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Plagiatsrichtlinie

Plagiatsrichtlinie der WU

Die WU Wien hat am 27.02.2019 die Richtlinie zu Plagiaten und anderem Vortäuschen wissenschaftlicher Leistungen im Rahmen von Abschlussarbeiten (Plagiatsrichtlinie) erlassen.

Gem Punkt 4.1. der Plagiatsrichtlinie macht die Abteilung für Informations- und Immaterialgüterrecht jene Studierende, deren Abschlussarbeiten von der Abteilung betreut werden, insbesondere auf die Rechtsfolgen aufmerksam.

Definitionen

  • Ein Plagiat liegt jedenfalls dann vor, wenn Texte, Inhalte oder Ideen übernommen und als eigene ausgegeben werden. Dies umfasst insbesondere die Aneignung und Verwendung von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkenntnissen oder Daten durch direkte, paraphrasierte oder übersetzte Übernahme ohne entsprechende Kenntlichmachung und Zitierung der Quelle und der Urheberin oder des Urhebers (§ 51 Abs 2 Z 31 UG 2002). Auch die Verwendung von eigenen, bereits veröffentlichten bzw beurteilten Texten (sog "Selbstplagiat") ist unzulässig.

  • Vortäuschen von wissenschaftlichen Leistungen liegt jedenfalls dann vor, wenn jemand unerlaubte Hilfsmittel benutzt oder sich bei der Verfassung einer schriftlichen Arbeit einer anderen Person bedient (sog "Ghostwriting") oder wenn Daten und Ergebnisse erfunden oder gefälscht werden (§ 51 Abs 2 Z 32 UG 2002).

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Rechtsfolgen

  • Bei geringfügigen Plagiaten werden Studierende von der Betreuungsperson aufgefordert, die Arbeit innerhalb einer angemessenen Frist zu verbessern. Wird dem Verbesserungsauftrag nicht nachgekommen, ist die Arbeit negativ zu beurteilen. In begründeten Fällen kann die Betreuungsperson die Betreung ohne Verbesserungsauftrag zurückzulegen.

  • Bei schwerwiegenden Plagiaten oder Vortäuschen von wissenschaftlichen Leistungen wird der Sachverhalt von der Betreuungsperson an die Abteilung für Studienrecht übermittelt, welche im Zuge einer mündlichen Verhandlung den konkreten Sachverhalt ermittelt. Kommt die Abteilung zum Ergebnis, dass ein schwerwiegendes Plagiat vorliegt oder wissenschaftliche Leistungen vorgetäuscht wurden, wird die Arbeit negativ beurteilt. Der Betreuungsperson steht es auch frei, die Betreuung zurückzulegen. Ferner kann das Rektorat einen Ausschluss vom Studium für bis zu 2 Semestern beschließen.

  • Neben studienrechtlichen Konsequenzen sind bei Urheberrechtsverletzungen zivilrechtliche Ansprüche denkbar. "Ghostwriting" kann die dafür vorgesehene strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

  • Beachten Sie, dass auch nach bereits erfolgter Beurteilung der Abschlussarbeit Plagiate oder Vortäuschen von wissenschaftlichen Leistungen geahndet werden. Als Folge kann die Beurteilung gem § 73 Abs 1 Z 2 UG 2002 für nichtig erklärt werden. Wenn das Studium bereits abgeschlossen ist, wird der akademische Grad von der/dem Vizerektor/in für Lehre und Studierende gem § 89 UG 2002 widerrufen.

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