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Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung (PI)

Lehr­ver­an­stal­tungen mit imma­nentem Prüfungs­cha­rakter (PI) sind Lehr­ver­an­stal­tungen mit Anwe­sen­heits­pflicht, deren Beur­tei­lung nicht oder nicht ausschließ­lich auf Grund eines einzigen Prüfungs­aktes am Ende der Lehr­ver­an­stal­tung erfolgt, sondern die sich aus mindes­tens drei Teil­leis­tungen zusam­men­setzt.

Die Prüfungs­an­mel­dung zu einer PI erfolgt inner­halb der Anmel­de­frist über das Lehr­ver­an­stal­tungs- und Prüfungs­in­for­ma­ti­ons­system (LPIS). Mit der Anmel­dung zu einer PI sind Studie­rende zu allen damit verbun­denen Leis­tungs­über­prü­fungen ange­meldet. Eine sepa­rate Prüfungs­an­mel­dung ist nicht erfor­der­lich.

An- und Abwe­sen­heit

Die bloße Anwe­sen­heit stellt kein Leis­tungs­kri­te­rium dar, bildet aller­dings die Voraus­set­zung für die (weitere) Teil­nahme an der Lehr­ver­an­stal­tung. Gene­rell gilt als Richt­wert des Vize­rek­to­rats für Lehre, dass die Anwe­sen­heits­pflicht erfüllt ist, wenn die Studie­renden mindes­tens 80 % anwe­send sind. Studie­rende, die die vorge­se­hene Mindest­an­we­sen­heit nicht erfüllen, sind zeitnah von der PI abzu­melden (und nicht mit "nicht genü­gend" zu beur­teilen bzw. unbe­ur­teilt zu lassen). 
Abwe­sen­heiten dürfen keine direkte Auswir­kung auf die Gesamt­be­ur­tei­lung der Studie­renden haben, solange die Anwe­sen­heits­pflicht erfüllt wird. Abwe­sen­heiten können sich jedoch indi­rekt auf die Gesamt­be­ur­tei­lung auswirken.

Leis­tungs­be­ur­tei­lung

Die Leis­tungs­be­ur­tei­lung ergibt sich aus mindes­tens 3 Teil­leis­tungen, die die Studie­renden im Rahmen der PI erbringen. Eine Teil­leis­tung ist eine abgrenz­bare studen­ti­sche Leis­tung, die für sich beur­teilbar ist. Beur­tei­lungs­re­le­vante Teil­leis­tungen sind vorab zu defi­nieren und klar an die Studie­renden zu kommu­ni­zieren (Syllabus im eVVZ). Typi­sche Teil­leis­tungen sind z.B. Haus­übungen, Propo­sals, Projekt­be­richte, Semi­nar­ar­beiten, Präs­en­ta­tionen, Zwischen- und Abschluss­prü­fungen oder Mitar­beit.

Ist eine Teil­leis­tung für die posi­tive Absol­vie­rung einer PI unab­dingbar und termin­ge­bunden (z.B. bei einer Prüfung mit einer Gewich­tung von mehr als 50 %), muss den Studie­renden bei Vorliegen eines trif­tigen Grundes (z.B. Krank­heit oder Unfall, bestä­tigt durch ein ärzt­li­ches Attest), das Nach­holen der versäumten Teil­leis­tung ermög­l­icht werden.

Beur­tei­lung

Die Gesamt­be­ur­tei­lung einer PI ergibt sich aus der Summe der gewich­teten Beur­tei­lungen der Teil­leis­tungen. Sobald zumin­dest eine Leis­tung erbracht wurde, ist der/die Studie­rende zu beur­teilen. Erbringt der/die Studie­rende keine einzige Leis­tung, ist er/sie von der PI abzu­melden, da keine Beur­tei­lung möglich ist.

Wieder­ho­­lung von positiv absol­vierten Prüfungen

Eine positiv absol­vierte Prüfung/PI darf einmalig inner­halb von 12 Monaten nach Able­gung wieder­holt werden. Die letzte Prüfung/PI vor Abschluss des Studiums darf nicht wieder­holt werden. Durch den noch­ma­ligen Prüfungs­an­tritt wird die erste posi­tive Beur­tei­lung nichtig, d.h. es ist auch eine Verschlech­te­rung des Ergeb­nisses möglich.

Eine Prüfungs­im­ma­nente Lehr­ver­an­stal­tung ist zur Gänze zu wieder­holen; eine Über­t­ra­gung von Teil­leis­tungen in ein folgendes Semester ist unzu­lässig.  

Die Anmel­dung zur Prüfungs­wie­der­ho­lung/PI ist ausschließ­lich per Mail an die Prüfungs­or­ga­ni­sa­tion möglich.

Einsicht in Prüfungs­­un­­­ter­lagen

Sie können inner­halb von 6 Monaten ab Bekann­t­gabe der Beur­­tei­­lung Einsicht in die Beur­­tei­­lungs­­un­­­ter­lagen nehmen. Dabei dürfen Sie Kopien der Unter­lagen anfer­­tigen, das Mitnehmen der Prüfungs­­ar­beit ist jedoch nicht erlaubt.

Rechts­­schutz bei Prüfungen

Grund­sätz­lich sind Beschwerden gegen Beur­tei­lungen von Prüfungen unzu­lässig. Weist die Durch­füh­rung einer negativ beur­teilten Prüfung jedoch einen groben Mangel auf (Feuer­alarm o.ä.), so können Sie inner­halb von zwei Wochen ab Bekannt­gabe des Prüfungs­er­geb­nisses einen Antrag auf Aufhe­bung der Prüfung stellen. Die Antrags­stel­lung erfolgt im Bereich Studi­en­recht & Aner­ken­nung (Study Service Center LC, 2. OG, Schalter 3), der schwere Mangel ist schrift­lich glaub­haft zu machen. Der Antritt zu der Prüfung, die aufge­hoben wurde, ist nicht auf die zuläs­sige Zahl der Prüfungs­an­tritte anzu­rechnen. Hier finden Sie weitere Infor­ma­tionen zum Rechts­schutz bei Prüfungen

Erschlei­chung von Prüfungs­­­leis­­tungen

Wird einem/einer Studie­­renden die Erschlei­chung einer Prüfungs­­­leis­­tung (z.B. Schum­­meln während einer Prüfung, Einsatz uner­laubter Hilfs­­­mittel) nach­­­ge­wiesen, wird ein Verfahren zur Nich­­ti­g­er­klä­­rung der entspre­chenden Leis­­tung einge­­leitet. Die für nichtig erklärte Prüfung wird auf die Gesam­t­­zahl der Prüfungs­­an­­tritte ange­­rechnet. Das Verfahren wird vom Bereich Studi­en­­recht & Aner­ken­­nung einge­­leitet und gemeinsam mit dem Bereich Studi­en­­sup­­port abge­­wi­­ckelt.Die Abfas­­sung einer Prüfung für eine andere Person entspricht dem straf­­rech­t­­li­chen Tatbe­­stand der Urkun­­­den­­fäl­­schung und führt ausnahmslos zu einer Anzeige bei der Staats­­an­­wal­t­­schaft, die wiederum eine Vorstrafe zur Folge haben kann.

Bitte infor­mieren Sie sich umfas­send über die aktu­ellen Rege­lungen zur Abhal­tung von prüfungs­im­ma­nenten Lehr­ver­an­stal­tungen!
Detail­lierte Infor­ma­tionen
entnehmen Sie bitte der Richt­linie VRL, Prüfungs­ord­nung und dem praxis­ori­en­tierten Leit­faden.

Abgel­tung

Die Höhe der Prüfungs­taxen für die Beur­tei­lung ist in einer Betriebs­ver­ein­ba­rung zwischen der WU als Arbeit­ge­berin und dem Betriebsrat für das wissen­schaft­liche Personal verhan­delt und fest­ge­setzt worden.

Info & Kontakt

Für etwaige Fragen stehen Ihnen die Teams des Study Service Centers (karin.giese@wu.ac.atute.steff­l-wais@wu.ac.at) und des Programm- & Quali­täts­ma­nage­ments (oliver.vetto­ri@wu.ac.at) gerne zur Verfü­gung