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Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen

Infos für personalaufnehmende Stellen

(Insti­tute, Abtei­lungen, Dienst­leis­tungs­ein­rich­tungen)

Ausschrei­bung von Stellen 

Wann ist der Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen in das Verfahren einzu­be­ziehen?

Bei Ausschrei­bung von Stellen für wissen­schaft­li­ches wie auch allge­meines Univer­si­täts­per­sonal sind die Ausschrei­bungs­texte samt Funk­ti­ons­be­schrei­bung und Aufga­ben­be­schrei­bung der betref­fenden Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit dem Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen unver­züglich und nach­weis­lich VOR der Veröf­fent­li­chung im Mittei­lungs­blatt zur Kenntnis zu bringen (§ 25 Abs 5 FFP WU).

Der Ausschrei­bungs­text unter­liegt dem Einspruchs­recht des Arbeits­kreises:
Ausschrei­bungs­texte, die so allge­mein gehalten sind, dass sie keine objek­tive Entschei­dungs­grund­lage für die nach­fol­genden Perso­nal­aus­wahl­ver­fahren darstellen, sind rechts­widrig.
Glei­ches gilt für über­s­pe­zi­fi­zierte Ausschrei­bungen, wenn der begrün­dete Verdacht besteht, dass der poten­ti­elle Kreis der Bewer­bungen zugunsten einer bestimmten Person oder zugunsten eines Geschlechts unsach­lich einge­schränkt werden soll.

Ausschrei­bungs­texte für die Beset­zung von Stellen sowie für Leitungs­funk­tionen haben den Zusatz zu enthalten:

"Die Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien strebt eine Erhöhung des Frau­en­an­teils beim wissen­schaft­li­chen und beim allge­meinen Univer­si­täts­per­sonal insbe­son­dere in Leitungs­funk­tionen an und fordert daher quali­fi­zierte Frauen ausdrück­lich zur Bewer­bung auf. Frauen werden bei glei­cher Quali­fi­ka­tion vorrangig aufge­nommen (siehe Satzung der WU Wien, Anhang 4, § 24 Frau­en­för­de­rungs­plan)."

Wieder­ho­lung der Ausschrei­bung
Die aufneh­mende Univer­si­tätsein­rich­tung oder das zur Erstat­tung eines Beset­zungs­vor­schlages zustän­dige Organ hat nach­weis­lich und aktiv nach geeig­neten Bewer­be­rinnen zu suchen.
Sind bis zum Ablauf der Bewer­bungs­frist keine Bewer­bungen von quali­fi­zierten Frauen einge­langt, ist die Stelle vor Beginn des Auswahl­ver­fah­rens noch­mals auszu­schreiben.
Erhebt der Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen in seiner Stel­lung­nahme keinen begrün­deten Einwand, kann die Wieder­ho­lung der Ausschrei­bung entfallen.

Langen aufgrund der neuer­li­chen Ausschrei­bung wiederum keine Bewer­bungen von Frauen ein, ist das Auswahl­ver­fahren durch­zu­führen.

Auswahl­ver­fahren

Der Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen ist in das Perso­nal­aus­wahl­ver­fahren einzu­be­ziehen.

Bewerber/innen­liste
Nach Ablauf der Bewer­bungs­frist ist die Liste der einge­langten Bewer­bungen dem Arbeits­kreis durch die Perso­nal­ab­tei­lung unver­züglich zur Kenntnis zu bringen.

Bewer­bungs­ge­spräche
Werden im Zuge des Auswahl­ver­fah­rens für eine zu beset­zende Stelle oder Funk­tion Aufnahme- oder Auswahl­ge­spräche mit Bewer­be­rinnen und Bewer­bern geführt, ist die Liste der einge­la­denen Bewer­be­rinnen und Bewerber dem AKG unver­züglich zur Kenntnis zu bringen.
Alle Bewer­be­rinnen, die die gesetz­li­chen Aufnah­me­er­for­der­nisse erfüllen und den Anfor­de­rungen des Ausschrei­bungs­textes entspre­chen, sind einzu­laden.

Der Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen hat auf Verlangen das Recht, an Aufnahme-, Vorstel­lungs- und Bewer­bungs­ge­sprächen, Hearings, Assess­men­t-­Cen­ters udgl. teil­zu­nehmen.

Entschei­dungen über Perso­nal­auf­nahmen sind vor ihrer Voll­zie­hung dem Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen unter Angabe der Gründe für die Auswahl schrift­lich zur Kenntnis zu bringen. Dies geschieht durch die Über­m­itt­lung des sog. "Ausschrei­bungs­be­richtes" an das Büro des AKG.

Abschluss des Arbeits­ver­trages
Das Rektorat hat gleich­zeitig mit der Infor­ma­tion des zustän­digen Betriebs­rats den Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen darüber in Kenntnis zu setzen, mit welcher Bewer­berin oder mit welchem Bewerber ein Arbeits­ver­trag abge­schlossen werden soll.
Arbeits­ver­träge, die ohne vorhe­rige Verstän­di­gung des AKG abge­schlossen werden, sind unwirksam!

Hat der Arbeits­kreis für Gleich­be­hand­lungs­fragen Grund zur Annahme, dass die Entschei­dung eines Univer­si­tätsor­gans über die Aufnahme in ein Arbeits­ver­hältnis eine Diskri­mi­nie­rung von Bewerber/inne/n darstellt, ist er berech­tigt, inner­halb von drei Wochen die Schieds­kom­mis­sion anzu­rufen.

Diese hat binnen drei Monaten mit Bescheid darüber abzu­spre­chen, ob im konkreten Fall eine Diskri­mi­nie­rung vorliegt. Wenn dies der Fall ist, hat das Univer­si­tätsorgan eine neue Perso­nal­ent­schei­dung unter Berück­sich­ti­gung der Rechts­auf­fas­sung der Schieds­kom­mis­sion zu treffen. Das Perso­nal­aus­wahl­ver­fahren ruht bis zur Entschei­dung der Schieds­kom­mis­sion.