Studierende richten während eines Seminars den Blick zur Vortragenden.

Lebensrealitäten ukrainischer Vertriebener

Lebensrealitäten und Bleibeabsichten ukrainischer Vertriebener in Wien

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind rund 100.000 Ukrainer:innen nach Österreich geflohen und haben temporären Schutz erhalten, wobei 43% in Wien verblieben sind. Angesichts der anhaltenden Kriegsdauer und unsicherer Rückkehroptionen ist damit zu rechnen, dass ein beträchtlicher Teil dieser Population längerfristig in der Stadt wohnhaft sein wird. Gleichzeitig zeigen aktuelle Erhebungen, dass sich anfängliche Rückkehrabsichten zunehmend in mittel- bis langfristige Bleibeabsichten gewandelt haben. Vor diesem Hintergrund besteht ein dringender Bedarf an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen über Integrationspfade, Lebenssituationen und Zukunftspläne dieser Gruppe.

Das Forschungsprojekt von Schneider, Kohlenberger und Buber-Ennser (WU Wien und ÖAW) zielt darauf ab, ukrainische Geflüchtete in Wien mittels quantitativer Befragung (CAWI/CATI, n ≥ 500) erneut zu befragen. Die Studie baut auf dem Rapid-Response-Survey „Ukrainian Arrivals in Austria" (UkrAiA, Frühjahr 2022, n > 1.000) auf und ermöglicht so Längsschnittvergleiche zentraler Indikatoren. Untersucht werden die Dimensionen Arbeitsmarktintegration, Wohnsituation, soziale Sicherheit, Spracherwerb, Diskriminierungserfahrungen, Gesundheit sowie Werte und Einstellungen. Ein ergänzender Städtevergleich mit Krakau erlaubt die kontextuelle Einordnung der Wiener Befunde.

Trotz des hohen Bildungsniveaus ukrainischer Vertriebener verläuft die Erwerbsintegration langsamer als erwartet; Dequalifikation, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Armutsgefährdung sind verbreitet. Die Ergebnisse sollen evidenzbasierte Grundlagen für Wiener Integrations- und Versorgungspolitik liefern, in peer-reviewten Fachzeitschriften publiziert und über wissenschaftliche sowie öffentliche Kanäle disseminiert werden.

Univ.Prof. Dr.rer.pol. Ulrike Schneider

Univ.Prof. Dr.rer.pol. Ulrike Schneider

Projektleiterin

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