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500.000 Euro für Forschung in Zukunftstechnologie

Neuer Forschungs­schwer­punkt an WU im Bereich Kryp­to­ö­ko­n­omie

Das Bundes­mi­nis­te­rium für Wissen­schaft, Forschung und Wirt­schaft (BMWFW) unter­stützt die Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien im Ausbau ihrer Forschung im zukunfts­träch­tigen Bereich der Kryp­to­ö­ko­n­omie. In den neuen Forschungs­schwer­punkt inves­tiert das BMWFW 500.000 Euro. Ziel des Schwer­punkts ist es, die inter­dis­zi­pli­näre Kompe­tenz der WU bei rele­vanten Forschungs­fragen zum Thema Block­chain zu vertiefen.

„Block­chain wird in den kommenden Jahren den größten Para­dig­men­wechsel für die Digi­ta­li­sie­rung mit sich bringen. Diese Tech­no­logie hat unglaub­li­ches Poten­zial und könnte die Zukunft des Inter­nets schlechthin werden. Öster­reich muss daher diese zukunfts­träch­tige Nische besetzen, denn wenn wir hier zögern, fallen wir im Inno­va­ti­ons­wett­be­werb zurück. Mein Ziel ist, dass Öster­reich bei der syste­ma­ti­schen Erfor­schung der Kryp­to­ö­ko­n­omie und des Kryp­to­rechts eine Vorrei­ter­rolle einnimmt. Mit dem Forschungs­schwer­punk an der Wirt­schafts­uni­ver­sität setzen wir daher einen wich­tigen Schritt in Rich­tung Inno­va­ti­on­leader“, so Bundes­mi­nister Harald Mahrer.DieBlock­chain-­Tech­no­logie ist eine neue Art der dezen­tralen Spei­che­rung von nicht mehr änder­baren Daten­trans­ak­tionen und ist unter anderem bekannt als Basis für Kryp­towäh­rungen wie BitCoin oder Ether sowie für Smart Contracts, also Verträge auf Soft­ware-­Basis, die unter­schied­liche Vertrags­be­din­gungen (z.B. Auszah­lungen) selbst­ständig ausführen. Zahl­reiche Exper­tinnen und Experten sehen in dieser Tech­no­logie die Zukunft, die auch die Basis für neue Geschäftsm­o­delle bieten wird. Der Bedarf an Forschung in diesem Bereich ist sehr groß, bedarf aber eines ganz­heit­li­chen und inter­dis­zi­pli­nären Ansatzes. Um den Poten­tialen dieser neuen Tech­no­logie gerecht zu werden, dürfen nicht nur die tech­ni­schen Mögl­ich­keiten im Fokus der Forschung stehen, sondern diese müssen gemeinsam mit ökon­o­mi­schen, sozialen und recht­li­chen Aspekten erforscht werden.

Bundesminister Harald Mahrer und WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger

Bundesminister Harald Mahrer und WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger

Neuer Schwer­punkt unter­sucht Thema ganz­heit­lich

Gegen­stand der Forschungen in diesem neu zu grün­denden Schwer­punkt sollen die Bereiche Block­chain, Smart Contracts, Peer-­to-Peer Geschäftsm­o­delle & Crypto Law sein. In einer Kombi­na­tion von Grund­la­gen­for­schung und ange­wandter Forschung soll die Schnitt­stelle von Block­chains und deren Anwen­dungen inter­dis­zi­plinär aus den Blick­win­keln der Soft­ware Entwick­lung, Machine Learning und Internet of Things (IoT), Makro­ö­ko­n­omie, Mikro­ö­ko­n­omie und Rechts­wis­sen­schaften erforscht werden. „An der WU ist bereits umfas­sende Exper­tise vorhanden, die sich in multi­dis­zi­pli­nären Ansätzen mit den verschie­denen Aspekten dieser Tech­no­logie der Zukunft und auch den Verän­d­e­rungen und Auswir­kungen, die diese mit sich bringt, ausein­an­der­setzt. Inso­fern haben wir die besten Voraus­set­zungen, um dieses Thema in all seinen Facetten wissen­schaft­lich voran­zu­treiben und Akzente zu setzen. Ich freue mich sehr, dass wir unsere Fach­kom­pe­tenzen in diesem Bereich nun bündeln werden“, so WU-Rek­torin Edel­traud Hanap­pi-Egger. Die zukünf­tigen Themen werden u.a. die Erfor­schung der unter­schied­li­chen spiel­theo­re­ti­schen Anreiz­me­cha­nismen für Block­chains, Geschäftsm­o­delle für dezen­trale Appli­ka­tionen (dApps), Inte­gra­tion mit dem Internet der Dinge, künst­liche Intel­li­genz, Kryp­to­grafie und 3D Prin­ting, Dezen­tra­li­sie­rung & Gover­nance, Crypto Law & Digi­tale Menschen­rechte sein. „Die Forschung an der WU ist von gesell­schaft­li­cher Rele­vanz. Wir beschäf­tigen uns mit komplexen und diszi­pli­nen­überg­rei­fenden Frage­stel­lungen, die so zur Grund­lage für die Entwick­lung zukunfts­fäh­iger und inno­va­tiver Lösungen für Wirt­schaft und Gesell­schaft werden. Der neue Schwer­punkt wird daher nicht nur zu ‚klas­si­schen‘ Forschungs­out­puts in Form von Publi­ka­tionen und Vorträgen führen sowie in die Lehre einfließen, sondern Best Prac­tices für die Praxis entwi­ckeln, sich mit der einschlägigen Commu­nity vernetzen und der Politik sowie Exper­tinnen und Experten Grund­lagen für stra­te­gi­sche Entschei­dungen liefern“, erklärt die WU-Rek­torin abschlie­ßend.



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