Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Zero Conference 2019 - Forum zu Daten und Reporting

Das Datenforum zur Zero Conference 2019 wurde von Christian Grünhaus (ehem. Schober) geleitet, der auf einem hochrangigen Panel die Daten- und Berichtsbedürfnisse von Menschen mit Behinderungen diskutierte.

Eine Hauptschlussfolgerung der Diskussion ist, dass wir mehr und mehr valide Daten über Menschen mit Behinderungen benötigen, die in nationalen Statistiken und Nachhaltigkeitsberichten gesammelt und berichtet werden müssen. Gegenwärtig sind große Gruppen von Menschen mit Behinderungen von nationalen Erhebungen ausgeschlossen. Deshalb fehlen uns Informationen über ihre Lebensqualität. Ohne Daten wird die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen verringert und die Eingliederung ist viel schwieriger zu erreichen.

Das Forum konzentrierte sich auf zwei Hauptthemen:

  1.     Barrieren in Umfragen zu Menschen mit Behinderungen und Möglichkeiten, sie zu überwinden

  2.     Die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in den Prozess der Datenerhebung

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Teilnehmer am Panel bei der Zero Conference 2019

Christian Grünhaus (ehem. Schober) von der WU Wien präsentierte Schlussfolgerungen zu einem Forschungsprojekt, das sich mit der Einbeziehung von Menschen mit geistiger Behinderung in standardisierte Lebensqualitätserhebungen beschäftigte.

Daphne Ahrendt von Eurofund präsentierte Ergebnisse der 4. Europäischen Lebensqualitätserhebung und berichtete über die soziale und berufliche Situation von Menschen mit Behinderungen.

Sirinart Tongsiri von der Mahasarkham-Universität in Thailand sprach über die Verwendung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit mit Behinderung und Gesundheit (ICF), um Unterschiede in der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen vor und nach dem Erhalt von Interventionen aufzuzeigen.

Christine Hemphill von Open Inclusion in London betonte, dass eine Forschung mit gemischter Methodik bei inklusivem Design und Politikbewertung viel besser sei als ein quantitativer oder qualitativer Ansatz allein.

Francesca Cesa Bianchi von der Global Initiative for Inclusive ICTs stellte den DARE-Index vor, ein Benchmarking-System, das Länder hinsichtlich ihrer digitalen Zugänglichkeit vergleicht.

Sumita Kunashakaran von der Vereinigung behinderter Menschen in Singapur berichtete über das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) in Singapur. Sie kritisierte scharf die mangelnde Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen bei der Vorbereitung des Parallelberichts.

Teresa Royo aus Dhub in Spanien gab einen Einblick in das bevorstehende Projekt des Disability Hub Europe (DHub). Ziel des DHub ist es, die soziale und berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in Europa zu fördern und gleichzeitig integrative und nachhaltige Unternehmen zu unterstützen.

Die Diskussion auf der Podiumsdiskussion und mit dem Publikum zeigte deutlich, dass Menschen mit Behinderungen in die Gestaltung von Umfragen und in den Prozess der Datenerhebung einbezogen werden müssen.

Ob standardisierte Bevölkerungsumfragen geeignet sind, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu beurteilen, war jedoch eher umstritten. Massgeschneiderte Lösungen könnten besser sein. Wie auch immer, es braucht noch etwas mehr Forschung zu diesem wichtigen Thema, um valide Daten zu erhalten.

https://conference.zeroproject.org/

Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Grünhaus
Christian Grünhaus
(ehm. Schober) Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit