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Mission Statement

Wir beschäf­tigen uns mit Beein­flus­sungs­pro­zessen in Orga­ni­sa­tionen. Unser Ziel ist die Entwick­lung von Sozial- und System­kom­pe­tenz. Sozi­al­kom­pe­tenz bezieht sich auf die nach­hal­tige Akti­vie­rung von Indi­vi­duen und Gruppen zur Ziel­er­rei­chung. System­kom­pe­tenz hat die nach­hal­tige Erhöhung der Lebens­fäh­ig­keit formal orga­ni­sierter sozialer Systeme zum Inhalt.

Was heißt das für unsere Forschung?

Forschung ist ein wesent­li­cher Schwer­punkt univer­si­tärer Arbeit und bedeutet für uns (Re)Konstruk­tion von Realität. In einem nach­voll­zieh­baren und dialo­gori­en­tierten Prozess erzeugen wir theo­re­ti­sche und empi­ri­sche Bilder der Wirk­lich­keit, die sowohl für die wissen­schaft­liche Diskus­sion anschluss­fähig als auch für das prak­ti­sche Handeln von Menschen in Orga­ni­sa­tionen verwertbar sind. Dabei geht es nicht nur um unmit­telbar hand­lungs­re­le­vantes Wissen, sondern auch um die (selbst-)kriti­sche Refle­xion der vorfind­baren Realität. Erst eine solche ermög­l­icht es, dem Vorfind­baren das Mögl­iche gegen­überz­u­stellen und daraus die 'Bedin­gung für die Mögl­ich­keit' neuer Entwürfe zu schaffen.

Gegen­stand unserer Forschungs­ar­beit ist die Gene­rie­rung von Beein­flus­sungs­wissen, d.h. Einsichten über Mögl­ich­keiten, Grenzen und Folgen gezielter Versuche der Beein­flus­sung des Verhal­tens von und in Orga­ni­sa­tionen. Schwer­punkte sind die Erfor­schung von Manage­ment­kom­pe­tenz und Karriere- und Lauf­bahn­sys­temen im natio­nalen und im inter­na­tio­nal-in­ter­kul­tu­rellen Kontext sowie in For- und Nonprofit Orga­ni­sa­tionen. Einen Schwer­punkt stellen Orga­ni­sa­tionen aus dem Gesund­heits­be­reich dar.

Adres­saten der Forschungs­er­geb­nisse sind grund­sätz­lich alle 'stake­holder' der Abtei­lung, drei davon aller­dings in beson­derem Maß. Der 'scien­tific commu­nity' stellen wir Wissen über die uns inter­es­sie­renden Ausschnitte aus der Realität zur weiteren Verar­bei­tung bereit. Sie liefert darüber hinaus auch die wissen­schaft­li­chen Stan­dards für unsere Forschungs­ar­beit. Den Studie­renden bieten wir forschungs­ba­sierte Lehre an. Die Einheit von Forschung und Lehre gehört aus unserer Sicht zu den unver­zicht­baren Merk­malen univer­si­tärer Arbeit. Den in der orga­ni­sa­tio­nalen Praxis tätigen Menschen stellen wir Einsichten über die Einfluss­mög­l­ich­keiten auf die Alltags­praxis in Orga­ni­sa­tionen zur Verfü­gung.

Beson­dere Bedeu­tung hat für uns die Forschungs­ar­beit in Teams und Netz­werken. Die Viel­fäl­tig­keit der unter­suchten Phäno­mene macht eine Zusam­men­ar­beit mit anderen Forschern und Forsche­rinnen unter­schied­li­cher diszi­pli­närer, natio­naler und kultu­reller Herkunft beson­ders notwendig, um zu ange­mes­senen Beschrei­bungen, Erklä­rungen und Gestal­tungs­emp­feh­lungen zu kommen.

Was heißt das für unsere Lehre?

Mit Blick auf die zentrale Bedeu­tung von Beein­flus­sungs­ver­su­chen in Orga­ni­sa­tionen richtet sich der Fokus der Lehre auf das Verhalten von Indi­vi­duen, Arbeits­gruppen und Orga­ni­sa­tionen sowie deren Wech­sel­be­zie­hungen. Ziel der Ausbil­dung ist die Vermitt­lung von Beein­flus­sungs­wissen und – darauf basie­rend – die Entwick­lung von ganz­heit­li­cher Manage­ment­kom­pe­tenz:

  • Sozi­al­kom­pe­tenz bezieht sich auf die nach­hal­tige Akti­vie­rung von Indi­vi­duen und Gruppen in Rich­tung auf Ziel­er­rei­chung und umfasst kogni­tive, emotio­nale und soziale Aspekte von Kommu­ni­ka­tion. Insbe­son­dere lern­theo­re­ti­sche, sozi­al-­ko­gni­tive und psycho­dy­na­mi­sche Konzepte stehen hier im Zentrum.

  • System­kom­pe­tenz bezieht sich auf die nach­hal­tige Erhöhung der Lebens­fäh­ig­keit sozialer Systeme und umfasst den Umgang mit Entschei­dungen und Entschei­dungs­prä­missen. Insbe­son­dere system­theo­re­ti­sche, symbo­li­sch-kul­tu­relle und mikro­po­li­ti­sche Konzepte stehen hier im Zentrum.

Unser Anliegen ist es, unter­schied­liche Betrach­tungs­per­spek­tiven im wissen­schaft­li­chen Diskurs über diese Sach­ver­halte deut­lich zu machen und zu einer eigen­ver­ant­wort­li­chen Ausein­an­der­set­zung und Anwen­dung der vorge­stellten Konzep­tionen anzu­regen. Dabei werden die einzelnen Lehr­in­halte sowohl theo­re­tisch disku­tiert als auch – soweit möglich – durch Erfah­rungs­lernen konkret erlebbar gemacht.

Studie­rende sollen aufgrund der erwor­benen Kompe­tenzen in der Lage sein, ihre Sensi­bi­lität und Effek­ti­vität in Bezug auf Diagnose und Hand­ha­bung sozialer Prozesse zu stei­gern. Sie erhalten Ansatz­punkte für eine erfolg­reiche Beein­flus­sung sozialer Prozesse sowie Anre­gungen zu einer (selbst-)kriti­schen Refle­xion ihrer eigenen und der vorfind­baren (Hand­lungs-)Praxis.

Im Einzelnen versu­chen unsere Lehr­in­halte folgende Kern­fragen zu beant­worten:

  • Wie lassen sich 'Menschen' und 'Arbeits­gruppen' konzep­tua­li­sieren und welche Ansatz­punkte und Tools für Führung und Inter­ven­tion gibt es? Ange­spro­chen sind hier Themen wie z. B. Triebe, Motive, Bedürf­nisse und Werte von Mitar­bei­te­rInnen, Menschen­bilder, Persön­lich­keits­theo­rien, soziale Wahr­neh­mung, Führung, Moti­va­tion, Kommu­ni­ka­tion und Mani­pu­la­tion, Koope­ra­tion und Problem­lö­s­ungs­ver­halten in Gruppen, Konflik­tur­sa­chen und -hand­ha­bung.

  • Wie lassen sich 'Orga­ni­sa­tionen' konzep­tua­li­sieren und welche Ansatz­punkte und Tools für die Steue­rung orga­ni­sa­tio­nalen Verhal­tens exis­tieren? Ange­spro­chen sind hier Themen wie z. B. Orga­ni­sa­ti­ons­m­e­ta­phern, Prozesse der Ziel­bil­dung, Entschei­dungs­pro­zesse, syste­mi­sches Manage­ment, Orga­ni­sa­ti­ons­kultur, Macht und Mikro­po­litik, inter­kul­tu­relles Manage­ment und Change Manage­ment.

  • Welche inhalt­li­chen Vorstel­lungen über Sozial- und System­kom­pe­tenz lassen sich histo­ri­sch-­ge­ne­tisch diffe­ren­zieren? Ange­spro­chen sind hier Themen wie z. B. Geschichte moderner Orga­ni­sa­tionen, Domi­nanz arbeits­tei­li­g-­pro­duk­tiver Sozi­al­sys­teme und Geschichte des Beein­flus­sungs­wis­sens.

Wofür und für wen arbeiten wir?

Wissen­schaft­liche Arbeit ist zunächst und in erster Linie dem Wissen­schafts­system verpflichtet, d.h. Idealen wie Erkennt­nis­fort­schritt oder theo­re­tisch begrün­deten Hand­lungs­emp­feh­lungen. Ebenso spielen subjek­tive Ziel­set­zungen wie Freude an der Arbeit oder Karriere­überl­e­gungen eine wich­tige Rolle.

Aller­dings ist wissen­schaft­liche Arbeit – auch und vor allem an Univer­si­täten – nicht losge­löst von gesell­schaft­li­chen Bedin­gungen und Legi­ti­ma­ti­ons­druck. Daher muss sich unsere Arbeit auch an den von unter­schied­li­chen 'stake­hol­dern' formu­lierten Anfor­de­rungen messen lassen. Aber nicht alle 'stake­holder' sind immer in glei­chem Maße wichtig. Grund­sätz­lich sind für uns folgende Gruppen von beson­derer Rele­vanz.

Scien­tific commu­nity: Sie ist insbe­son­dere für unsere Forschungs­an­stren­gungen der wich­tigste Adressat und Maßstab. Die für uns rele­vante 'scien­tific commu­nity' ist ein welt­weites Kommu­ni­ka­ti­ons­netz­werk und nicht auf natio­nale oder sprach­liche Grenzen einge­engt.

Studie­rende: Die Studie­renden stellen die zweite zentrale Bezugs­gruppe dar und stehen in der Lehre im Vorder­grund. Durch unser Leis­tungs­an­gebot, das auf eigenen und rezep­tierten anderen rele­vanten Forschungs­er­geb­nissen basiert, sollen die Studie­renden die Mögl­ich­keit erhalten, die für ihre zukünf­tige beruf­liche Tätig­keit erfor­der­li­chen Kompe­tenzen zu erwerben.

Orga­ni­sa­tionen der Wirt­schaft, Verwal­tung und des Nonpro­fit- und Gesund­heits­be­reichs: Unsere Arbeit in Forschung und Lehre soll nicht nur via Ausbil­dung zukünf­tige, sondern auch derzei­tige Praxis (mit-)gestalten. Durch gezielte Einbe­zie­hung des Praxis­feldes in Forschung und Lehre, z.B. durch 'praxis­nahe' Diplom­ar­beiten, gemein­same Lehr­ver­an­stal­tungen mit Unter­nehmen oder Gewin­nung von in der Praxis tätigen Personen für Lehr­ver­an­stal­tungen und durch Trai­nings- und Bera­tungs­ar­beit wollen wir unsere Arbeit auch für diese Ziel­gruppe zugänglich machen.

Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien: Wir sind mit unserer Arbeit einge­bunden in einen konkreten Kontext – die WU Wien. Daraus entstehen nicht nur viel­fäl­tige Mögl­ich­keiten, sondern auch Verpflich­tungen. Insbe­son­dere im Hinblick auf die gewählten Forschungs­schwer­punkte, das Lehr­an­gebot, die Praxis­kon­takte und die Mitar­beit in den univer­si­tären Entschei­dungs­a­renen wollen wir die Wünsche und Erfor­der­nisse der WU als wich­tige Einfluss­größe berück­sich­tigen.

Wie gestalten wir unsere Zusam­men­ar­beit?

Die Mitglieder der Abtei­lung sind durch unter­schied­liche poli­ti­sche, reli­giöse und welt­an­schau­liche Vorstel­lungen und Biogra­phien geprägt und arbeiten in einem in manchen Aspekten konflik­tären univer­si­tären Kontext. Vor diesem Hinter­grund streben wir einen Umgang mitein­ander an, den alle Mitglieder der Abtei­lung als lang­fristig förder­lich für ihre ganz­heit­liche Entwick­lung ansehen. Dabei sind ethi­sche Grund­prin­zi­pien wie Loya­lität und gegen­sei­tige Wert­schät­zung unsere hand­lungs­lei­tenden Maximen. Kontext­ab­hängig gestalten wir auch unsere Kontakte mit unseren 'stake­hol­dern' nach diesen Leit­li­nien.

Wir schätzen unter­schied­liche Formen wissen­schaft­li­chen Arbei­tens: Sowohl Einzel­ar­beit als auch Team­ar­beit in varia­bler Zusam­men­set­zung schaffen Lern- und Lehr­mög­l­ich­keiten. Dabei bilden – jeweils kontext­be­zogen – Vertrauen, Offen­heit, Ehrlich­keit und ein konstruk­tiver Umgang mit Kritik die Grund­lage für unsere Zusam­men­ar­beit und tragen zu einer konti­nu­ier­li­chen Leis­tungs­ver­bes­se­rung und zu persön­li­chem Wachstum bei.