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Tiefenbohrungen

Mit der Veranstaltungsreihe "Tiefenbohrungen: Wirtschaft anders denken" sollen Themen und Positionen der Ökonomik einer grundlegenden Reflexion unterzogen werden. Ein wichtiges Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Aufmerksamkeit auf wirtschaftswissenschaftliche Diskurse und Entwicklungen abseits des Mainstreams zu lenken.

Darüber hinaus will die Reihe aufzeigen, dass Ökonomie und Ökonomik nicht eigenständig und isoliert existieren, sondern immer in einem gesellschaftlich-normativen Kontext verankert sind. Klassiker der Ökonomik oder bestimmte Themen der Ökonomie sollen kritisch hinterfragt und in ihrer gesamten Bandbreite bekannt gemacht werden.

In Bezug auf Klassiker der Ökonomik etwa geht es darum, deren Positionen, Thesen und Argumente in einem breiteren Kontext zu beleuchten und darüber zu diskutieren, auf welchem Menschen- und Gesellschaftsbild deren Annahmen und Thesen entstanden sind, welches Wachstumsverständnis ihrem Denken zugrunde liegt und von welchem Arbeitsbegriff sie ausgehen. Die Reihe setzt auf Genauigkeit, Fundiertheit und Tiefe.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des WU-Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit, der Katholischen Sozialakademie Österreichs, des Corporate Responsibility Interface Center und des Instituts für Christliche Philosophie der Universität Wien.

Tiefenbohrung XI "Ordoliberalismus, Neoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft." am 7. März 2018

Was ist aus dem ehemals einflussreichen Ordoliberalismus geworden, der mit seinen ordnungspolitischen Vorstellungen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftspolitik in Deutschland und Österreich erlangen konnte? Die Frage stellt sich umso mehr, als die angelsächsischen Schulen des Neoliberalismus wie Public Choice oder die Neue Institutionenökonomie seit den 1980er Jahren in den internationalen Wirtschaftswissenschaften und der wirtschaftlichen Politikberatung dominant geworden sind. Gibt es also überhaupt noch einen eigenständigen deutschen Neoliberalismus – oder sind nur seine Narrative übrig geblieben?

Dies diskutierten Ralf Ptak (Apl.-Prof für Ökonomische Bildung an der Universität zu Köln) und Fred Luks (WU-Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit).

Mitschnitt der Veranstaltung

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Tiefenbohrung X "Die Care-Revolution in der Ökonomie" am 30. November 2017

Am 30. November fand die zehnte „Tiefenbohrung“ statt. Orientiert am Thema „Care“ wurden Aufgaben und Anliegen der feministischen Ökonomie illustriert. Katharina Mader (Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien) und Michaela Moser (Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung, Fachhochschule St. Pölten) präsentierten ihre Überlegungen und diskutierten am Podium und mit dem Publikum unter der Moderation von Margit Appel.

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Tiefenbohrung IX "Wirtschaftsethik im Disput" am 25. Jänner 2017

Die neunte Tiefenbohrung beschäftigte sich mit dem Verhältnis zwischen Ökonomie und Ethik. Die Debatte ist im deutschen Sprachraum geprägt durch die Ansätze von Karl Homann und Peter Ulrich. Wir diskutierten das Thema „Wirtschaftsethik im Disput“ mit den renommierten deutschen Wirtschaftsethikern Andreas Suchanek (Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der HHL Graduate School of Management/Leipzig) und Ulrich Thielemann (Menschliche Marktwirtschaft – Denkfabrik für Wirtschaftsethik/Berlin).

Mitschnitt der Veranstaltung

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Tiefenbohrung VIII "Laudato Si‘. Der Papst und die Wirtschaft" am 13. Oktober 2016 

Die achte Tiefenbohrung beschäftigte sich mit der Enzyklika"Laudato Si‘" von Papst Franziskus. "Laudato Si‘" hat einerseits für zustimmende Begeisterung gesorgt, anderseits Kritik hinsichtlich seiner ökonomischen Aussagen ausgelöst. An diesem Abend wurden wirtschaftliche und theologische Aspekte dieses wichtigen Dokuments erörtert. Nach den Vorträgen von Fred Luks (Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, Wirtschaftsuniversität Wien) und Paloma Fernández de la Hoz (Katholische Sozialakademie) bestand die Möglichkeit zur Diskussion unter der Moderation von Klaus Gabriel (CRIC).

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Tiefenbohrung VII "John Maynard Keynes als Wirtschaftsphilosoph" am 30. Mai 2016

Diese Tiefenbohrung am 30. Mai 2016 beschäftigte sich mit John Maynard Keynes. Er gilt als einer der größten Ökonomen und ist vor allem für seine bahnbrechenden Beiträge zur Makroökonomie und zur Wirtschaftspolitik bekannt. Keynes hat sich aber auch zu grundsätzlichen Fragen des Wirtschaftens geäußert. Nach den Vorträgen von Sigrid Stagl (Leiterin des Institute for Ecological Economics, Wirtschaftsuniversität Wien) und Stephan Schulmeister (Wirtschaftsforscher und Universitätslektor) bestand die Möglichkeit zur Diskussion unter der Moderation von Fred Luks (Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit). 

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Tiefenbohrung VI "Hayek! Über Freiheit und Steuerung." am 14. März 2016

Diese Tiefenbohrung am 14. März 2016 beschäftigte sich mit Friedrich August von Hayek, einer der umstrittensten Ökonomen überhaupt. Er polarisiert: Für manche ist Hayek der größte Ökonom des 20. Jahrhunderts, für andere ist er der Chefideologe eines zerstörerischen „Neoliberalismus“. Die sechste Tiefenbohrung diente dazu, Hayeks Denken und Wirken aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.Nach den Vorträgen von Hansjörg Klausinger (Institut für Arbeitsmarkttheorie und -politik, Wirtschaftsuniversität Wien) und Gabriele Michalitsch (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien) bestand die Möglichkeit zur Diskussion. 

Mitschnitt der Veranstaltung

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Tiefenbohrung V "Marx revisited." am 6. Oktober 2015

Es gibt wohl keinen Ökonomen, dessen Reputation so sehr durch die vermeintliche „Anwendung“ seiner Theorien geprägt ist wie Karl Marx. Die fünfte Tiefenbohrung diente dazu, genauer hinzuschauen und einen kritischen Blick auf philosophische, historische und ökonomische Aspekte des Marxschen Denkens zu werfen. Nach den Vorträgen von Hans-Christoph Schmidt am Busch (Philosophisches Seminar, Universität Braunschweig) und Heinz Kurz (Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Graz)bestand die Möglichkeit zur Diskussion.

Mitschnitt der Veranstaltung

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Tiefenbohrung IV "Joseph Alois Schumpeter. Schöpferische Zerstörung und die Zukunft des Kapitalismus" am 16. April 2015

Am 16. April 2015 fand die vierte Folge der Reihe „Tiefenbohrungen: Wirtschaft anders denken“ statt. Die Tiefenbohrung beschäftigte sich mit einem der größten Ökonomen des 20. Jahrhunderts: Joseph Alois Schumpeter. Es wurde aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was sich von Schumpeter für das Nachdenken über unsere Wirtschaftsordnung und ihre Veränderung lernen lässt. Nach den Vorträgen von Richard Sturn (Universität Graz) und Caroline Gerschlager (Wirtschaftsuniversität Wien)bestand die Möglichkeit zur Diskussion.

Mitschnitt der Veranstaltung

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Tiefenbohrung III "Die Entstehung des Kapitalismus im Übergang zur Neuzeit" am 12. Jänner 2015

Die dritte Tiefenbohrung am 12. Jänner 2015 beschäftigte sich mit den kulturgeschichtlichen Umbrüchen, die in der Frühen Neuzeit den Aufstieg kapitalistischer Marktwirtschaft ermöglicht haben. Zu diesem Thema sprach Walter Ötsch (Forschungsinstitut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft, Universität Linz), der sich mit den kategorialen Voraussetzungen für die Verbreitung des Kapitalismus beschäftigte. Ötsch konstatierte eine „fehlende Metatheorie des Reflektierens über die wirtschaftliche Wirklichkeit“, die bis heute ein Grundproblem ökonomischen Denkens sei. Hans Schelkshorn (Institut für Christliche Philosophie, Universität Wien), setzte sich in seinem Vortrag mit John Lockes Rechtfertigung grenzenlosen ökonomischen Wachstums auseinander, die auf Francis Bacons Idee eines unerschöpflichen Reichtums der Natur aufbaut, der durch Wissenschaft und Technik freigesetzt werden kann. Die präsentierten Ideen und aufgeworfenen Fragen wurden mit dem Publikum abschließend unter der Moderation von Margit Appel (Katholische Sozialakademie Österreichs) diskutiert.

Mitschnitt der Veranstaltung

Tiefenbohrung II "John Stuart Mill: Politischer Ökonom und politischer Philosoph " am 7. Oktober 2014

Mit der zweiten Veranstaltung der Reihe „Tiefenbohrungen: Wirtschaft anders denken“ wurde erneut unter Beweis gestellt, dass die Veranstaltungsreihe ihrem Anspruch gerecht wird. Frauke Höntzsch, Mill-Expertin vom Institut für Politikwissenschaft an der Universität Augsburg, beleuchtete gründlich den Freiheitsbegriff Mills und erörterte dessen komplexen Beitrag zum Liberalismus. Fred Luks, Leiter des WU-Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit, setzte sich in seinem Vortrag mit Mills Überlegungen zum stationären Zustand und Wachstum auseinander und zeigte deren hohe Aktualität. Abschließend wurde gemeinsam mit dem Publikum unter der Moderation von Hans Schelkshorn (Universität Wien) diskutiert.

Mitschnitt des Vortrages von Fred Luks

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Tiefenbohrung I "Adam Smith" am 5. Mai 2014

Ihrem Titel gerecht wurde die Auftaktveranstaltung zur neuen Veranstaltungsreihe "Tiefenbohrungen: Wirtschaft anders denken". Was Richard Sturn, Professor an der Universität Graz, am 5. Mai 2014 in seinem Vortrag am Campus der WU über Adam Smith zu Tage förderte, war geeignet, das gängige Bild dieses Klassikers der Ökonomik grundlegend zu revidieren. Allgemein gilt Smith als "Vater" einer von "unsichtbarer Hand" geprägten Marktwirtschaft und als Wegbereiter der Arbeitsteilung, weitgehend unbekannt sind aber seine diesbezüglichen Bedenken, die sich zwar ebenfalls in seinen Hauptwerken "Wohlstand der Nationen" und "Theorie der ethischen Gefühle", aber meist weder in den Lehrbüchern der heute Studierenden oder im Bewusstsein der politisch Verantwortlichen finden. Sturn gelang es, den "ganzen" Smith freizulegen und das Publikum in eine spannende Diskussion einzubinden.

Die Veranstaltungsreihe "Tiefenbohrungen: Wirtschaft anders denken" wird im Herbst fortgesetzt und wird sich weiteren Klassikern der Ökonomik auf ähnliche Weise nähern.

Die Präsentation von Herrn Sturn zu "Adam Smith: Vom wirtschaftlichen Fortschritt und seinen Grenzen" finden Sie hier. Zudem finden Sie auch einen kurzen Extrakt des Werkes "Adam Smith: Pionier der modernen Ökonomie" von Heinz D. Kurz und Richard Sturn hier.

Mitschnitt der Veranstaltung

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