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AUGUSTIN - Identifikation von Ideen zur Absatzverbesserung

Wintersemester 2013 / 2014

 

EXECUTIVE SUMMARY

Ausgangssituation

Bei der Straßenzeitung „Augustin“ handelt es sich um ein soziales und journalistisches Projekt. Heute setzt sich der Augustin aus ca. 500 VerkäuferInnen und 16 Angestellten, welche alle im Vorstand des Vereins sitzen, zusammen. Der Verein beschreibt sich selbst als völlig unabhängig und basisdemokratisch.

Als gemeinnütziger Verein steht die soziale Mission im Mittelpunkt der Unternehmung. Zwei wichtige Punkte:

  • Der Augustin gibt bedürftigen oder gesellschaftlich benachteiligten Personen die Möglichkeit, Geld durch den Verkauf von Zeitungen zu verdienen.

  • Zur sozialen Mission zählt auch die Zeitung selbst mit ihren Inhalten. Wichtige sozial- und gesellschaftspolitische Themen werden behandelt und diskutiert.

Projektziel

Das Ziel des Projekts war es Gründe für das Problem der seit 2007 rückläufigen Absatzzahlen zu identifizieren. Dem Verein wird dabei ein neuer Blickwinkel auf ein schon länger bestehendes Problem gegeben. Aus den Gründen heraus sollten innovative Lösungsvorschläge entwickelt werden.

Vorgehensweise und Methodik

Zur Erreichung des Projektziels können wir unsere Vorgehensweise in zwei Teilabschnitte gliedern:

Sekundärdatenforschung

Um einen Überblick über das Umfeld zu bekommen in dem der Projektpartner agiert, machten wir eine Analyse des Zeitungsmarkts in Österreich, suchten wissenschaftliche Artikel zum Thema Straßenzeitungen und Zeitungsartikel und informierten uns über die Themen der diesjährigen Konferenz des International Network of Street Papers (INSP) – dem Dachverband für Straßenzeitungen weltweit. Vom Team des Augustin wurde außerdem eine im Jahr 2011 durchgeführte LeserInnen-Befragung und Beschwerde-Emails zur Verfügung gestellt.

Primärdatenforschung

Um aufgeworfene Fragen zu beantworten und spezifischere Informationen zu erhalten, wurden Interviews mit drei MitarbeiterInnen des Augustins geführt. Zusätzlich wurde der Koordinator für deutschsprachige Straßenzeitungen des INSP, Bastian Pütter, befragt. Parallel führten wir Interviews mit 13 VerkäuferInnen. Um auch an Daten von Nicht-Lesern zu kommen, befragten wir 59 PassantInnen zum Augustin in der Nähe einer Augustin VerkäuferIn, am Westbahnhof und Schottentor. Des Weiteren wurde Feedback zum Augustin von ExpertInnen aus der Branche (Printmedien) eingeholt, dessen Fokus vor allem auf Inhalt, Layout und Design lag. Nachdem bereits Probleme identifiziert werden konnten, wurden andere Straßenzeitungen in Österreich per E-Mail zu den Themenstellungen befragt, um herauszufinden, ob auch diese denselben Herausforderungen gegenüber stehen oder standen und welche Schritte sie zur Problemlösung ergriffen haben.

Ergebnisse

Auf Grund unserer umfangreichen Analysen schlagen wir aus unserer Vielzahl an Lösungsvorschlägen folgende Handlungsempfehlungen vor:

Stärkung des Gemeinschafts-Gefühls:

Langfristig ist durch Weitergabe von Zeitungen, die auch teilweise zum Betteln verwendet werden, ein Image-Schaden zu erwarten. Um die Weitergabe von Zeitungen einzudämmen, beziehungsweise die Weitergabe von Werten und Regeln zu fördern, können Maßnahmen angewendet werden, die das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit dem Augustin stärken sollen.

Konkret: Es sollen Workshops durchgeführt werden, um die kulturellen Barrieren zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen zu reduzieren. Ein anreizbasiertes Buddy-System soll den Absatz fördern, indem unerfahrene/absatzschwache VerkäuferInnen durch erfahrene/absatzstarke KollegInnen unterstützt werden. Bei VerkäuferInnen-Stammtischen soll auf eine möglichst repräsentative Vertretung der ethnischen VerkäuferInnengruppen geachtet werden.

Neue VerkäuferInnen-Kleidung

Durch VerkäuferInnen Westen sollen die autorisierten Augustin-VerkäuferInnen visuell klar von BettlerInnen und anderen StraßenzeitungsverkäuferInnen abgegrenzt werden. Gleichzeitig soll die Aufmerksamkeit der Wiener Bevölkerung erregt werden.

Überarbeitung des Zeitungsinhaltes

Da der Inhalt derzeit oft nur sekundär bei der Kaufentscheidung des Augustins ist, sehen wir hier den größten Spielraum zur Erweiterung der LeserInnenschaft. Um die Inhalte an eine breitere Zielgruppe anzupassen und kurzweiliger zu machen, schlagen wir konkret vor: Erfolgsgeschichten, ein überarbeitetes Titelblatt, einen „Low-Budget-Lifestyleratgeber“, spezielle Themenausgaben, sowie Kollaborationen mit anderen Medien, zum Beispiel der Tagespresse.

Internet Präsenz

Durch Aktives Web 2.0 soll das Internet bewusst als Kommunikationskanal genutzt werden.

Cooperation Partner

  • Verein Sand und Zeit
    Reinprechtsdorfer Straße 31/Hof
    1050 Wien

  • Contact Person
    Eva Rohrmoser
    Tel.: 01/587 87 90-10
    verein@augustin.or.at

Student Team

  • Bernhard Scheiblauer
    Florian Ott
    Clemens Stift
    Marlene Lindner
    Tamara Frierß