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Volkswirtschaft

Sozialpolitik im Masterstudium "Volkswirtschaft"

Im Rahmen des Masterstudiums Volkswirtschaft bietet das Institut für Sozialpolitik das Vertiefungsfach "Wirtschafts- und Sozialpolitik" an. Die Veranstaltung widmet sich schwerpunktmäßig der Evaluierung wirtschafts- und sozialpolitischer Maßnahmen.

Die Forderung nach sparsamer Mittelverwendung, insbesondere im öffentlichen Sektor, aber auch nach hoher Effektivität und Qualität von wirtschafts- und sozialpolitischen Interventionen stellt BeraterInnen wie auch EntscheidungsträgerInnen vor umfassende Herausforderungen. Theoretische wie auch empirische Konzepte zur Evaluierung sind dabei unverzichtbare Instrumente des Entwicklungs- und/oder Bewertungsprozesses.

Die Studierenden bekommen in der LV einen Überblick über die wesentlichen Grundlagen und Ansätze zur Evaluation von Projekten und Maßnahmen (insbesondere innerhalb der Wirtschafts- und Sozialpolitik). Sie erwerben im Rahmen der Lehrveranstaltung Fähigkeiten

  • wirtschafts- und sozialpolitische Interventionen kritisch zu analysieren und zu beurteilen.

  • die Vor- und Nachteile der diversen Ansätze zur ökonomischen Evaluierung zu beschreiben und zu differenzieren.

  • selbstständig ein problembezogenes Evaluationsdesign zu erstellen und zu präsentieren.

  • den adäquaten Anwendungsbereich und die Grenzen der ökonomischen Evaluierung von Projekten und Maßnahmen zu bestimmen und zu kommunizieren.

  • zur Effektivität und Effizienz der analysierten Projekte und Interventionen fundiert Stellung zu nehmen.

  • zur jeweiligen wirtschafts- und sozialpolitischen Fragestellung einen sinnvollen und zulässigen Evaluationsansatz (unter Berücksichtigung alternativer Methoden und Träger) zu ermitteln bzw. auszuwählen.

Die vierstündige Lehrveranstaltung gliedert sich in einen allgemeinen Grundlagenteil und in einen anwendungsorientierten Vertiefungsteil, die sich über das gesamte Semester erstrecken. Der einführende Grundlagenteil vermittelt wesentliche Kenntnisse zur Thematik der Evaluation (insbesondere konzeptionelle Überlegungen; Chancen und Herausforderungen; methodische Zugänge), wobei die TeilnehmerInnen unmittelbar in die Erarbeitung der Lehrinhalte eingebunden werden. Die in diesem Zusammenhang gewonnenen Fähigkeiten werden dann im interaktiv gestalteten Anwendungsteil zur Analyse und/oder Evaluierung konkreter wirtschafts- und sozialpolitischer Maßnahmen, Projekte und/oder Programme herangezogen. Die Auseinandersetzung mit Beispielen aus verschiedensten Forschungsgebieten (u.a. Gesundheitspolitik, Armutspolitik, Umweltpolitik) unterstreicht dabei den umfassenden Anwendungsbereich von Evaluierungen.Sozialpolitik im Masterstudium "Sozioökonomie" Die Lehrveranstaltung "Zielsetzungen und Einsatzfelder der Sozialpolitik" beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen traditioneller Wohlfahrtsstaaten. Vor dem Hintergrund demographischer Entwicklungen, veränderter ökonomischer und familiärer Strukturen sowie der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise stehen Wohlfahrtsstaaten vor vielfältigen Problemen. Herausforderungen stellen sich aber nicht nur im Hinblick auf die Finanzierung von Sozialstaaten. Es gibt auch zahlreiche Überlegungen zu einem notwendigen Umbau der Wohlfahrtsstaaten vor dem Hintergrund neuer ökonomischer und sozialer Risiken in einer veränderten Welt, in der die traditionellen Formen der sozialen Sicherung vielfach schlicht nicht mehr effektiv sind. Während des Studienjahrs werden zwei Herausforderungen an aktuellen Sozialstaaten im Detail beleuchtet. Im Wintersemester beschäftigt sich die Lehrveranstaltung vertiefend mit dem Konzept des „social investment state“. Dabei handelt es sich um eine vorgeschlagene Neustrukturierung der Wohlfahrtsstaaten, dergemäß sozialpolitische Maßnahmen so reformiert werden sollen, dass sie möglichst präventiv und aktivierend sind. Im Sommersemester stehen internationale, supranationale und transnationale Dimensionen der Sozialpolitik im Mittelpunkt der Veranstaltung. Während Sozialpolitik nach wie vor stark durch nationale (oder subnationale) Sozialpolitikgestaltung geprägt wird, stellen sich zunehmend Herausforderungen, die eine über Staaten hinausgehende Betrachtung notwendig machen. Beispiele dafür sind Fragen nach der sozialen Sicherheit von MigrantInnen, der Portabilität von sozialen Rechten, der Bedeutung von remittances oder auch der Entwicklung von globalen sozialen Rechten. In der Veranstaltung werden zentrale Herausforderungen identifiziert, die aktuellen Bedingungen aufgezeigt und mögliche sozialpolitische Ansätze diskutiert.