Außenansicht des D3 Gebäudes

Vermögen in Wien - Ungleichheit und öffentliches Eigentum

Cara Dabrowski, Robert Lasser, Vanessa Lechinger und Severin Rapp (2020)

Die vorliegende Studie aktualisiert nicht nur die bisherigen Ergebnisse zur Vermögensverteilung in Wien. Vielmehr nimmt der Bericht eine neue Perspektive auf die Besitzverhältnisse ein, indem Geschlechterverhältnisse, die öffentliche Hand und subjektive Wohlstandsmessung integriert untersucht werden. Die wichtigsten Erkenntnisse können Sie nachfolgend in vier Punkten lesen.
 

Eine Studie im Auftrag der Stadt Wien.

Die Studie zum Download:
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Privatvermögen in Wien ist sehr ungleich verteilt

Vermögen in Wien ist ungleich verteilt. Im Vergleich zu der Verteilung von Einkommenzeigt sich, dass viele Menschen kaum nennenswertes Vermögen besitzen. Dementsprechend konzentriert sich Besitz an der Spitze der Verteilung. Auch gegenüber der Ungleichheit im übrigen Bundesgebiet erscheint die Verteilung des Privatvermögens in Wien relativ polarisiert. Gründe dafür liegen zum Beispiel in der Haushaltsstruktur, aber auch dem Angebot an öffentlichem Vermögen, wodurch der Rückgriff auf das eigene Privatvermögen weniger notwendig wird.
 

Wiener besitzen mehr Vermögen als Wienerinnen

Insgesamt besitzenweibliche Single-Haushalte in Wien mehr Vermögen als männliche. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es deutlich mehr weibliche als männliche Einzelhaushalte gibt. Obwohl weibliche Single-Haushalte zu einem größeren Anteil in Wien vertreten sind, besitzen sie durchschnittlich weniger als die männlichen Single-Haushalte. Das hohe Niveau der Vermögensungleichheit in Wien wird also zusätzlich durch die Geschlechterungleichheit verschärft.
 

Das öffentliche Vermögen hat eine bemerkenswerte Umverteilungswirkung

Durch die Berücksichtigung von öffentlichem Vermögen im privaten Haushaltsvermögen ist eine beachtliche Reduktion der Vermögensungleichheit zu erkennen. Das gilt besonders in Wien. Zwar deuten sämtliche Ungleichheitsindikatoren nach wie vor darauf hin, dass in Wien ein höheres Level an Ungleichheit herrscht als im Rest Österreichs. Dennoch ist die Annäherung der Ungleichheitsniveaus zwischen den 65 Regionen Österreichs durch das öffentliche Vermögen bemerkenswert. Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass öffentliches Vermögen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen reduziert.
 

Menschen die von öffentlichem Vermögen proftieren sind im Durchschnitt zufriedener

Immer mehr etabliert sich der Konsens, dass ökonomische Zusammenhänge nicht nur auf Basis herkömmlicher, meist monetärer Maße beurteilt werden sollten. Dieser Bericht misst deshalb nicht nur die Umverteilungswirkung öffentlichen Besitzes in Vermögensdimensionen, sondern auch dessen Bedeutung für die Lebenszufriedenheit. Es zeigt sich, dass öffentliches Vermögen nur einer von vielen Faktoren ist, der mit der subjektiven Lebenszufriedenheit zusammenhängt. Erst wenn eine Reihe anderer Faktoren berücksichtigt wird, ist zu erkennen, dass Menschen mit höherem öffentlichen Vermögen im Durchschnitt auch eine höhere subjektive Lebenszufriedenheit haben.