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Vermögen: Frauen haben das Nachsehen

03. Juni 2014

Auch in Österreich besteht beim Vermögen eine substantielle Lücke zwischen männlichen und weiblichen Single-Haushalten. Zu diesem Ergebnis kommen die WU-Forscherinnen Katharina Mader und Alyssa Schneebaum, gemeinsam mit Katarina Hollan und Patricia Klopf vom WU-Department für Volkswirtschaft in ihrem aktuellen von der AK Wien finanziertem Forschungsprojekt.

Auch in Österreich besteht beim Vermögen eine substantielle Lücke zwischen männlichen und weiblichen Single-Haushalten. Zu diesem Ergebnis kommen die WU-Forscherinnen Katharina Mader und Alyssa Schneebaum, gemeinsam mit Katarina Hollan und Patricia Klopf vom WU-Department für Volkswirtschaft in ihrem aktuellen von der AK Wien finanziertem Forschungsprojekt.

Weibliche Single-Haushalte besitzen im Durchschnitt über 40% weniger Nettovermögen als männliche Single-Haushalte. An den Rändern der Vermögensverteilung treten diese Unterschiede noch deutlicher hervor: Bei männlichen Single-Haushalten beträgt das Nettovermögen an der Grenze zu den obersten 10% etwa €390.000, bei weiblichen Single-Haushalten dagegen "nur" €276.000. Demgegenüber steht am unteren Rand, eine stärkere Verschuldung männlicher als weiblicher Single-Haushalte. Der Unterschied hier ist jedoch geringer als am oberen Rand.

Vermögensunterschiede: Kinder und Ausbildung

Ein erster Blick auf die sozioökonomischen Charakteristika dieser Haushalte zeigt, dass insbesondere die Präsenz von Kindern unterschiedlichen Einfluss auf das Vermögen hat. Leben Kinder im Haushalt, so ist das Vermögen im Vergleich zu kinderlosen Haushalten bei männlichen Single-Haushalten höher. Bei weiblichen Single-Haushalten ist das Vermögen hingegen deutlich geringer, wenn Kinder da sind. Außerdem steigt der Vermögensbesitz weiblicher Single-Haushalte mit höherer Bildung wie auch bei männlichen Single-Haushalten, zweitere allerdings auf höherem Niveau. So müssen weibliche Single-Haushalte beispielsweise einen um eine Kategorie höheren Bildungsabschluss vorweisen, um im Durchschnitt ein vergleichbares Vermögensniveau wie männliche Single-Haushalte zu erreichen. Dieser Vermögensunterschied bleibt über den gesamten Altersverlauf bestehen.

Die Lücke im Durchschnittsnettovermögen zwischen männlichen und weiblichen Single-Haushalten zeigt sich darüber hinaus in allen Erwerbskategorien: Weibliche Single-Haushalte haben in jeder Kategorie ein geringeres Vermögen als männliche. Die Vermögenslücke zeigt sich aber nicht nur während des erwerbstätigen Alters. So verfügen weibliche Single-Haushalte über durchschnittlich niedrigere Zahlungen aus privater und betrieblicher Altersvorsorge als von staatlicher Seite. Bei männlichen Single-Haushalten sind die entsprechenden Durchschnittseinkommen aus privater und betrieblicher Altersvorsorge 16 Mal höher als bei öffentliche Altersvorsorge.

Ungleichheit durch Diskriminierung

Ungleiche Vermögenspositionen sind Ausdruck ungleicher gesellschaftlicher Rollen, Normen und Strukturen ebenso wie von Diskriminierung. Diese Ungleichheit bestätigt sich in der vorliegenden Studie.

Kontakt:
Dr. Katharina Mader
Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie
katharina.mader@wu.ac.at
Tel.: 01/31336 - 4943

Vermögen: Frauen haben das Nachsehen (PDF)

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