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Steuerberater/in und Wirtschaftsprüfer/in

Job-Dau­er­brenner Steu­er­be­ra­tung und Wirt­schafts­prü­fung. Von den Big 4 bis hin zu KMUs – viel­fäl­tige Karrie­re­mög­l­ich­keiten warten.

Im Jahr 2013 waren ganze 43 Prozent der auf zbp.at aus geschrie­benen Stel­len­an­ge­bote im Finanz- und Rech­nungs­wesen ange­sie­delt. Wie kann man sich eine Tätig­keit in diesem komplexen Aufga­ben­ge­biet vorstellen?

Die Aufgaben

„Hinter der Steu­er­be­ra­tung steckt deut­lich mehr, als der Begriff vermuten lässt.“, so Heinz Harb, Mana­ging Partner bei LBG Öster­reich. Insbe­son­dere vari­iert die Aufga­ben­stel­lung abhängig von den zu bera­tenden Kunden. „Bei der Bera­tung großer Unter­nehmen konzen­triert sich die Steu­er­be­ra­tung auf die Klärung komplexer, oft inter­na­tio­naler Steu­er­fragen. Bei der Bera­tung von Klein- und Mittel­be­trieben wird von dem/der Steu­er­be­rater/in eine umfas­sende Betreuung erwartet: Steu­er­liche Bera­tung bei Grün­dung, Kauf, Verkauf, bei Steuer prüfungen und im Rechts­mit­tel­ver­fahren sowie Erstel­lung des Jahres­ab­schlusses und von Steu­er­er­klä­rungen. In der Wirt­schafts­prü­fung richtet sich der kriti­sche Blick hingegen auf die Gesetz­mä­ßig­keit des bereits erstellten Jahres­ab­schlusses oder auf beauf­tragte Sonder­prü­fungs­tat­be­stände.“ Es handelt sich also um unter­schied­liche Aufga­ben­stel­lungen in einer ähnli­chen Materie. Immer arbeitet man nah an Entschei­dungs­träger/inne/n. Liz Hull, Human Capital Leader bei PwC: „In der Steu­er­be­ra­tung bekommt man Einblick in den Unter­neh­mens­alltag und erlebt Unter­neh­mens­ent­schei­dungen unge­fil­tert, von Kontrollen der internen Prozesse bis hin zu Due Dili­gen­ce­Prü­fungen. In der Wirt­schafts­prü­fung taucht man tief in unter­neh­mens­in­terne Prozesse ein, evalu­iert und testet diese. Man ist immer am Puls der Unter­nehmen.“

Die Karrie­re­schritte

Die Nähe zu Unter­nehmen aller Bran­chen und zu komplexen Frage­stel­lungen bietet inter­es­sante Perspek­tiven für Berufs­ein­steiger/innen. Ein weiteres Asset sind die trans­pa­renten Karrie­re­schritte. “Berufs­ein­steiger/innen fangen als Consul­tant bzw. Assis­tant an. In dieser Posi­tion lernen sie unser jewei­liges Kern­ge­schäft von der Pike auf kennen – dadurch schaffen wir ein solides und fundiertes Wissens­fun­da­ment im Steu­er­recht und in der Wirt­schafts­prü­fung.”, erklärt Esther Brand­ner-­Richter, Head of Human Resources EY Austria. „Mit fort­schrei­tender Berufs­er­fah­rung und Ziel­er­rei­chung folgt der erste Karriere sprung zum Senior Consul­tant. Hier erhält man die ersten Reviews, leitet jüngere Kolleg/inn/en und arbeitet unter­stüt­zend an Projekten mit. Die Promo­tion zum/zur Manager/in mit Führungs- und Projekt­ver­ant­wor­tung stellt die nächste wich­tige Karrie­re­mög­l­ich­keit dar, die wir als Unter­nehmen mit entspre­chender Weiter­bil­dung konse­quent begleiten und unter­stützen.“ Apropos: die Steu­er­be­ra­tungs­prü­fung ist das Eintrittsti­cket in eine heraus­for­dernde Bera­tungs welt. „Die fach­liche Inten­sität der Fach­kurse an der Akademie der Wirt­schafts­treu­händer und die daran anschlie­ßenden Prüfungen zum Steuer berater sind durchaus mit einem Master­stu­dium zu verglei­chen“, betont Harb. „Es versteht sich von selbst, dass für die Steu­er­be­ra­tung ‚Life-­Lon­g-­Le­arning‘ keine Wort­hülse ist. Das Steuer- und Wirt­schafts­recht ändert sich rasant – und Unter­nehmer, Geschäftsführer/innen und Vorstände erwarten stets aktu­elles Fach­wissen“.

Die Anfor­de­rungen

Der Einstieg in die Steu­er­be­ra­tung und Wirt­schafts­prü­fung ist sowohl mit einem Bache­lor- als auch einem Master­stu­dium möglich. Hull erklärt: „Wir suchen Studie­rende und Absol­vent/inn/en betriebs­wirt­schaft­li­cher oder juris­ti­scher Studien. Einschlägige Spezia­li­sie­rungen, wie die SBWLs Accoun­ting, Finance und Unter­neh­mens­füh­rung und Control­ling oder die Master­stu­dien Steuern und Rech­nungs­le­gung oder Finanz­wirt­schaft und Rech­nungs­wesen bieten eine solide, fach­liche Basis“. Auch einschlägige Prak­tika sind beim Berufs­ein­stieg von Vorteil – zumeist aber nicht zwin­gend Voraus­set­zung. „Bewerber/innen können im Bereich Steuern und Rech­nungs­le­gung entweder als Prak­ti­kant/in oder aber auch direkt als Consul­tant /Assis­tant einsteigen“, so Brand­ner-­Richter.

Return on Invest­ment

Wer in der Steu­er­be­ra­tung erfolg­reich sein möchte, braucht hohes fach­li­ches Inter­esse, ein tiefes Verständnis für unter­neh­me­ri­sche Zusam­men­hänge und einen guten Draht zu Menschen. Heinz Harb: „In unserem Berufs­feld haben wir einen viel­sei­tigen Einblick in das Wirt­schafts­ge­schehen und erleben häufig die Aufnahme in den engsten Kreis der Vertrauten des Unter­neh­mens. Wer konse­quent an seiner Fach- und Bera­tungs­kom­pe­tenz arbeitet, tatkräftig mit wert­vollem steu­er­li­chen und betriebs­wirt­schaft­li­chen Rat an der Seite des Klienten steht und Team­geist zeigt, wird sich über eine zügige Karrie­re­ent­wick­lung freuen."

Aus dem Leben gegriffen

Günther Mayer, Assis­tent Steu­er­be­ra­tung und Wirt­schafts­prü­fung und gerade im Prüfungs­pro­zess zum Steu­er­be­rater, Grant Thornton

  • Typi­sche Arbeits­auf­gaben: Steu­er­be­ra­tung und Bilan­zie­rung von Jahres­ab­schlüssen von KMUs und Privat­stif­tungen. Die Palette reicht vom Erstellen von Steu­er­er­klä­rungen von Privat­per­sonen bis hin zu Umgrün­dungen von Unter­nehmen. Im Februar unter­stütze ich auch unsere Wirt­schafts­prü­fungs­ab­tei­lung.

  • Spaß: Es vergeht kein Tag, an dem nicht kniff­lige Themen auftreten und gelöst werden wollen. 

  • Work-­Li­fe-Ba­lance: Ich arbeite ca. 45 bis 50 Stunden pro Woche. Anfang des Jahres arbeite ich manchmal mehr als 50 Stunden, im Sommer sind es hingegen meist weniger als 45.



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