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Tiefenbohrungen

Mit der Veran­stal­tungs­reihe "Tiefen­boh­rungen: Wirt­schaft anders denken" sollen Themen und Posi­tionen der Ökon­omik einer grund­le­genden Refle­xion unter­zogen werden. Ein wich­tiges Ziel der Veran­stal­tungs­reihe ist es, die Aufmerk­sam­keit auf wirt­schafts­wis­sen­schaft­liche Diskurse und Entwick­lungen abseits des Main­streams zu lenken.

Darüber hinaus will die Reihe aufzeigen, dass Ökon­omie und Ökon­omik nicht eigen­ständig und isoliert exis­tieren, sondern immer in einem gesell­schaft­li­ch-­nor­ma­tiven Kontext veran­kert sind. Klas­siker der Ökon­omik oder bestimmte Themen der Ökon­omie sollen kritisch hinter­fragt und in ihrer gesamten Band­breite bekannt gemacht werden.

In Bezug auf Klas­siker der Ökon­omik etwa geht es darum, deren Posi­tionen, Thesen und Argu­mente in einem brei­teren Kontext zu beleuchten und darüber zu disku­tieren, auf welchem Menschen- und Gesell­schafts­bild deren Annahmen und Thesen entstanden sind, welches Wachs­tums­ver­ständnis ihrem Denken zugrunde liegt und von welchem Arbeits­be­griff sie ausgehen. Die Reihe setzt auf Genau­ig­keit, Fundiert­heit und Tiefe.

Die Veran­stal­tungs­reihe ist eine Koope­ra­tion des WU-Kom­pe­tenz­zen­trums für Nach­hal­tig­keit, der Katho­li­schen Sozi­al­aka­demie Öster­reichs, des Corpo­rate Respon­si­bi­lity Inter­face Center und des Insti­tuts für Christ­liche Philo­so­phie der Univer­sität Wien.

Tiefen­boh­rung VIII "Laudato Si‘. Der Papst und die Wirt­schaft" am 13. Oktober 2016 

Die achte Tiefen­boh­rung beschäf­tigte sich mit der Enzy­klika "Laudato Si‘" von Papst Fran­ziskus. "Laudato Si‘" hat einer­seits für zustim­mende Begeis­te­rung gesorgt, ander­seits Kritik hinsicht­lich seiner ökon­o­mi­schen Aussagen ausge­löst. An diesem Abend wurden wirt­schaft­liche und theo­lo­gi­sche Aspekte dieses wich­tigen Doku­ments erör­tert. Nach den Vorträgen von Fred Luks (Kompe­tenz­zen­trum für Nach­hal­tig­keit, Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien) und Paloma Fernández de la Hoz (Katho­li­sche Sozi­al­aka­demie) bestand die Mögl­ich­keit zur Diskus­sion unter der Mode­ra­tion von Klaus Gabriel (CRIC).

Der Mitschnitt zur Veran­stal­tung wird in Kürze veröf­fent­licht.

Tiefen­boh­rung VII "John Maynard Keynes als Wirt­schafts­phi­lo­soph" am 30. Mai 2016

Diese Tiefen­boh­rung am 30. Mai 2016 beschäf­tigte sich mit John Maynard Keynes. Er gilt als einer der größten Ökon­omen und ist vor allem für seine bahn­bre­chenden Beiträge zur Makro­ö­ko­n­omie und zur Wirt­schafts­po­litik bekannt. Keynes hat sich aber auch zu grund­sätz­li­chen Fragen des Wirt­schaf­tens geäußert. Nach den Vorträgen von Sigrid Stagl (Leiterin des Insti­tute for Ecolo­gical Econo­mics, Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien) und Stephan Schul­meister (Wirt­schafts­for­scher und Univer­si­täts­l­ektor) bestand die Mögl­ich­keit zur Diskus­sion unter der Mode­ra­tion von Fred Luks (Leiter des Kompe­tenz­zen­trums für Nach­hal­tig­keit). 

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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Tiefen­boh­rung VI "Hayek! Über Frei­heit und Steue­rung." am 14. März 2016

Diese Tiefen­boh­rung am 14. März 2016 beschäf­tigte sich mit Fried­rich August von Hayek, einer der umstrit­tensten Ökon­omen über­haupt. Er pola­ri­siert: Für manche ist Hayek der größte Ökonom des 20. Jahr­hun­derts, für andere ist er der Chef­ideo­loge eines zerstö­re­ri­schen „Neoli­be­ra­lismus“. Die sechste Tiefen­boh­rung diente dazu, Hayeks Denken und Wirken aus ganz unter­schied­li­chen Perspek­tiven zu beleuchten.Nach den Vorträgen von Hans­jörg Klau­singer (Institut für Arbeits­markt­theorie und -politik, Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien) und Gabriele Micha­litsch (Institut für Poli­tik­wis­sen­schaft, Univer­sität Wien) bestand die Mögl­ich­keit zur Diskus­sion. 

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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Tiefen­boh­rung V "Marx revi­sited." am 6. Oktober 2015

Es gibt wohl keinen Ökon­omen, dessen Repu­ta­tion so sehr durch die vermeint­liche „Anwen­dung“ seiner Theo­rien geprägt ist wie Karl Marx. Die fünfte Tiefen­boh­rung diente dazu, genauer hinzu­schauen und einen kriti­schen Blick auf philo­so­phi­sche, histo­ri­sche und ökon­o­mi­sche Aspekte des Marx­schen Denkens zu werfen. Nach den Vorträgen von Hans-Chris­toph Schmidt am Busch (Philo­so­phi­sches Seminar, Univer­sität Braun­schweig) und Heinz Kurz (Institut für Volks­wirt­schafts­lehre, Univer­sität Graz) bestand die Mögl­ich­keit zur Diskus­sion.

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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Tiefen­boh­rung IV "Joseph Alois Schum­peter. Schöp­fe­ri­sche Zerstö­rung und die Zukunft des Kapi­ta­lismus" am 16. April 2015

Am 16. April 2015 fand die vierte Folge der Reihe „Tiefen­boh­rungen: Wirt­schaft anders denken“ statt. Die Tiefen­boh­rung beschäf­tigte sich mit einem der größten Ökon­omen des 20. Jahr­hun­derts: Joseph Alois Schum­peter. Es wurde aus verschie­denen Perspek­tiven beleuchtet, was sich von Schum­peter für das Nach­denken über unsere Wirt­schafts­ord­nung und ihre Verän­d­e­rung lernen lässt. Nach den Vorträgen von Richard Sturn (Univer­sität Graz) und Caro­line Gerschlager (Wirt­schafts­uni­ver­sität Wien)bestand die Mögl­ich­keit zur Diskus­sion.

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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Tiefen­boh­rung III "Die Entste­hung des Kapi­ta­lismus im Übergang zur Neuzeit" am 12. Jänner 2015

Die dritte Tiefen­boh­rung am 12. Jänner 2015 beschäf­tigte sich mit den kultur­ge­schicht­li­chen Umbrüchen, die in der Frühen Neuzeit den Aufstieg kapi­ta­lis­ti­scher Markt­wirt­schaft ermög­l­icht haben. Zu diesem Thema sprach Walter Ötsch (Forschungs­in­stitut für die Gesamt­ana­lyse der Wirt­schaft, Univer­sität Linz), der sich mit den kate­go­rialen Voraus­set­zungen für die Verbrei­tung des Kapi­ta­lismus beschäf­tigte. Ötsch konsta­tierte eine „fehlende Meta­theorie des Reflek­tie­rens über die wirt­schaft­liche Wirk­lich­keit“, die bis heute ein Grund­pro­blem ökon­o­mi­schen Denkens sei. Hans Schelks­horn (Institut für Christ­liche Philo­so­phie, Univer­sität Wien), setzte sich in seinem Vortrag mit John Lockes Recht­fer­ti­gung gren­zen­losen ökon­o­mi­schen Wachs­tums ausein­ander, die auf Francis Bacons Idee eines uner­schöpfl­i­chen Reich­tums der Natur aufbaut, der durch Wissen­schaft und Technik frei­ge­setzt werden kann. Die präs­en­tierten Ideen und aufge­wor­fenen Fragen wurden mit dem Publikum abschlie­ßend unter der Mode­ra­tion von Margit Appel (Katho­li­sche Sozi­al­aka­demie Öster­reichs) disku­tiert.

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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Tiefen­boh­rung II "John Stuart Mill: Poli­ti­scher Ökonom und poli­ti­scher Philo­soph " am 7. Oktober 2014

Mit der zweiten Veran­stal­tung der Reihe „Tiefen­boh­rungen: Wirt­schaft anders denken“ wurde erneut unter Beweis gestellt, dass die Veran­stal­tungs­reihe ihrem Anspruch gerecht wird. Frauke Höntzsch, Mill-­Ex­pertin vom Institut für Poli­tik­wis­sen­schaft an der Univer­sität Augs­burg, beleuch­tete gründ­lich den Frei­heits­be­griff Mills und erör­terte dessen komplexen Beitrag zum Libe­ra­lismus. Fred Luks, Leiter des WU-Kom­pe­tenz­zen­trums für Nach­hal­tig­keit, setzte sich in seinem Vortrag mit Mills Überl­e­gungen zum statio­nären Zustand und Wachstum ausein­ander und zeigte deren hohe Aktua­lität. Abschlie­ßend wurde gemeinsam mit dem Publikum unter der Mode­ra­tion von Hans Schelks­horn (Univer­sität Wien) disku­tiert.

Mitschnitt des Vortrages von Fred Luks

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Tiefen­boh­rung I "Adam Smith" am 5. Mai 2014

Ihrem Titel gerecht wurde die Auftakt­ver­an­stal­tung zur neuen Veran­stal­tungs­reihe "Tiefen­boh­rungen: Wirt­schaft anders denken". Was Richard Sturn, Professor an der Univer­sität Graz, am 5. Mai 2014 in seinem Vortrag am Campus der WU über Adam Smith zu Tage förderte, war geeignet, das gängige Bild dieses Klas­si­kers der Ökon­omik grund­le­gend zu revi­dieren. Allge­mein gilt Smith als "Vater" einer von "unsicht­barer Hand" geprägten Markt­wirt­schaft und als Wegbe­reiter der Arbeits­tei­lung, weit­ge­hend unbe­kannt sind aber seine dies­be­zügl­i­chen Bedenken, die sich zwar eben­falls in seinen Haupt­werken "Wohl­stand der Nationen" und "Theorie der ethi­schen Gefühle", aber meist weder in den Lehr­büchern der heute Studie­renden oder im Bewusst­sein der poli­tisch Verant­wort­li­chen finden. Sturn gelang es, den "ganzen" Smith frei­zu­legen und das Publikum in eine span­nende Diskus­sion einzu­binden.

Die Veran­stal­tungs­reihe "Tiefen­boh­rungen: Wirt­schaft anders denken" wird im Herbst fort­ge­setzt und wird sich weiteren Klas­si­kern der Ökon­omik auf ähnliche Weise nähern.

Die Präs­en­ta­tion von Herrn Sturn zu "Adam Smith: Vom wirt­schaft­li­chen Fort­schritt und seinen Grenzen" finden Sie hier. Zudem finden Sie auch einen kurzen Extrakt des Werkes "Adam Smith: Pionier der modernen Ökon­omie" von Heinz D. Kurz und Richard Sturn hier.

Mitschnitt der Veran­stal­tung

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