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Realsicherheiten in der Insolvenz in Mittel- und Osteuropa

In den letzten drei bis fünf Jahren haben die meisten Länder Mittel- und Osteuropas die Regelungen über dingliche Kreditsicherheiten und Insolvenzrecht weitgehend geändert. Das Ziel dieses Forschungsprojekts war es, diese neuen Regelungen über dingliche Kreditsicherheiten und ihre Stellung in der Insolvenz bei den wichtigsten Wirtschaftspartnern in Mittel- und Osteuropa zu erforschen und dabei auf die Unterschiede zum deutschen und österreichischen Insolvenzrecht hinzuweisen, um einerseits den deutschsprachigen Interessenten aus Wissenschaft und Praxis ein rasches Verstehen der lokalen Regelungen zu erleichtern und andererseits auch für die Rechtsvergleichung Ansätze zu liefern.

Dingliche Sicherheiten haben naturgemäß vor allem in der Insolvenz zentrale Bedeutung. Europaweit wird heute kaum ein Insolvenzverfahren eröffnet, an dem nicht dinglich besicherte Gläubiger beteiligt sind. Es wurde anhand der praktisch relevantesten Kreditsicherheiten (vor allem Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung, Pfandrecht an beweglichen Sachen, Hypothek bzw Grundschuld und Eigen¬tumsvorbehalt) überprüft, wie die Gläubiger in den einzelnen Ländern ihre Rechte unter dem Regime der neuen Regelungen gegenüber dem Insolvenzverwalter verfolgen können. Die Projektmitarbeiter sind dabei vom Blickwinkel des Gläubigers und nicht von demjenigen des Insolvenzverwalters ausgegangen.

Das Projekt war für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgelegt. Konkret wurden folgende öffentlich zugängliche Ergebnisse erzielt:

Einerseits ist die Publikation „Dingliche Kreditsicherheiten in der Insolvenz in Mittel- und Osteuropa “ beim Verlag Nomos/facultas erschienen.

Die Publikation enthält umfassende Länderberichte zur bulgarischen, polnischen, rumänischen, russischen, slowakischen, tschechischen, ukrainischen und ungarischen Rechtsordnung mit Hinweisen auf die Regelungsunterschiede zum österreichischen und deutschen Recht sowie eine zusammenfassende, rechtsvergleichende Analyse.

Andererseits wurde das Projektergebnis der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung zugänglich gemacht, die am 20.06.2016 stattgefunden hat.