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Maria Schaumayer: Pionierin und Förderin von Frauenkarrieren

Maria Schaumayer (1931 – 2013) war eine österreichische Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin, die sich unermüdlich für die Förderung von Frauen einsetzte. Dank ihrer Stiftungen und ihres Nachlasses werden Frauen an der WU weiterhin in ihrer Karriere unterstützt. Wir wollen sie anlässlich ihres Geburtstags würdigen.

Schaumayer wurde am 7. Oktober 1931 in Graz geboren. Nach der Matura in Fürstenfeld studierte sie in Wien an der Hochschule für Welthandel, der heutigen WU. Als Frau Diplomkaufmann verließ sie 1952 die spätere WU und blieb ihr ihr Leben lang verbunden. Ihr Wirtschaftsstudium setzte sie bis zum Doktorat an der Universität Innsbruck fort. Danach führte ihr Berufsweg über die Creditanstalt in die Wiener Stadtpolitik für die ÖVP, in den Vorstand der Kommunalkredit und schließlich in den Vorstand der heutigen OMV. Der Höhepunkt ihrer Wirtschaftskarriere folgte 1990 mit der Berufung zur Präsidentin der Österreichischen Nationalbank. Sie stand damit als erste Frau weltweit an der Spitze einer nationalen Notenbank. Dieses Amt hatte sie bis 1995 inne. Bereits in Pension übernahm Maria Schaumayer die Funktion der ehrenamtlichen Regierungsbeauftragten der NS-Zwangsarbeiterentschädigung. Angebote, für die ÖVP als Bundespräsidentschaftskandidatin anzutreten, schlug sie hingegen aus.

Von der Präsidentin zur Stifterin

Die aktive Förderung von Frauenkarrieren war ihr immer ein großes Anliegen. Anlässlich ihres 60. Geburtstags wurde von der damaligen Nationalratspräsidentin eine Stiftung zur Förderung von Frauen für Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ins Leben gerufen. Außerdem werden an der WU jährlich Dr. Maria-Schaumayer-Habilitationsstipendien, finanziert von der Oesterreichischen Nationalbank, vergeben. Aus einer weiteren Stiftung werden Preise für wissenschaftliche Arbeiten von Frauen vergeben. Zusätzlich stellte Maria Schaumayer der WU Mittel aus ihrem Nachlass für die „Förderung wissenschaftlicher Arbeiten von Frauen“ zur Verfügung. Daraus konnte die WU zwei weitere Programme, Internationalisierungsförderungen für Doktorandinnen und Stipendien für Wiedereinsteigerinnen einmalig vergeben. Die WU hat Dr. Maria Schaumayer die Würde der Ehrensenatorin verliehen.

Maria Schaumayer war für viele Frauen ein beeindruckendes Vorbild, auch in der Art und Weise wie sie diese unterstützte. Nach wie vor ermöglicht sie durch ihre Stiftungen und ihren Nachlass die Förderung von Frauenkarrieren in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die WU verwaltet das Erbe ihrer bedeutenden Absolventin mit großer Umsicht und im Sinne von Maria Schaumayer: zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern.



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