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Die SROI Analyse

Die SROI–Analyse (Social Return on Invest­ment–Analyse) versucht, den durch soziale Orga­ni­sa­tionen oder Projekte geschaf­fenen gesell­schaft­li­chen Mehr­wert mögl­ichst umfas­send zu bewerten.

Ergebnis der SROI–Analyse ist eine Kenn­zahl, die, wie ein herkömm­li­cher ROI den Ertrag eines Invest­ments darstellt. 

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In Zeiten knapper Mittel der öffent­li­chen Hand steigt der Legi­ti­ma­ti­ons­druck auf die Nonprofit Orga­ni­sa­tionen. Der Wett­be­werb um öffent­liche aber auch private Gelder steigt und ein Nach­weis der nicht nur effi­zi­enten sondern auch effek­tiven Verwen­dung von Ressourcen wird zuse­hends bedeu­tender. Schafft das inves­tierte Geld tatsäch­lich einen Mehr­wert? Ist dieser Mehr­wert größer als bei anderen Orga­ni­sa­tionen, Projekten oder Programmen? Die SROI–Analyse (Social Return on Invest­ment–Analyse) ist ein relativ junger Ansatz, der versucht, den durch soziale Orga­ni­sa­tionen oder Projekte geschaf­fenen gesell­schaft­li­chen Mehr­wert mögl­ichst umfas­send zu bewerten. Die Methode will neben den finan­zi­ellen, explizit auch die sozialen Auswir­kungen von Nonprofit–Orga­ni­sa­tionen messen. Es geht darum, die Höhe des Ertrages einer getä­tigten Inves­ti­tion aufzu­zeigen und hierbei neben herkömm­li­chen finan­zi­ellen auch soziale Erträge zu berück­sich­tigen. Förde­rungen, Subven­tionen oder Spenden werden als Inves­ti­tionen verstanden, die zu Erträgen führen. Diese Erträge sind im Gegen­satz zu herkömm­li­chen gewinn­ori­en­tierten Unter­nehmen aller­dings meist nicht direkt messbar. Unter Berück­sich­ti­gung beispiels­weise fiska­li­scher Effekte oder Oppor­tu­ni­tätskosten können auch primär soziale Werte mit mone­tären Werten belegt werden.

Nonprofit Orga­ni­sa­tionen sind somit nicht mehr nur Adres­saten von Spen­de­rInnen und Förder­ge­be­rInnen, sondern erzeugen auch wesent­liche Rück­flüsse, beispiels­weise in Form von Einspa­rungen für die öffent­liche Hand. Trans­fer­leis­tungen wie Arbeits­lo­sen­geld und Notstands­hilfe werden hinfällig, der Staat erhält zusätz­liche Steu­er­ein­nahmen, Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge können geleistet werden etc. Das Modell versucht aber auch Effekte wie die Mögl­ich­keit der gesell­schaft­li­chen Teil­habe, ein vermin­dertes Gesund­heits­ri­siko oder die Redu­zie­rung von Krimi­na­lität mit einzu­be­ziehen. Ergebnis der SROI–Analyse ist eine Kenn­zahl, die, wie ein herkömm­li­cher ROI den Ertrag eines Invest­ments darstellt. Am Ende steht also ein Wert, der angibt, welcher mone­täre und monetär bewer­tete soziale Rück­fluss sich aus einem in die Nonprofit Orga­ni­sa­tion oder das Projekt inves­tierten Euro ergibt. Der SROI kann aus Sicht der Inves­toren eine Entschei­dungs­grund­lage darstellen, aber auch für Orga­ni­sa­tionen und Projekte als ein starkes Argu­ment im Fund­rai­sing fungieren.

Das auf Basis der Kosten–Nutzen–Analysen aufbau­ende Modell, hat seinen Ursprung Ende der 1990er–Jahre in den USA. Bis heute gibt es diverse weiter­ent­wi­ckelte Modelle, deren Grund­idee jedoch dieselbe ist. Die SROI–Analyse ist aber nicht nur für Nonprofit–Orga­ni­sa­tionen inter­es­sant, auch gewinn­ori­en­tierte Unter­nehmen, die sich beispiels­weise im Bereich CSR enga­gieren, können damit den gesell­schaft­li­chen Ertrag ihrer Akti­vi­täten leicht verständ­lich darstellen. Das Beson­dere dieser Methode gegen­über vielen anderen Berech­nungs­in­stru­menten liegt in der Berück­sich­ti­gung nicht–peku­niärer Effekte. Obwohl es nicht immer einfach ist, soziale Erträge zu messen und monetär zu bewerten und ein wesent­li­cher Kritik­punkt die Gefahr der Ökon­o­mie­sie­rung des Sozi­al­be­rei­ches ist, bringt die SROI–Analyse einen kaum von der Hand zu weisenden Nutzen. Es handelt sich, wenn seriös und trans­pa­rent ange­wendet, um ein gutes Instru­ment, um den „Social Impact“ einer Orga­ni­sa­tion oder eines Projekts sichtbar und kommu­ni­zierbar zu machen.

Die metho­di­sche Umset­zung orien­tiert sich am nef (new econo­mics foun­da­tion)–Modell und bringt folgendes Vorgehen mit sich:

SROI-Modell
Kontakt:

Dr. Chris­tian Schober

Wissen­schaft­li­cher Leiter
Senior Rese­ar­cher

Tel.: (01) 313 36/5888
E-Mail: chris­tian.scho­ber@wu.ac.at  

Mag.a Olivia Rauscher

Wirkungs­ana­lyse Bereichs­lei­terin
Senior Rese­ar­cher

Tel.: (01) 313 36/5826
E-Mail: olivia.rauscher@wu.ac.at