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Persönliche Assistenz - ein Vergleich

Das Land Nieder­öst­er­reich möchte die derzeit geltenden Rege­lungen für eine Persön­liche Assis­tenz übera­r­beiten und anpassen. Dies soll vor allem auf Basis einer even­tu­ellen Neude­fi­ni­tion der Ziel­gruppe(n) für Persön­liche Assis­tenz sowie einem Vergleich mit ausge­wählten Bundes­län­dern geschehen.

Hierfür wurde ein parti­zi­pa­tiver Prozess ausge­ar­beitet, der vom NPO & SE Kompe­tenz­zen­trum unter der Teil­nahme von Selbst­ver­tre­te­rInnen, Vertre­te­rInnen der leis­tungs­er­brin­genden Orga­ni­sa­tionen und Peer­be­ra­tungs­stellen sowie dem Land Nieder­öst­er­reich seit 2015 begleitet wird. Zudem werden Berech­nungs­mo­delle und ein Bundes­län­d­er­ver­gleich durch­ge­führt. Im Verlauf des Prozesses zeigte sich erneut, dass die Daten­lage zu Menschen mit Behin­de­rung äußerst unbe­frie­di­gend ist und es Primä­rer­he­bungen zur Ermitt­lung der Anzahl an poten­zi­ellen Menschen, die für persön­liche Assis­tenz­leis­tungen in Frage kommen, bedarf. Anstatt einer auf eine recht kleine Ziel­gruppe einge­schränkte Erhe­bung (poten­zi­elle Assis­tenz­neh­me­rInnen) wurde entschieden, gleich eine umfang­rei­chere Erhe­bung zur Iden­ti­fi­ka­tion von Menschen mit körper­li­cher Behin­de­rung durch­zu­führen. Dies erfolgte auch vor dem Hinter­grund einer Empfeh­lung des Landes­rech­nungs­hofs, der im Juni 2017 mit Blick auf die Sozi­al­raum­pla­nung in Nieder­öst­er­reich fest­hielt, dass für Menschen mit körper­li­chen oder Sinnes­be­ein­träch­ti­gungen eine Ist-Ana­lyse und Planung für die nächsten Jahre vorzu­nehmen wäre.

Entspre­chend wurde seitens des Landes Nieder­öst­er­reich entschieden, den Prozess zur Persön­li­chen Assis­tenz für Menschen mit Behin­de­rung zu unter­bre­chen und einen umfang­rei­cheren Prozess zu Prognose- und Bedarfs­be­rech­nungen für Sinnes- und Körper­be­hin­derte einzu­leiten. Eine bereits in der Planungs­phase laufende umfang­rei­chere Erhe­bung von Daten zu behin­derten Schü­lerinnen und Schü­lern wurde im Rahmen des Prozesses zur persön­li­chen Assis­tenz noch gemeinsam mit dem Landes­schulrat durch­ge­führt. So konnten im ersten Halb­jahr 2018 in allen Schulen Nieder­öst­er­reichs erhoben werden in welchem Umfang und mit welchem Unter­stüt­zungs­be­darf beein­träch­tigte Schü­lerInnen die Schule besuchten. Diese Daten sollten einen guten Einblick in die Kohorte der schul­pflich­tigen Kinder geben und dienen auch als Basis für die Berech­nungen und Analysen zur Anzahl und Unter­stüt­zungs­be­darf von Menschen mit Sinnes- und/ oder Körper­be­hin­de­rungen.

Aufgrund der aktu­ellen Entwick­lungen werden die Ergeb­nisse des Prozesses zur Persön­li­chen Assis­tenz voraus­sicht­lich erst im Jahr 2020 vorliegen.

Kontakt
Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Schober
Christian Schober
Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit
Mag.rer.soc.oec. Selma Sprajcer
Selma Sprajcer
Researcherin, derzeit in Karenz
Aufgaben: Themen im Bereich Menschen mit Behinderung und Barrierefreiheit, Freiwilligenarbeit, Zivilgesellschaft, wissenschaftliche Begleitung von Projekten