Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Kooperation mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG): Bewertung und Unterstützung von Projekten im Bereich soziale Innovationen

Die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) verfolgte das Ziel, ein besseres Verständnis für ex-ante Bewertung von sozialen Innovationen zu schaffen. Im Rahmen des Projektes wurden zahlreiche gemeinsame Aktivitäten durchgeführt. Neben der laufenden operativen Unterstützung des FFG Impact Innovation Calls und mehrerer Beiträge für Konferenzen und öffentlicher Veranstaltungen, wurde im Projekt intensiv im Themenfeld Impact Investing geforscht.

Ausgehend von einer Literaturrecherche mit Fokus auf die Investitionsentscheidungsprozesse von Impact Investor_innen, konzentrierte sich das Forschungsteam auf die folgende Schwerpunktfrage: Welche kognitiven Prozesse werden von early-stage Impact Investor_innen zur Evaluierung der Wirkung von Sozialunternehmen eingesetzt?  Um den Entscheidungsprozess von Impact Investor_innen vertieft auf kognitiver Ebene zu beleuchten, wurde die Methode der Verbal Protocol Analysis oder „Think Aloud Method“ nach van Someren (1994) ausgewählt. Diese Methode erlaubt durch „lautes Denken“ der Befragten Einblick in tatsächliche Denk- und Entscheidungsprozesse auf individueller Ebene. Dadurch wird nicht nur ein vertieftes Verständnis der Instrumente und Bewertungsabläufe der Befragten möglich, sondern auch die Analyse von Denkprozessen, die von den Befragten nicht selbst reflektiert werden.

Auf diese Weise konnte das Forschungsteam 23 kognitive Muster der ex-ante Wirkungsbewertung identifizieren, die sich den folgenden sieben Themenfelder zuordnen lassen: (1) Bewertung der Plausibilität des (sozialen) Problems, (2) Bewertung des potenziellen Nutzens durch die vorgeschlagene Intervention, (3) Konstruktion mentaler Prototypen von Wirkungsmodellen, (4) Interpretation von Signalen Dritter, (5) Bewertung der organisationalen Einbettung von Wirkungszielen, (6) Beurteilung von Positionierung, Menge und Qualität der Informationen zu sozialer Wirkung im Dokument und (7) Call for Action. Die identifizierten Muster decken sich nur in geringem Ausmaß mit den Methoden der klassischen Wirkungsmessung und verweisen auf die Bereitschaft frühphasiger Impact Investor_innen, auf Basis unvollständiger Information mittels Heuristiken weitreichende Einschätzungen zu treffen.

Kontakt
Dr. Peter Vandor

Peter Vandor

Bereichsleiter, Senior Researcher
Aufgaben: Mitgründer des Social Entrepreneurship Centers. Forschungsschwerpunkte: Social Entrepreneurship und Migrant Entrepreneurship. Gründer des Social Impact Award und Initiator des ersten Universitätskurses zu Social Entrepreneurship