichnet ist. Diese Kennzahl basiert auf dem Jahresabschluss und nicht auf geschätzten zukünftigen zahlungswirksamen Größen, trotzdem gewinnt die Konzernsteuerquote aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Rechnungslegungsstandards stets an Bedeutung. In Österreich fristet die Kennzahl in Literatur und Lehre eher noch ein Schattendasein, doch soll sich das Dissertationsprojekt mit den Werttreibern der Kennzahl auseinandersetzen und diese mittels einer empirischen Untersuchung anhand quantitativer Daten geeigneter österreichischer Unternehmungen identifizieren.



Mag. Matthias Petutschnig

Aufteilung der Besteuerungsfolgen im Rahmen einer Gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage

Die Europäische Kommission erarbeitet seit Ende 2004 ein Konzept zur Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung im europäischen Binnenmarkt. Im Laufe des teilweise öffentlichen Diskussionsprozesses kristallisierte sich ein Konzept einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (Common Consolidated Corporate Tax Base – CCCTB) heraus, das im Wesentlichen aus einer konsolidierten Gewinnermittlung grenzüberschreitend tätiger Unternehmensgruppen und daran anknüpfend einer formelhaften Zerlegung der ermittelten Bemessungsgrundlage auf die beteiligten Staaten und Unternehmen besteht.

Die diskutierte Konzernbesteuerung sieht vor, dass sämtliche Gewinne und Verluste bei der Konzernobergesellschaft zusammengefasst, konzerninterne Transaktionen neutralisiert und die solcherart ermittelte Bemessungsgrundlage auf die beteiligten Gesellschaften aufgeteilt werden. Im Unterschied zu den meisten der bestehenden Gruppenbesteuerungssysteme fällt dadurch die Steuerlast nicht bei der Konzernobergesellschaft zur Gänze an, sondern wird auf die Konzerngesellschaft im Ausmaß der zuvor festgelegten Aufteilungsformel verteilt. Durch diese Verteilung erhält jedes Gruppenmitglied einen Anteil am einheitlichen konsolidierten Gewinn zugewiesen, der in weiterer Folge mit dem KSt-Satz des betreffenden Mitgliedstaates versteuert wird. Die Steuerlast ist von der jeweiligen Konzerngesellschaft zu tragen. Die durch die formelhafte Aufteilung des konsolidierten Konzerngewinnes entstehenden Besteuerungsfolgen für die einzelnen Konzerngesellschaften werden im Rahmen des Dissertationsprojekts analysiert und die Notwendigkeit von Zahlungen zwischen den Konzerngesellschaften zum Ausgleich der Besteuerungsfolgen diskutiert.


Mag. Helga Rohner

Investitionsanreizwirkung von steuerlichen Sonderabschreibungen

Eine häufig geäußerte Kritik der Finanzwissenschaft ist, dass das Thema der Steuerwirkungen nicht ausreichend beachtet wird, obwohl die Frage der richtigen oder verfehlten (steuerlichen) Anreize die Kernfrage der Wirtschaftspolitik darstellt. Im Rahmen der vorzulegenden Dissertation soll dieser Vorwurf insofern entkräftet werden, als ua ein kleiner Bereich der steuerlichen Lenkungsnormen, nämlich steuerliche Sonderabschreibungen (und hier insb die vorzeitige Abschreibung gem § 10a Abs 3 EStG), umfassend – vor allem auch in Bezug auf ihre Investitionsanreizwirkung(en) – untersucht wird.






Sonstige Forschungsaktivitäten / Kooperationen


Maßgeblichkeitsgrundsatz

Bislang dient die Handelsbilanz als Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung. Die Ergebnisse einer Vorstudie („Maßgeblichkeitsprinzip und seine Auswirkungen auf die Erstellung von Handelsbilanzen") haben gezeigt, dass in Österreich eine klare Tendenz zur Erstellung von Einheitsbilanzen besteht, d.h. dass die Bilanzierenden handelsrechtliche Wahlrechte bzw. Ermessensspielräume „steuerrechtskonform" ausüben. Das aktuelle Forschungsprojekt beschäftigt sich nun mit der Frage, welche betriebswirtschaftlichen und insbesondere steuerlichen Wirkungen sich ergäben, wenn die Gewinnermittlung nach IAS/IFRS für das Steuerrecht maßgeblich werden würde.


Investitionsanreizwirkung von Sonderabschreibungen

Eine häufig geäußerte Kritik der Finanzwissenschaft ist, dass das Thema der Steuerwirkungen nicht ausreichend beachtet wird, obwohl die Frage der richtigen oder verfehlten (steuerlichen) Anreize mit Recht die Kernfrage der Wirtschaftspolitik darstellt. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts soll diesem Vorwurf insofern entgegengetreten werden, als ein kleiner Bereich der steuerlichen Lenkungsnormen, nämlich steuerliche Sonderabschreibungen (und hier insb. die vorzeitige Abschreibung gem. § 10a Abs 3 EStG), umfassend – vor allem auch in Bezug auf ihre Investitionsanreizwirkung(en) – untersucht wird. Es stellt sich die Frage, ob das vom Gesetzgeber mittels Sonderabschreibungen idR verfolgte Ziel der Konjunkturbelebung tatsächlich erreicht wird, d.h. ob steuerliche Anreize im Allgemeinen und Sonderabschreibungen im Besonderen zu zusätzlichen oder vorgezogenen Investitionen führen. Die Beantwortung dieser Frage anhand der ökonometrischen Literatur ist aufgrund der divergierenden Ergebnisse kaum möglich. Aufschluss kann aber empirisch gewonnen werden, wobei eine vergleichbare Analyse disaggregierter Daten in Österreich bislang nicht durchgeführt worden ist.


Umgründungssteuerrecht

Die Rechtsformwahl von Unternehmen ist keine endgültige, statische Entscheidung, sondern ist stetig zu hinterfragen aus betriebswirtschaftlicher, rechtlicher und nicht zuletzt steuerrechtlicher Sicht. Mit Hilfe des UmgrStG kann ein solcher Rechtsformwechsel vielfach steuerneutral erfolgen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt der Abteilung liegt in der Auseinandersetzung mit dieser komplexen steuerrechtlichen Materie, was durch zahlreiche Publikationen zu diesem Fachgebiet dokumentiert wird (insbesondere durch Mitwirkung an einem Kommentar zum Umgründungssteuergesetz – Hügel/Mühlehner/Hirschler, Kommentar zum Umgründungssteuergesetz sowie durch Betreuung einer eigenen Rubrik zum UmgrStG durch Prof. Hirschler in der Zeitschrift taxlex).


Bilanz(steuer)recht

Zum Tätigkeitsschwerpunkt der Abteilung zählt seit jeher das Bilanz(steuer)recht. Dies dokumentiert sich in monatlichen Beiträgen zum Bilanzsteuerrecht in der RWZ (gemeinsam mit Prof. Bertl) sowie einem in Arbeit befindlichen Kommentar zum (österreichischen) Bilanzrecht.


Forschungsaufenthalt von Herrn Mag. Dr. Posautz in Boston, Bericht

Ich verbrachte einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt – von Mitte Juli bis Mitte Oktober 2008 – an dem Accounting Department der Suffolk University, Sawyer Business School, in Boston. In schon Tradition gewordener Art und Weise der Kooperation zwischen der WU und der Suffolk University im Bereich der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist vor allem Frau Univ.-Prof. Dr. Brigitte W. Mühlmann zu danken, die mit Rat und Tat zur Seite stand, die Integration über den akademischen Bereich hinaus förderte und mir auch einen Blick in die steuerliche Beraterpraxis in den USA ermöglichte.

Ausgestattet mit Datenbankzugängen und durch die dankenswerte Überlassung des Büros von Frau Mühlmann konnte ich mich gleichsam im Herzen Bostons vor allem folgenden steuerlichen Themen widmen. Die Auseinandersetzung mit der Verschärfung der Verrechnungspreisregelungen in Deutschland (Funktionsverlagerung) wurde bereits in einer Fachzeitschrift publiziert. Der US-Bezug ist nicht zuletzt darin zu sehen, dass eine vergleichbare Regelung schon länger in den USA besteht. Ebenso konnte ich in einem in Europa weitgehend unbekannten Bereich Forschung betreiben – es handelt sich dabei um die Patentierung von Steuergestaltungen (Steuerstrategiepatente). Die in den USA dazu geführte rege Diskussion gründet sich wohl auf dem damit verbundenen Potential wie auch auf den verbundenen Bedenken.

Mein Aufenthalt in der Universitätsmetropole an der Ostküste der USA wurde durch den Umstand versüßt, dass ich Anfang August die Jahreskonferenz der American Accounting Association in Anaheim bei Los Angeles besuchte, um dort mein Paper über die Besteuerung von Public Private Partnerships zu präsentieren. Überdies ergab sich die Gelegenheit, mit zwei Kolleginnen meiner Abteilung an der WU, welche ebenfalls an der Konferenz teilnahmen, im Anschluss das reizende Kalifornien zu erkunden.

Erwähnens- und empfehlenswert ist auch die in Boston sehr aktive Gruppe der Austrian Scientists in North America (ASCINA). Neben einem legendären Sommerfest werden regelmäßig Treffen veranstaltet, die fachlichen Diskurs zwischen den verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft mit Socializing verbinden. Ich konnte in diesem Zusammenhang die Gelegenheit nutzen, die Ergebnisse meiner Dissertation zu präsentieren und zu diskutieren.

Der Zeitraum meines Aufenthalts brachte es mit sich, wohl zwei nicht alltägliche Ereignisse direkt am Ort des Geschehens zu verfolgen. Wenngleich beides in Erinnerung bleiben wird, so bevorzuge ich doch den Präsidentschaftswahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain. Der Höhepunkt (?) der Finanzkrise ist das andere bleibende Ereignis.

Rückblickend auf eine wissenschaftliche Weiterentwicklung und tolle persönliche Eindrücke möchte ich mich für die herzliche Aufnahme bei Frau Univ.-Prof. Brigitte W. Mühlmann sowie Morris McInnes, DBA (Dean of Academic Affairs) bedanken.

Gerald Posautz


Forschungsaufenthalt von Frau Mag. Rohner an der Suffolk University, Bericht


Den Sommer des Jahres 2007 (Juni–August) durfte ich an der Suffolk University, Boston, verbringen. Die Wahl fiel deshalb auf diese Universität, weil sie als eine der wenigen amerikanischen Universitäten internationales Steuerrecht bzw. Steuerlehre in Forschung und Lehre integriert.

Bei meiner Ankunft wurde ich wärmstens empfangen. Man stellte mir ein Büro zur Verfügung und die Suffolk-ID öffnete mir die Türen zu renommierten Bibliotheken. Die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung waren enorm – einerseits generell durch die weit fortgeschrittene Digitalisierung der Bibliotheken, andererseits durch deren speziell in Boston große Dichte. So konnte ich jede Menge Literatur zu meinem Forschungsthema „Investitionsanreizwirkung von steuerlichen Sonderabschreibungen – eine mikroökonomische Analyse“ finden, was angesichts der nahezu inexistenten europäischen Literaturgrundlage entscheidend war.

Die Diskussions- und Hilfsbereitschaft des wissenschaftlichen Personals des Department of Accounting war enorm. Insbesondere Brigitte W. Mühlmann hat mich hervorragend betreut. Sie stand jederzeit mit fachlichem und auch persönlichem Rat uneingeschränkt zur Verfügung. Stellvertretend für andere sei auch James M. Cataldo genannt, dessen Input durch seine mehrdimensionale Ausbildung (Volkswirtschaft und Accounting) äußerst hilfreich war. Es war „academic life at its best“.

Ich lernte die Funktions- und Denkweise einer amerikanischen Universität kennen; deren Auffassung von Lehre, die sehr von der Verschränkung mit Forschung geprägt ist, sowie deren Betonung von Teamarbeit, welche vor allem hinsichtlich Forschung stark im Vordergrund steht.

Nachdem wir bei der Suche nach einer vergleichbaren amerikanischen Investitionsbegünstigung letztlich fündig geworden sind, konnten wir auch die Grundlage legen für ein beide Universitäten einbindendes Forschungsprojekt.

Unzählige Einladungen – von Frühstücksdiskussionen von Steuerorganisationen im Harvard Club bis hin zu Grillabenden – hinterließen nachhaltige Eindrücke. Prägend waren auch die Treffen der ASciNA (Austrian Scholars in North America). Es war hochinteressant, mit Wissenschaftler/inne/n aller Disziplinen mein Thema, das sich an der Schnittstelle zwischen betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Analyse bewegt, im Anschluss an meinen Vortrag zu diskutieren.

Ich bin überzeugt, dass sowohl die beruflichen Kooperationen, durch die die geforderte Internationalität in unserem rechtlich orientierten Fachgebiet verwirklicht werden kann, als auch manche private Freundschaften lange Zeit andauern werden. Für diese beeindruckende Erfahrung gilt mein herzliches Dankeschön Brigitte W. Mühlmann sowie Morris McInnes (Dean of Academic Affairs).

Helga Rohner


Forschungsaufenthalt Frau Mag. Wiedermann-Ondrej in den USA

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen/Abteilung Betriebswirtschaftliche Steuerlehre habe ich im WS 04/05 ein Forschungssemester am Department of Financial Planning and Taxation, Bentley College, verbracht.

Durch diesen Aufenthalt wurde es mir ermöglicht, mich intensiv mit meinem Dissertationsprojekt „Hybride Finanzierungsformen in der nationalen und internationalen Besteuerung der USA“ zu beschäftigen. In der Arbeit wird die Behandlung hybrider Finanzierungsinstrumenten in dem US-amerikanischen Steuerrecht analysiert. Dieses Projekt ist in die Forschungstätigkeiten der Abteilung Betriebswirtschaftliche Steuerlehre eingebunden.

Das Bentley College in Boston, USA befindet sich westlich von Boston und ist eine der wenigen US-amerikanischen akademischen Einrichtungen, die die Fachdisziplin der Steuerlehre in Forschungs- und Lehrbereich integriert haben. Die McCallum Graduate School of Business des Bentley College offeriert einen Master of Science in Taxation (MST), der sich überwiegend mit steuerrechtlichen Fragestellungen ausgehend von einer betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise beschäftigt. Im Zuge des Kooperationsvertrages zwischen der WU-Wien und Bentley College konnte ich als Visiting Professor ein Semester am Bentley College im Department of Financial Planning and Taxation forschen und lehren.

Ich wurde sehr herzlich in Bentley aufgenommen und war als vollwertiges Abteilungsmitglied integriert. Am College wurde mir ein eigenes Zimmer mit Computer, Zugang zu den wichtigsten steuerlichen Datenbanken, Telefon und Email zur Verfügung gestellt. Zusätzlich stellte man mir die Grundlagenliteratur bereit. Abteilungsleiter Mr. Wiggins hat soziale Kontakte zu Professor/inn/en anderer Abteilungen und zu Austauschprofessor/inn/en hergestellt und Dr. Brigitte Mühlmann, Alumna der WU-Wien, hat mich außerordentlich freundlich aufgenommen und mich sowohl fachlich als auch persönlich sehr unterstützt.

Neben meiner Forschungstätigkeit hatte ich im Rahmen des Master of Science in Taxation (MST) die Gelegenheit folgende Kurse (jeweils im Ausmaß von 3 credits) als Gasthörerin zu besuchen:

• Federal Taxation of Income (Joseph Newpol)

• Corporations and Shareholders (Frank Wolpe)

• Multi-Jurisdictional Taxation (Brigitte Mühlmann)

• Professional Tax Practice (William Wiggins)

Dies war nicht nur aus fachlicher Sicht aufschlussreich und spannend, sondern ich konnte auch einen Einblick in die Methodik der Lehrinhaltvermittlung nehmen.

Im Zuge meines Aufenthalts habe ich folgende Fachvorträge gehalten:

• Double Taxation Treaty USA – Austria

• International Taxation

• Taxation of hybrid financial Instruments – ASCINA

• “Double Delight” - A discussion on hybrid securities and taxation - The Graduate Financial Planning and Tax Association

• Corporate Governance in Austria

• Doing Business in Europe

Als Institutsmitglied konnte ich an folgende Veranstaltungen teilnehmen:

• 11th Annual Internal Revenue Service Town Meeting, Waltham, USA

• Conference: The Art & Craft of Discussion Leadership, Harvard Business School Campus, Boston, USA

• 41st Annual Conference on Federal and State Taxation, MAPA (Massachusetts Association of Public Accountants), Burlington, USA

• International Tax Seminar der IFA – 2004 International Tax Developments – Risk and Opportunities, Boston, USA

Im Rahmen dieses Auslandsaufenthalts konnte ich vor allem Material für meine Dissertation sammeln. Meine Recherchen habe ich an folgenden Universitätsbibliotheken betrieben:

• Harvard Law Library

• Harvard Baker Library

• Harvard ILS Library

• Boston College Law Library

• Suffolk Law Library

Mein Aufenthalt am Bentley College war weit mehr als das Zusammentragen von Literatur und die Forschung an meiner Dissertation. Durch meine Einbindung in die Abteilung wurde mir ein Einblick in den Universitätsalltag in den USA gewährt. Meine Vorträge und der Besuch der Lehrveranstaltungen des Master-Programms konnten mir die US-amerikanischen Lehrmethoden näher bringen und machten mir den didaktischen Zugang zum US-Steuerrecht verständlich. Die Diskussionen mit Steuerexperten und –expertinnen der Abteilung bzw bei Veranstaltungen halfen mir steuerrechtliche Fragen aus einer US-amerikanischen Perspektive zu analysieren.

Durch den Forschungsaufenthalt am Bentley College im Wintersemester 04/05 konnte eine Kooperation mit einer US-amerikanischen Forschungseinrichtung etabliert werden, weitere gemeinsame Forschungsprojekte sind bereits in Aussicht.

Meine Zeit am Bentley College ist unvergesslich und ich möchte mich hiermit bei allen Beteiligten herzlich bedanken.

Nadine Wiedermann-Ondrej


Kooperationen mit der Praxis


Darüber hinaus findet eine enge Zusammenarbeit mit den Firmen Deloitte und KPMG statt, die einerseits im gemeinsamen Verfassen von Fachpublikationen mit Mitarbeitern dieser beiden Firmen, andererseits in der Unterstützung der Deloitte bzw. KPMG bei Forschungsprojekten, sowie in der Finanzierung von drittmittelfinanzierten Assistent/inn/en seitens der Deloitte und KPMG, besteht.

Zahlreiche Unternehmen unterhalten gute Kontakte zu der Abteilung für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre. Jedes Semester findet auch ein Vertiefungskurs II in Kooperation mit der TPA – Treuhand Partner Austria (Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft), der BDO (BDO Auxilia Treuhand Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei) sowie auch mit der Telekom Austria statt.


Fertiggestellte Dissertationen

Zusätzlich zu den Forschungsprojekten der Institutsmitarbeiter/innen wird die Forschung an der Abteilung für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre auch stets durch Dissertationen externer Forscher/innen bereichert. Die nachfolgende Liste gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Forschungsthemen an unserer Abteilung.

Für die Vergabe von Dissertationsthemen gibt es kein formalisiertes Verfahren. An der Abteilung stehen Frau Prof. Eberhartinger und Herr Prof. Hirschler als Begutachterin und Begutachter zur Verfügung.

  1. Andreaus, L.: Die Rückwirkung im Umgründungs-Steuer-Recht (2008)
  2. Baliko, A.: Die Auswirkungen von Umgründungen auf die Unternehmensgruppe nach § 9 KStG (2009)
  3. Berger, M.: Die Gruppenbesteuerung - Rechtlicher Rahmen und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft (2005)
  4. Bruckmüller, S.: Ausländische Stiftungen und Trusts im österreichischen Außensteuerrecht (2004)
  5. Bimler, D.: China´s Foreign-Invested Holding Company: Taxation and Tax Planning- A Review with Reference to Austrian Tax Law (2007)
  6. Dutter, B.: Auswirkungen von Umgründungen auf den Konzernabschluss nach UGB und IAS/IFRS (2007)
  7. Dvornikovich, A.: Die Bilanzierung von Umgründungen im Einzelabschluss mit Beispielen (2003)
  8. Fuchs, H.: Die Firmenwertbilanzierung nach Bilanzsteuerrecht auf Basis der IAS/IFRS-Regelungen (2007)
  9. Haring, E.: Finanzierungsgestaltung durch europäische Steueroasen als ertragsteuerlich optimierendes Instrument für den grenzüberschreitend tätigen Konzern (2005)
  10. Hartberger, M.: Die Gewinnzurechnung an E-Commerce-Betriebstätten unter Berücksichtigung der OECD-Verrechnungspreisgrundsätze (2003)
  11. Hofbauer, W.: Die doppelte Rolle der Office Automation in der Abschlussprüfung: Prüferwerkzeug und Prüfungsobjekt (2002)
  12. Huber, M.: Ist die Rechnungslegung nach IAS/IFRS mit den derzeitigen Rechnungslegungsvorschriften des HGB vereinbar? (2003)
  13. Inwinkl-Puwein, P.: Kapitalerhaltung und Spaltung (2004)
  14. Knaus, M.: Einfluss der gesellschaftsrechtlichen Richtlinien auf das Gefüge des slowenischen Rechts der Kapitalgesellschaften samt einschlägiger abgabenrechtlicher Regelungen (2000)
  15. Krickl, R.: Grenzüberschreitende Umgründungen im europäischen Kontext. Disharmonien im Lichte der Fusionsrichtlinie neu (2006)
  16. Mayrl, M.: Das Eigenkapitalersatzgesetz. Betriebswirtschaftliche und rechtliche Betrachtung mit besonderer Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften und der steuerlichen Auswirkungen sowie einem Verlgeich zwischen dem Gesetz und der bisherigen Rechtssprechung
  17. Messner-Wotschke, A.: Die ertragsteuerliche Behandlung von Immobilienfonds in Österreich und in Deutschland (2006)
  18. Moser, M.: Der Best-Practice-Anspruch der österreichischen Gruppenbesteuerung (2006)
  19. Peyerl, H.: Die Katastrophe im Steuerrecht (2009)
  20. Plansky, P.: Die Zurechnung von Gewinnen zu Betriebsstätten im Recht der Doppelbesteuerungsabkommen (2009)
  21. Posautz, G.: Die abgabenrechtliche Behandlung von Public Private Partnerships in Österreich (2008)
  22. Schabhüttl, S.: Der Freibetrag für investierte Gewinne gem. § 10 EStG 1988 (2009)
  23. Scheuerle, U.: Der Fremdvergleichsgrundsatz im Entwurf des österreichischen Außensteuergesetzes (2004)
  24. Schilcher, M.: Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen und ihre Grenzen unter besonderer Berücksichtigung der erhöhten Mitwirkungspflicht bei Auslandssachverhalten (2009)
  25. Schirmbrand, C.: Die Kapitalanlage im Kontext der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre - Steuerwirkungen bei der Vermögensanlage mit Aktien und Anleiheprodukten im außerbetrieblichen Bereich natürlicher Personen (2005)
  26. Six, M.: Hybride Finanzierung im Internationalen Steuerrecht am Beispiel von Genussrechten (2007)
  27. Stenico, G.: Ertragsteuerliche Optimierung im E-Commerce - Internationale Steuerplanung mit Betriebstätten (2006)
  28. Tiemann, C.: Gewinnabgrenzung im multinationalen Konzern - Die Kollision von separate accounting und formula apportionment im Rahmen der angestrebten Harmonisierung der Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage in der Europäischen Union (2007)
  29. Ukmar, G.: Rechnungslegung und Besteuerung bei Gemeinnützigkeit (2005)
  30. Vaishor, M.: Die Besteuerung und Bilanzierung von dinglichen Nutzungsrechten, insbesondere von Fruchtgenussrechten (2005)
  31. Wiedermann-Ondrej, N.: Hybride Finanzierungsinstrumente in der nationalen und internationalen Besteuerung der USA (2006)
  32. Wilplinger, C.: Steueroptimaler Kauf und Verkauf von Unternehmen nach der Steuerreform 2005 (2007)
Copyright 2012 | WU (Wirtschaftsuniversität Wien) | 16.09.2010
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