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Laufende Projekte

Geschlecht und Ökonomie im Wandel

Projektdauer:1.10.2019-30.09.2022

Das Forschungsprojekt „Geschlecht und Ökonomie im Wandel“ beinhaltet fünf individuelle Studien, die in renommierten wissenschaftlichen Journalen publiziert werden sollen. Im Rahmen des Projektes wird untersucht, inwiefern Änderungen in gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen auf die Rolle des Geschlechts in der Ökonomie wirken. Es wird betrachtet, wie sich Geschlechterrollen in der Ökonomie in Bezug auf geänderte soziale Normen, rechtliche Rahmenbedingen und kulturelle Praktiken verändert haben. Jedes der fünf Papiere verwendet neueste ökonometrische Methoden sowie letztverfügbare Mikrodaten, um die Forschungsfragen hinreichend beantworten zu können. Die zentrale Hypothese jeder Studie ist grob gesagt jene, dass Veränderungen in der Gesetzgebung oder in sozialen/kulturellen Institutionen die Geschlechterrollen in der Ökonomie beeinflussen.

Die Studien fokussieren sich fast ausschließlich auf westliche Länder (Österreich, Kanada und die USA). Eine Arbeit verfolgt jedoch einen globalen Ansatz und analysiert in über 100 verschiedenen Ländern, ob sich die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen verbessern, wenn sie in globalisierten Unternehmen beschäftigt sind im Vergleich zu Unternehmen, welche hauptsächlich im lokalen Markt operieren. Konkret soll geklärt werden, ob und inwiefern die Globalisierung neue Möglichkeiten für Frauen am Arbeitsmarkt eröffnet. Eine zweite Studie untersucht, ob sich die Arbeitsteilung (die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wie beispielsweise Hausarbeit oder Kinderbetreuungsverpflichtungen) bei gleichgeschlechtlichen Paaren in den Vereinigten Staaten verändert hat, nachdem diese das Recht auf Heirat erhalten haben. Anders formuliert wird die Frage behandelt, ob die neuen Rechte die Art und Weise verändern, wie Paare ihr ökonomisches Leben gestalten. Ein drittes Papier betrachtet die wirtschaftlichen Auswirkungen der sexuellen Orientierung und analysiert, ob sich der Einkommensunterschied von homosexuellen Männern und Frauen innerhalb der letzten 15 Jahre verändert hat.

Im Kontext der vierten Forschungsarbeit wird untersucht, welche Auswirkungen das höhere Bildungsniveau von Frauen auf die Akkumulation von Vermögen und die Entscheidungsmacht innerhalb von Haushalten hat. Dies ist deshalb so interessant, da Bildung oftmals als Schlüsselfaktor für ökonomische Selbstständigkeit und Wohlstand angesehen wird. Führt höhere Bildung von Frauen zu einer Änderung der Verteilung von Ressourcen und Entscheidungsmacht innerhalb von Paarhaushalten? Das fünfte Papier beschäftigt sich abschließend mit der Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen (jede/r TeilnehmerIn erhält ein monatliches Grundeinkommen unabhängig vom Arbeitseinkommen), welches in Kanada in den 1970er Jahren eingeführt wurde, die Entscheidungen hinsichtlich Familiengründung von Paaren beeinflusst hat. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob finanzielle Absicherung mittels bedingungslosem Grundeinkommen Paare dazu ermutigt, Kinder zu bekommen.

Kontakt: Ass.Prof. Alyssa Schneebaum, PhD

Decarb_inclusive - Nachhaltiges Wohnen in Österreich - Forschungsvorhaben

Projektdauer: 1.4.2018-31.3.2020


Im Rahmen des Projekts Decarb_inclusive werden mögliche Pfade hin zu einer vollständigen Dekarbonisierung des österreichischen Wohnungsbestands entwickelt. Unter Dekarbonisierung versteht sich der Versuch, den Treibhausgas- und CO2-Austoß unserer Wirtschafts-, Wohn- und Lebensweisen nachhaltig zu reduzieren. Für dieses Unterfangen werden neben technologischen Aspekten auch der soziale Kontext und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Klimafreundliche Bau- und Wohnweisen werden deshalb im Zusammenhang mit Leistbarkeit und Inklusion gedacht und untersucht. Hierzu arbeitet das Projekt die zentralen Strukturen der Bereitstellung von Wohnraum in Österreich aus (z.B. Hausbesitz, privates Mietverhältnis, gemeinnütziges Mietverhältnis etc.) und untersucht deren zentrale Handelnde in Bezug auf Interessenslagen und finanzielle Kapazitäten. Ziel der Forschung ist die Entwicklung politischer Handlungsempfehlungen, um aufzuzeigen wie durch gezielte Anreizgebung und Interventionen der Übergang zu Dekarbonisierung unterstützt werden kann.

Wir integrieren unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen und Ansätze: (1) Techno-ökonomische Bottom-up Modellierung des Gebäudebestands und dessen Energiebedarf sowie energiesystemische Analysen, (2) kritische politische Ökonomie und (3) Politikwissenschaft werden mit (4) transdisziplinären Methoden verschränkt, indem eine aktive Einbindung von Stakeholdern in den Forschungsprozess erfolgt.

Die Ergebnisse dieses interdisziplinären Projekts richten sich vor allem an politische EntscheidungsträgerInnen auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene.

Das Projekt wird von der Technischen Universität Wien (TU Wien) in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien), dem Klimabündnis Österreich und der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) durchgeführt.

Kontaktpersonen: Dr. Koen Smet; Daniel Grabner, MSc; Katharina Litschauer, MSc

Die Politische Ökonomie Deutscher Medien: Konzentrations- und Netzwerkanalyse

Projektdauer: 2018-2019

Gefördert vom: Institut für Sozial-Ökologische Wirtschaftsforschung, München

In der Tradition der Kritischen Politischen Ökonomie der Medien stehend, zielt das vorliegende Forschungsvorhaben darauf ab, einen Beitrag zum Verständnis der (Macht-)Verhältnisse, unter welchen die Produktion medialer Ressourcen in Deutschland stattfindet, zu leisten. Wie auch anderen VertreterInnen der Politischen Ökonomie der Medien, ist im Rahmen dieser Auseinandersetzung eine Fragestellung von zentraler Relevanz: Jene nach Eigentum und Konzentration.

Das vorliegende Forschungsvorhaben nimmt daher eine Aktualisierung der Frage nach ownership and control in Deutschland vor. Folgende Bereiche werden dabei berücksichtigt:

(a) Makroebene: Deskriptive Analyse quantitativer, aggregierter Kennzahlen zu zentralen Entwicklungen am deutschen Medienmarkt

(b) Unternehmensebene: Identifikation und vertiefende Analyse der im Medienbereich agierenden Großunternehmen

(c) Personenebene: Die Aufschlüsselung der zugrundeliegenden Eigentumsstrukturen im Rahmen einer power structure analysis nach (Domhoff (2006), um Medienkonzentration sowie in andere Bereiche hineinreichende Verflechtungen offenzulegen

Dieses Forschungsprojekt setzt sich somit umfassend mit der gegenwärtigen Situation der Politischen Ökonomie der Medien in Deutschland auseinander. Die Relevanz des Projektes spitzt sich letztlich auch in aktuellen Entwicklungen wie etwa der digitalen Transformation zu, die eine weiter fortschreitende Konzentration von Eigentum und Verfügungsgewalt befürchten lassen und einer regulatorischen Antwort bedürfen.

Kontakt: ao.Univ.Prof. Dr. GRISOLD Andreaao.Univ.Prof. Dr. Andrea Grisold, THEINE Hendrik, PhD, M.Sc.(WU)Hendrik Theine MSc, Daniel Grabner MSc, Benjamin Ferschli