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"Warme Gefühle" / "Queer Feelings"

Wirtschaftsuniversität Wien , Administration Sitzungssaal 1 17.12.2019, 18:00
Art Sonstige
SpracheGerman with English subtitles
Veranstalter Sonstige q_wir@wu
Kontakt q_wir@wu.ac.at

Filmabend: Dokumentarfilm von Katharina Miko-Schefzig und Raffael Frick

Zum Jahresabschluss freut sich, q_wir@wu am 17. Dezember um 18 Uhr zu einem Filmabend einzuladen. Gezeigt wird „Warme Gefühle“, ein Dokumentarfilm von Katharina Miko-Schefzig (Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden, WU Wien) und Raffael Frick, die anschließend bei Glühwein und Snacks auch für eine Diskussion zur Verfügung stehen werden.
 
Der Film WARME GEFÜHLE lässt vier Menschen viel Raum für ein lesbischwules Liebesleben über ein halbes Jahrhundert hinweg.

In ihrem Dokumentarfilm porträtieren Katharina Miko) und Raffael Frick zwei Männer und zwei Frauen, die dem Bild des typisch schwulen Mannes und der typisch lesbischen Frau so gar nicht entsprechen. Im Gegensatz zu Rudi, der als „homosexueller Professioneller“ auf eine Karriere beim ORF zurückblicken kann, sind die anderen drei in Österreich geblieben - was dem heute 66-jährigen Friedemann eine mehrmonatige Gefängnisstrafe, noch vor der Abschaffung des Totalverbots der Homosexualität im Juli 1971, einbrachte.

Was diesen Film bemerkenswert macht, ist der Umstand, dass sich Katharina Miko und Raffael Frick dafür entschieden haben, mit älteren Menschen über Homosexualität zu sprechen und sie nach ihren Erfahrungen zu befragen. Denn neben diesen sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen wird somit auch ein Stück Nachkriegsösterreich sichtbar, dessen Konservativismus bis heute nachwirkt. Die nötige Stärke, sich gegen einen restaurativen Gesellschaftsentwurf zu behaupten, wird vor allem an den Frauen deutlich: Die 68-jährige Herta aus dem Wiener Gemeindebau („Homosexualität gab es in den 50er-Jahren nicht. Jedenfalls nicht bei uns in Atzgersdorf“), die noch immer stolz die alten sozialistischen Flaggen präsentiert, entsprach ebenso viele Jahre lang dem gesellschaftlichen Idealbild von Hausfrau und Mutter wie die 75-jährige Hedi, die aus der katholischen Frauenbewegung stammt und die ihren Austritt aus derselben mittels einer Todesanzeige kundtat.

Textquelle und weitere Infos: www.geyrhalterfilm.com/warme_gefuehle



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