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Launch von „Geno schafft“

... dem Blog für innovative Genossenschaftsprojekte aus Österreich und international.

Lesezeit: 2-3 Minuten

„Warum wähle ich die Genossenschaft als Rechtsform für meine Unternehmung?“

Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen des Genossenschaftsblogs „Geno schafft“ in komprimierter Form beantwortet werden. Der Fokus liegt dabei auf der klaren, praxisbezogenen Darstellung von (internationalen) genossenschaftlichen Projekten sowie deren (möglicher) Umsetzung in Österreich. Ausgesprochenes Ziel des Blogs ist es, (Jung-)Unternehmer/innen die Attraktivität von Genossenschaften zu zeigen und sie über die Spezifika und Vorzüge der gelegentlich unterschätzten Rechtsform zu informieren.

Genossenschaften steuern bereits heute viel in unserem Land bei:


Genos(senschaften) schaffen Arbeitsplätze, innovative Produkte und Dienstleistungen sowie regionalen Mehrwert. Gerade in Österreich, einem Land, das von regionalen Besonderheiten geprägt ist, schaffen es genossenschaftliche Unternehmungen im Wohnbau, dem Kreditwesen aber auch im Vertrieb und der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, den örtlichen Anforderungen gerecht zu werden und zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand der Bevölkerung beizutragen. Ein Beispiel für die wirtschaftliche Bedeutung liefert die genossenschaftlich organisierte Raiffeisen Bankengruppe: sie trug im Jahr 2017 alleine 1,8 Prozent (≈ 6 Milliarden) zum österreichischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Mindestens ebenso wichtig ist der soziale Beitrag, den Genossenschaften in Österreich leisten. Angefangen bei Wohnbaugenossenschaften, die günstigen Wohnraum, von dem oftmals auch Student/inn/en profitieren, schaffen und betreuen, über Winzergenossenschaften, die gemeinsam hohe Investitionen tätigen und ihre Produkte kollektiv vermarkten, bis hin zu Energie- und Netzbetreibergenossenschaften, die in entlegenen Gebieten der Alpen die Versorgung mit Strom, TV- und Mobil-Signal sicherstellen: Alle fördern auf ihre Weise ihre Mitglieder, das gemeinsame Wohl, die regionale Entwicklung und den Zusammenhalt der Bevölkerung. Dabei liegt es in der Natur der historisch legitimierten Prinzipien, dass in den genossenschaftlichen Organisationen Selbstverantwortung, Selbstverwaltung und Selbsthilfe großgeschrieben werden. Der Ein- und Austritt als Genossenschaftsmitglied braucht keinen Notariatsakt (wie bspw. bei GmbHs) sondern lediglich den Beschluss des Vorstandes und so kommt es, dass Österreichs Genossenschaften bereits heute zwischen 3 und 3,5 Millionen Mitglieder zählen.

Raising Awareness - Bewusstsein schaffen:

Trotz der langjährigen Tradition und des nennenswerten Einflusses in vielen österreichischen Regionen legten Studien des Forschungsinstitutes für Kooperationen und Genossenschaften (RiCC) der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) offen, dass die österreichische Bevölkerung nicht so gut über die Rechtsform der Genossenschaft Bescheid weiß, wie man es sich als Genossenschaftsforscher aufgrund ihrer vielen Stärken wünschen würde. Aus diesem Grund entstand die Idee den Blog „Geno schafft“ ins Leben zu rufen, der nebst Student/inn/en und Forscher/inne/n unbedingt auch Praktiker/inne/n eine Gelegenheit bieten soll, sich über aktuelle Entwicklungen im österreichischen Genossenschaftswesen zu informieren und Genossenschaften dadurch besser kennenzulernen. Denn: um sich für eine Rechtsform entscheiden zu können, muss diese den Gründern überhaupt erst hinlänglich bekannt sein. „Geno schafft“ wird zu diesem Wissen vor allem durch Fallbeispiele um innovative (internationale) Genossenschaftsideen sowie Expert/inn/eninterviews beitragen. Der Blog wird bis auf weiteres am 6. jeden Monats um einen Beitrag ergänzt. In den kommenden Monaten erwarten Sie Artikel zu innovativen genossenschaftlichen Wohnkonzepten, solidarischen Produktions- und Beschäftigungsgenossenschaften, Infrastrukturgenossenschaften, genossenschaftlichen Unternehmernachfolgemodellen (Stichwort: Employee Buyout) und viele mehr. Wir freuen uns auf einen gelungenen Einstieg und hoffen, dass wir zum Bewusstsein um die Attraktivität und die Vielfälltigkeit der Genossenschaften beitragen können. Bei Anmerkungen, weiterführenden Informationen oder Anfragen zu einer Zusammenarbeit wenden Sie sich bitte an gregor.rabong@wu.ac.at oder ricc@wu.ac.at.

Autor: Gregor Rabong

Weiterführende Links:

Publikation zum Thema:

  • Rößl, Dietmar & Rabong, Gregor: „Genossenschaften als Motor für unternehmerische und soziale Innovationen.", in: "Brauchen wir heute noch Genossenschaften", Hrsg.: Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum, 13-31. Innsbruck: IGA-Verlag.

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