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Laufende Projekte

Platform Cleaners: Potentiale und Risiken plattformbasierter Arbeit von Reinigungskräften in Deutschland

Projektdauer: 1.April 2020 – 31.März 2022

Ziel des Forschungsprojekts ist es, plattformbasierte Arbeit im Reinigungssektor umfassend zu untersuchen. Mithilfe qualitativer Interviews wird diese aus der Perspektive von PlattformarbeiterInnen sowie NutzerInnen der Plattformen Helpling und BOOK A TIGER analysiert. Damit stehen nicht nur Potentiale und Risiken im Bereich der informellen Arbeit, (Pseudo-)Selbstständigkeit und Organisierung von ArbeiternehmerInnen-Interessen im Zentrum, sondern es wird auch die Motivlage der NutzerInnen (private Haushalte und Unternehmen) in den Blick genommen. Durch zusätzliche Interviews mit den Plattformbetreibenden wird letztlich auch deren Perspektive miteinbezogen.

Mit diesem Forschungsvorhaben soll die bisherige Forschung zu plattformbasierter Arbeit erweitert werden. Während es zum Beispiel zu plattformvermittelten Lieferdiensten bereits eine Reihe von Studien gibt, ist Plattformarbeit im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen und insbesondere im Reinigungssektor bisher wenig erforscht. Da Reinigungsdienste zu einem Großteil von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund ausgeführt werden, stehen hier Bevölkerungsgruppen im Vordergrund, die nicht nur Benachteiligungen am Arbeitsmarkt erfahren, sondern auch wissenschaftlich oft unterrepräsentiert bleiben.

https://www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojekte-detailseite-2732.htm?projekt=S-2019-367-2%20B

Kontakt: Hendrik Theine, PhD   

In Kooperation mit: Stefanie Gerold, MSc (Technische Universität, Berlin), Dr. Katarzyna Gruszka (Institute for Ecological Economics, WU Wien)

Mehrfachbelastung unter COVID-19: Home-Office und Hausarbeit

Projektdauer: 6. April 2020 - 31. Juli 2020

Mehrfachbelastung unter COVID-19: Home-Office und Hausarbeit

Die im Zuge der COVID-19 Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen bieten die einmalige Gelegenheit den Effekt von Home-Office Arrangements auf die Verteilung unbezahlter Arbeit in Haushalten zu untersuchen. Home-Office wird häufig als Mechanismus beschrieben, der Frauen die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf erleichtert. Ob, und in welchem Ausmaß, das der Fall ist, konnte bislang in Österreich noch nicht systematisch untersucht werden. Zur Erhebung der relevanten Daten wird eine online-Befragung bei Wienerinnen und Wienern durchgeführt und untersucht wie sich Home-Office auf die Verteilung unbezahlter Arbeit in Haushalten auswirkt und welcher Anteil der unbezahlten Arbeit in Haushalten mit Kindern unter 15 von Müttern geleistet wird, wenn auch ein zweiter Elternteil aufgrund von Home-Office, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit zu Hause ist (in Kooperation mit: Arbeiterkammer Wien; Frauenabteilung).

Blog: Genderspezifische Effekte von COVID-19

Kontakt: Dr.in Katharina Mader

Gemeinsam mit:

Franziska Disslbacher, M.Sc.
Judith Derndorfer, M.Sc.
Vanessa Lechinger, M.Sc.
Eva Six. M.Sc.

Bringt die Digitalisierung Geschlechtergerechtigkeit? Entwicklungen von Frauenlöhnen und dem Gender Pay Gap in Österreich

AK Wien

Projektdauer: 1.März 2020 bis 30.Mai 2021

Digitalisierung trifft in Österreich auf einen historisch stark geschlechtsspe­zi­fisch segregierten Arbeitsmarkt. In der ökonomischen Literatur findet sich bislang keine eindeutige Antwort ob die Digitalisierung das Potenzial hat, vor­handene Lücken zu schließen oder diese eher noch größer werden. Gerade beim Gender Pay Gap sind die Prognosen international sehr unterschiedlich und für Österreich noch nicht vorhanden. In diesem Forschungskooperations­projekt der WU Wien, Uni Graz und GPA-djp wird das Zusammenspiel der Ent­wicklung von Frauenlöhnen bzw. des Gender Pay Gap und der Digitalisierung un­ter­sucht. Es werden Handlungsanleitungen für die Politik, die Sozialpartner und die Gewerkschaften entwickelt, um in Zeiten der Digitalisierung Ge­schlech­ter­gerechtigkeit zu erreichen.

Das Projekt wird vom Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der AK Wien unterstützt. Der Fonds wurde im Zuge großen Digitalisierungsoffensive der AK ins Leben gerufen und ist eines der neuen AK Extras aus dem AK Zukunftsprogramm: Mehr unter: www.wien.arbeiterkammer.at/zukunftsprogramm"

Projektleitung: Katharina Mader (WU Wien)

Geschlecht und Ökonomie im Wandel

Projektdauer:1.10.2019-30.09.2022

Das Forschungsprojekt „Geschlecht und Ökonomie im Wandel“ beinhaltet fünf individuelle Studien, die in renommierten wissenschaftlichen Journalen publiziert werden sollen. Im Rahmen des Projektes wird untersucht, inwiefern Änderungen in gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen auf die Rolle des Geschlechts in der Ökonomie wirken. Es wird betrachtet, wie sich Geschlechterrollen in der Ökonomie in Bezug auf geänderte soziale Normen, rechtliche Rahmenbedingen und kulturelle Praktiken verändert haben. Jedes der fünf Papiere verwendet neueste ökonometrische Methoden sowie letztverfügbare Mikrodaten, um die Forschungsfragen hinreichend beantworten zu können. Die zentrale Hypothese jeder Studie ist grob gesagt jene, dass Veränderungen in der Gesetzgebung oder in sozialen/kulturellen Institutionen die Geschlechterrollen in der Ökonomie beeinflussen.

Die Studien fokussieren sich fast ausschließlich auf westliche Länder (Österreich, Kanada und die USA). Eine Arbeit verfolgt jedoch einen globalen Ansatz und analysiert in über 100 verschiedenen Ländern, ob sich die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen verbessern, wenn sie in globalisierten Unternehmen beschäftigt sind im Vergleich zu Unternehmen, welche hauptsächlich im lokalen Markt operieren. Konkret soll geklärt werden, ob und inwiefern die Globalisierung neue Möglichkeiten für Frauen am Arbeitsmarkt eröffnet. Eine zweite Studie untersucht, ob sich die Arbeitsteilung (die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wie beispielsweise Hausarbeit oder Kinderbetreuungsverpflichtungen) bei gleichgeschlechtlichen Paaren in den Vereinigten Staaten verändert hat, nachdem diese das Recht auf Heirat erhalten haben. Anders formuliert wird die Frage behandelt, ob die neuen Rechte die Art und Weise verändern, wie Paare ihr ökonomisches Leben gestalten. Ein drittes Papier betrachtet die wirtschaftlichen Auswirkungen der sexuellen Orientierung und analysiert, ob sich der Einkommensunterschied von homosexuellen Männern und Frauen innerhalb der letzten 15 Jahre verändert hat.

Im Kontext der vierten Forschungsarbeit wird untersucht, welche Auswirkungen das höhere Bildungsniveau von Frauen auf die Akkumulation von Vermögen und die Entscheidungsmacht innerhalb von Haushalten hat. Dies ist deshalb so interessant, da Bildung oftmals als Schlüsselfaktor für ökonomische Selbstständigkeit und Wohlstand angesehen wird. Führt höhere Bildung von Frauen zu einer Änderung der Verteilung von Ressourcen und Entscheidungsmacht innerhalb von Paarhaushalten? Das fünfte Papier beschäftigt sich abschließend mit der Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen (jede/r TeilnehmerIn erhält ein monatliches Grundeinkommen unabhängig vom Arbeitseinkommen), welches in Kanada in den 1970er Jahren eingeführt wurde, die Entscheidungen hinsichtlich Familiengründung von Paaren beeinflusst hat. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob finanzielle Absicherung mittels bedingungslosem Grundeinkommen Paare dazu ermutigt, Kinder zu bekommen.

Kontakt: Ass.Prof. Alyssa Schneebaum, PhD

Decarb_inclusive - Nachhaltiges Wohnen in Österreich - Forschungsvorhaben

Projektdauer: 1.4.2018-31.3.2020


Im Rahmen des Projekts Decarb_inclusive werden mögliche Pfade hin zu einer vollständigen Dekarbonisierung des österreichischen Wohnungsbestands entwickelt. Unter Dekarbonisierung versteht sich der Versuch, den Treibhausgas- und CO2-Austoß unserer Wirtschafts-, Wohn- und Lebensweisen nachhaltig zu reduzieren. Für dieses Unterfangen werden neben technologischen Aspekten auch der soziale Kontext und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Klimafreundliche Bau- und Wohnweisen werden deshalb im Zusammenhang mit Leistbarkeit und Inklusion gedacht und untersucht. Hierzu arbeitet das Projekt die zentralen Strukturen der Bereitstellung von Wohnraum in Österreich aus (z.B. Hausbesitz, privates Mietverhältnis, gemeinnütziges Mietverhältnis etc.) und untersucht deren zentrale Handelnde in Bezug auf Interessenslagen und finanzielle Kapazitäten. Ziel der Forschung ist die Entwicklung politischer Handlungsempfehlungen, um aufzuzeigen wie durch gezielte Anreizgebung und Interventionen der Übergang zu Dekarbonisierung unterstützt werden kann.

Wir integrieren unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen und Ansätze: (1) Techno-ökonomische Bottom-up Modellierung des Gebäudebestands und dessen Energiebedarf sowie energiesystemische Analysen, (2) kritische politische Ökonomie und (3) Politikwissenschaft werden mit (4) transdisziplinären Methoden verschränkt, indem eine aktive Einbindung von Stakeholdern in den Forschungsprozess erfolgt.

Die Ergebnisse dieses interdisziplinären Projekts richten sich vor allem an politische EntscheidungsträgerInnen auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene.

Das Projekt wird von der Technischen Universität Wien (TU Wien) in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien), dem Klimabündnis Österreich und der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) durchgeführt.

Projektbericht

Kontaktpersonen: Dr. Koen Smet; Daniel Grabner, MSc; Katharina Litschauer, MSc