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In memoriam em.o.Univ.Prof. Dr. iur. Hanns Abele

Am 27. Juli 2016 ist Professor Hanns Abele im 75. Lebens­jahr verstorben. Seine Mitar­beiter trauern um ihn als enga­gierten und hilfs­be­reiten Kollegen, als krea­tiven Wissen­schaftler und als verständ­nis­vollen und herz­li­chen Freund. Die Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien verliert ein profi­liertes, kriti­sches und bis vor wenigen Monaten aktives Mitglied ihres wissen­schaft­li­chen Kolle­giums.

Die wissen­schaft­liche Karriere von Prof. Abele begann unmit­telbar nach dem Abschluss des Studiums der Rechts­wis­sen­schaften mit der Annahme einer Assis­ten­ten­stelle am Institut für Wirt­schafts­wis­sen­schaften der Univer­sität Wien. Sie war von Anfang an gekenn­zeichnet durch zwei grund­le­gende Anliegen, die ihm glei­cher­maßen am Herzen lagen: einem ausge­prägten Rechts- und Gerech­tig­keits­emp­finden einer­seits und dem Streben nach wissen­schaft­lich fundiertem Erkennt­nis­ge­winn ande­rer­seits. Beide Aspekte waren für ihn Ausgangs­punkte für prägnante Stand­punkte, für einen analy­ti­sch-stra­te­gi­schen Zugang zu allen Fragen und Problemen und für die Weige­rung, Miss­stände hinzu­nehmen. Im Jahre 1973 wurde Prof. Abele als Ordi­na­rius für theo­re­ti­sche Natio­nal­ö­ko­n­omie an die Univer­sität Frei­burg (Schweiz) berufen, wo er unter anderem als Vertreter der rechts-, wirt­schafts- und sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Fakultät bei der Reform des Hoch­schul­status erfolg­reich wirkte. Schließ­lich folgte er 1977 einem Ruf als Ordi­na­rius für Volks­wirt­schafts­lehre (Poli­ti­sche Ökon­omie) an die Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien, der er auch nach seiner Emeri­tie­rung 2010 bis zu seinem Tod ange­hörte.

Die Forschungs­tä­tig­keit von Prof. Abele konzen­trierte sich auf die Bereiche Geld, Wachstum, Vertei­lung, Indus­trie­ö­ko­n­omik und Wirt­schafts­po­litik. Die Forschungs­tra­di­tion der Öster­rei­chi­schen Schule der Natio­nal­ö­ko­n­omie prägte sein wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­ches Grund­ver­ständnis. Seine musi­sche Veran­la­gung und seine huma­nis­ti­sche Einstel­lung führten auch zu Arbeiten über Kultur und Medien sowie zur Zusam­men­ar­beit mit Vertre­tern der Theo­logie. Die Publi­ka­tionen Prof. Abeles umfassen sowohl modell­mäßig ausge­formte, formal korrekte Theo­rien als auch anwen­dungs­ori­en­tierte Studien mit konkreten und gut kommu­ni­zier­baren Ergeb­nissen und Urteilen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre schlugen sich seine inten­siven Kontakte zu einer Viel­zahl inter­na­tio­naler Spit­zen­ö­ko­n­omen nieder. Prof. Abele versuchte in der Lehre immer wieder, die volks­wirt­schaft­li­chen Studi­en­pro­gramme im Inter­esse der Studie­renden zu aktua­li­sieren und auf inter­na­tio­nales Niveau zu heben. Die Studie­renden wussten sein Enga­ge­ment und seine Ideen in der Lehre stets zu schätzen.

Die Insti­tuts­mit­glieder werden ihn immer als enga­gierten, zuver­läs­sigen und liebens­wür­digen Menschen in Erin­ne­rung behalten. Unsere tiefe Anteil­nahme gilt seiner Familie.

Das Begräbnis fand im engsten Kreis statt. Im Gedenken an Prof. Abele wird am 27. September 2016 um 18:00 ein Hochamt in der Kirche St. Ulrich, 1070 Wien, zele­briert. Im Sinne des Verstor­benen wird gebeten, einen Betrag für die Erhal­tung der Kirche St. Ulrich (Pfarramt St. Ulrich, IBAN AT38 2011 1000 0300 5607, BIC GIBAAT­W­WXXX) zu spenden.

Nachruf von Ulrich Berger, Michael Winkler und Guido Schäfer, Institut für Analy­ti­sche Volks­wirt­schafts­lehre



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