Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Christian Grünhaus (ehem. Schober) beim Symposium Frühe Hilfen am 28.11.2017 in Leibnitz

Am 28.11. hielt Christian Grünhaus (ehem. Schober) einen Vortrag beim Symposium „Frühe Hilfen“ im Schloss Seggau. Im Rahmen des Themas „Prävention bringts. Der gesellschaftliche Mehrwert von Projekten mit Präventivcharakter“ gab er neben einer Einführung in wesentliche Aspekte der Wirkungsmessung näheren Einblick in zwei ausgewählte Fallstudien.

Die vorgestellten Studien zum Verein „Grow Together“ und zu den Kolping Mutter-Kind-Einrichtungen zeigen den stark präventiven Charakter der beiden Programme auf. Die daraus resultierenden Erkenntnisse bestätigen die Zentralaussage aus der Literatur zu Frühen Hilfen: Je früher präventive Maßnahmen eingesetzt werden, desto höher und nachhaltiger ist das Einsparungspotenzial hinsichtlich Folgekosten (siehe z.B. Diefendorfer et al. 2005, Meier-Gräwe et al. 2008).

Darüber hinaus zeigen die beiden SROI-Analysen, dass durch Frühförderung nicht nur erhebliche Ersparnisse ermöglicht werden, sondern auch ein langfristiger ökonomischer sowie gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen wird. Somit ist auf lange Sicht die Stakeholdergruppe der Kinder und Jugendliche der Hauptprofiteur frühzeitiger Interventionen. Dies wird insbesondere bei Gegenüberstellung der kurz- und langfristigen monetarisierten Profite ersichtlich: Begrenzt auf das Analysejahr hat Grow Together für jeden investierten Euro einen gesellschaftlichen Rückfluss in Höhe von 2,51 geschaffen. Dem gegenüber steht, bei Hochrechnung der Wirkungen die den Kindern zugutekommen auf deren Lebensdauer, ein SROI-Wert in Höhe von 22,04. Im ähnlichen Ausmaß variieren die monetarisierten Profite der Kolping Mutter-Kind-Einrichtungen im kurz- und langfristigen Szenario: Vom ursprünglichen SROI-Wert in Höhe von 5,11 für jeden investierten Euro im Beobachtungsjahr, steigt dieser bei einer langfristigen Betrachtung auf 21,40. Die Kinder profitieren von Wirkungen wie beispielsweise eine nachhaltige Verbesserung des physischen und psychischen Gesundheitszustands, die Stabilisierung der familiären Situation sowie die Reduktion der Armutsgefährdung.

Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Grünhaus
Christian Grünhaus
(ehm. Schober) Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit