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Erste Foundation

Sommersemester 2014

EXECUTIVE SUMMARY

Ausgangssituation

Die ERSTE Foundation, Auftraggeber der Projektarbeit, zeigt als gemeinnützige Stiftung großes Interesse an neuen Investitionsformen im sozialen Bereich, darunter auch Social Impact Bonds. Mithilfe dieses Instruments werden präventive Maßnahmen durch private Investoren vorfinanziert, die von Social Service Providern (private Dienstleister) erbracht werden. Die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals erfolgt durch den öffentlichen Haushalt, ist jedoch an den sozialen Erfolg der Maßnahme gebunden.

Projektziel

Ziel dieser Arbeit war es, die globale Implementierung von Social Impact Bonds sowie deren praktische Ausgestaltung in Europa zu erheben und die Bedeutung des Instruments für den österreichischen Sozialsektor zu erörtern. Dabei galt es, Grundvoraussetzungen für eine Implementierung in Österreich zu untersuchen und Handlungsempfehlungen aus dem erarbeiteten Wissen abzuleiten.

Methodik

Die Bearbeitung der Aufgabenstellung gliedert sich in mehrere, aufeinander aufbauende Schritte:

  • Literaturrecherche zur theoretischen Ausgestaltung von Social Impact Bonds:
    Hierbei wurden zahlreiche Publikationen von Institutionen identifiziert und analysiert, die bereits an der Implementierung von Social Impact Bonds beteiligt sind.

  • Analyse implementierter Social Impact Bonds:
    Anschließend werden bisher bekannte Social Impact Bonds im Zuge einer internetbasierten Recherche auf ihre Ausgestaltung untersucht, wobei der Fokus auf Europa liegt. Dies bildet den Ausgangspunkt für die Auswahl der Interviewpartner. 

  • Interviews mit europäischen Stakeholdern:
    Als nächsten Schritt werden teilstrukturierte Interviews mit Vertretern des öffentlichen Sektors, der Social Service Provider sowie Experten durchgeführt, die in die Umsetzung eines Social Impact Bonds involviert sind.

  • Empfehlung für Österreich:
    Aufbauend auf Recherche und Ergebnisse der Interviews wird die Möglichkeit einer Implementierung in Österreich analysiert sowie Handlungsempfehlungen für eine Umsetzung abgegeben.

Ergebnisse

Die Analyse implementierter Social Impact Bonds lieferte folgende Ergebnisse:

Es wurden 22 implementierte Social Impact Bonds identifiziert, wovon noch keiner durch seine gesamte Laufzeit gegangen ist. Trotzdem konnte in den vergangenen zwei Jahren ein starker Aufwärtstrend in der Zahl der Implementierungen beobachtet werden. Erste Social Impact Bonds wurden mittlerweile auch in Kontinentaleuropa eingeführt. Implementierte Social Impact Bonds unterscheiden sich in ihren Ausgestaltungsmerkmalen meist deutlich voneinander und weichen dabei von der idealtypischen Darstellung in der Theorie ab.

Aufbauend auf Analyse und Interviews werden folgende Handlungsempfehlungen für potentielle Initiatoren und Stakeholder in Österreich abgegeben:

Für Initiatoren gilt es, ein soziales Problem zu identifizieren, das durch den öffentlichen Sektor nicht ausreichend abgedeckt werden kann. Es ist essentiell, Vertreter der öffentlichen Hand von Anfang an in den Umsetzungsprozess zu involvieren und gemeinsam an der Implementierung zu arbeiten. Die Attraktivität des Instruments für den österreichischen Sozialsektor sowie eine grundsätzliche Bereitschaft zur Umsetzung seitens der öffentlichen Hand haben sich weitgehend bestätigt.

Cooperation Partner

  • ERSTE Foundation
    Friedrichstraße 10
    1010 Wien

Student Team

  • Heinrich Ameseder
    Franziska Graf
    Patrick Küster
    Corinnna Matzka
    Marlis Schmidt