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Ungleichmäßige Entwicklung

Die Schaffung räumlich ungleicher produktiver und innovativer Kapazitäten

Das Institut hat eine lange Tradition in der Erforschung der räumlichen Dimension von Innovation, Produktivitätswandel und wirtschaftlichem Wachstum. Em. Univ. Professor Dr. Manfred M. Fischer bietet international anerkannte Forschung zu räumlichen Modellen und Methoden. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zur Geographie von Innovation, Produktivität und Wachstum ist die Rolle der Trägheit oder Pfadabhängigkeit, die zu einer räumlich ungleichmäßigen Entwicklung führt.

Unter Berücksichtigung verschiedener Wirtschaftstheorien wie der politischen Ökonomie, der evolutionären und der institutionellen Ökonomie erkennen wir, dass zukünftige regionale und städtische Wirtschaftsveränderungen immer von historischen Schichten von Industrien, Unternehmen, Infrastruktur, institutionellen Umgebungen und sozialen Netzwerken geprägt sind, die in früheren Investitions- und Produktionsrunden festgelegt wurden. Dieses bestehende Ressourcensystem bildet gleichzeitig den Ausgangspunkt und die Barriere für künftige Veränderungen. Wir erwarten daher, dass sich Regionen und Städte in verwandte wirtschaftliche Aktivitäten (Branchen, Technologien, institutionelle Umgebungen) verzweigen, die neue Wege der wirtschaftlichen Entwicklung eröffnen. Da Regionen und Städte in nationale, supranationale und globale ökonomische Skalen eingebettet und durch feste und soziale Netzwerke miteinander verbunden sind, wird die pfadabhängige endogene Schaffung regionaler Wirtschaftskapazität durch Prozesse auf anderen Skalen vermittelt. Wissenspipelines, überregionale Lieferketten und soziale Netzwerke beeinflussen die Richtung und das Tempo des wirtschaftlichen und technologischen Wandels, aber die genaue Art der Interaktion dieser multiplen Prozesse ist an dieser Stelle nicht gut verstanden.

Die Forschung des Instituts versucht, einige dieser theoretischen und empirischen blinden Flecken anzusprechen. Die Verbindung zur Sozioökonomie konzentriert sich auf heterodoxe Ansätze, die Wertschätzung von historisch und geographisch spezifischen Prozessen, die den wirtschaftlichen Wandel prägen, sowie die Wertschätzung institutioneller Differenzierung und die Anerkennung der Irreduzibilität der politischen Ökonomie für die Wirtschaft.

Die Forschung in diesem Bereich basiert auf der fortlaufenden internationalen Zusammenarbeit, einschließlich der University of California, Los Angeles, dem University College Dublin sowie der Forschungs- und Lehrbeziehungen mit dem AIT Austrian Institute of Technology, Center Innovation Systems and Policy.