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Can’t Keep Up with the Joneses: How Relative Deprivation Pushes Internal Migration in Austria

Stefan JestlMathias Moser und Anna K., Raggl

Keywords

Relative Deprivation, Inequality, Internal Migration

JEL D31, R23

Key Questions
  • Von welchen Faktoren hängt die Emigration von österreichischen Gemeinden hin zu anderen Gemeinden innerhalb von Österreich ab?

  • Stellen das relative Einkommen (durchschnittliche relative Deprivation) und dadurch Vergleiche mit anderen Individuen innerhalb einer Gemeinde eine wesentliche Determinante für Binnenmigration zwischen österreichischen Gemeinden dar?

  • Weist die durchschnittliche relative Deprivation (Einkommensungleichheit) einen höheren oder geringeren Einfluss in urbaneren österreichischen Gemeinden, in Hinblick auf den Wegzug zu anderen österreichischen Gemeinden, auf?

  • Welche sozialen Gruppen reagieren sensibler auf die durchschnittliche relative Deprivation (Einkommensungleichheit) und für welche Gruppen spielt diese bezüglich Binnenmigration keinerlei Rolle?

Key Findings
  • Die Emigrationsraten von österreichischen Gemeinden werden, unter anderem, von Gemeindegröße, Haushaltsstruktur, Alters- und Bildungsstruktur (innerhalb der Gemeinde), absolutes Einkommensniveau als auch durchschnittliche relative Deprivation (Einkommensungleichheit) beeinflusst.

  • Die durchschnittliche relative Deprivation (Einkommensungleichheit) stellt einen robusten („Push“-)Faktor für den Wegzug zu anderen österreichischen Gemeinden dar.

  • Der Vergleich mit anderen Individuen spielt in urbaneren Gemeinden für den Wegzug eine größere Rolle.

  • Die durchschnittliche relative Deprivation in einer Gemeinde wirkt verstärkt auf den Wegzug von Bevölkerungsgruppen im Arbeitsalter, mit vergleichsweise niedrigem Einkommen bzw. mit geringer Bildung.

  • Der Wegzug von Bevölkerungsgruppen im oberen Bereich der Einkommensverteilung und auch höhere Bildungsschichten wird durch die durchschnittliche relative Deprivation innerhalb einer Gemeinde nicht beeinflusst.

Zusammenfassung

In dieser Forschungsarbeit wird der Einfluss von regionaler Einkommensungleichheit auf die Emigrationsrate von österreichischen Gemeinden untersucht. Eine Kombination aus individuellen Registerdaten liefert soziodemographische Informationen, sowie Informationen über Wohnsitz und Einkommen für alle in Österreich hauptgemeldeten Individuen älter als 16 Jahre. Anschließend werden die Informationen auf Gemeindeebene zusammengefasst. Auf Basis der Variablen auf Gemeindeebene wird der Effekt der durchschnittlichen relativen Deprivation – eine Maßzahl für Einkommensungleichheit – auf die Binnenmigration in Österreich im Detail analysiert. Im Allgemeinen zeigt sich ein robuster positiver Einfluss einer steigenden Einkommensungleichheit auf die Emigrationsrate von österreichischen Gemeinden hin zu anderen Gemeinden in Österreich. Darüber hinaus weisen insbesondere niedrigere Einkommensgruppen, niedrigere Bildungsgruppen und junge Altersgruppen eine höhere Sensibilität gegenüber Einkommensungleichheit auf.