Vorlesen

Vollpension

Sommersemester 2013

Executive Summary 

Ausgangssituation 

Die „Vollpension“ ist das Konzept eines Cafés, das den intergenerationalen Austausch zwischen Jung und Alt fördert. Dafür werden Pensionisten sowohl in der Zubereitung von Mehlspeisen und Getränken als auch im Servicebereich eingesetzt. Das Prinzip der offenen Live-Küche ist Teil eines Erlebnisgastronomie-Entwurfs, das die ältere Generation mit den Gästen ins Gespräch bringen soll.

Core Value Proposition und Social Impact

Pensionisten profitieren von der „Vollpension“ auf zweifache Weise: Einerseits haben sie einen Zuverdienst zu ihrer Pension, andererseits bekommen sie die Möglichkeit, mit jungen Menschen in Kontakt zu treten. Für die Besucher ergibt sich der Nutzen der „Vollpension“ sowohl aus dem Austausch mit der älteren Generation als auch aus den frisch hergestellten Mehlspeisen und der nostalgischen Atmosphäre in der „Vollpension“.

Bisher wurde die „Vollpension“ 2012 in Wien an mehreren Wochenenden getestet, nun soll das Konzept in ein permanentes Setting und auf weitere Standorte übertragen werden.

Projektziel & Vorgehensweise 

Ziel des Projektes im Rahmen des Kurses „Social Entrepreneurship“ war die Entwicklung einer Skalierungsstrategie der „Vollpension“ für den europäischen Raum.

Zur Zielerreichung wurden folgende Schritte durchlaufen:

Beschreibung und Analyse des Geschäftsmodells
Anhand des CANVAS-Modells wurden die wesentlichen Charakteristika der „Vollpension“ analysiert und die Unique Selling Proposition konkretisiert. Als Grundlage dafür diente der temporäre Geschäftsbetrieb in Wien und die davon erhaltenen Kundenfeedbacks in Form von Logbüchern. Für die Beurteilung eines permanenten Settings der „Vollpension“ wurde eine Marktanalyse und Kalkulationen von vergleichbaren Caféhauskonzepten durchgeführt, Szenarienanalysen (gut, mittel, schlecht) sowie eine Sensitivitätsanalyse, um die erfolgskritischen Faktoren zu identifizieren. Die Auslastung stellte sich als entscheidende Variable heraus.

Darstellung möglicher Skalierungsstrategien und vergleichende Gegenüberstellung
Mittels Literaturstudie wurden drei Skalierungsformen näher betrachtet und vergleichend gegenübergestellt: Dissemination, Affiliation und Franchising.

SWOT-Analyse und Ableitung einer konkreten Handlungsempfehlung
Auf Basis der Analyseergebnisse und der Absprache mit dem Projektpartner wurde eine Skalierungsstrategie empfohlen und für die „Vollpension“ im Detail ausgearbeitet.

Ergebnisse

Auf Basis dieser Analyseergebnisse, dem gewünschten Maß an Kontrolle und der Bereitschaft zur laufenden Kooperation seitens des Projektpartners, wurde Franchising als optimale Skalierungsstrategie identifiziert.

Eckpunkte des empfohlenen Franchisevertrags

Skalierungsempfehlung:

  • Single Unit Franchising

  • Initial Fee: 7.000 Euro 

  • Lfd. Franchise-Fee: 3% Umsatz

Single Unit Franchisingwurde im Gegensatz zu Multi-Unit Franchising gewählt, da pro Stadt nur ein Standort für die Expansion angestrebt wird. Die Initial Fee wurde bewusst unter dem branchenüblichen Durchschnitt angesetzt, um den Markteintritt für Franchisenehmer möglichst einfach zu gestalten. In der laufenden, monatlichen Franchise Fee sind Leistungen wie Marketingbetreuung, Nutzungsrechte und regelmäßige Unterstützung durch den Franchisegeber beinhaltet. Das Franchisekonzept soll durch einen Mitunternehmer der „Gebrüder Stitch“, der potentielle Franchisenehmer sucht und auswählt, betreut werden.

Schlüsselergebnisse der abschließend durchgeführten SWOT–Analyse
Der erfolgreiche Testlauf in Wien erlaubt den Rückschluss auf weitere Erfolge an anderen Standorten. Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass der Testbetrieb nur einem temporären Setting entsprach, der sehr von seinem Eventcharakter profitierte. Offen bleibt, ob auch bei einem permanenten Betrieb mit einem ähnlich starken und vor allem langfristigen Besucherandrang zu rechnen ist (Fehlender Proof of Concept). 

Zu den Stärken der „Vollpension“ zählen die Einzigartigkeit der Geschäftsidee, die vor Ort frisch gefertigten Speisen und der dahinterstehende soziale Impact-Gedanke. Erfolgskritischer Faktor sind die Pensionisten, die den Kern der „Vollpension“ bilden und auf deren Recruiting besonderer Wert gelegt werden muss. Risiken sind die schwer prognostizierbare Auslastung, die noch unbekannte Marke „Vollpension“ sowie ein bereits gesättigter Cafémarkt.

Cooperation Partner 

  • Gebrüder „Stitch“
    Michael Lanner und Moriz Piffl
    Mariahilferstraße 101
    1060 Wien
    Österreich

  • Contact Person
    Michael Lanner
    +43 664 2379479
    michael@gebruederstitch.com

Student Team

  • Patrick Blaha
    Berid Lackner
    Tobias Lehner
    Viktor Penzinger
    Niklas Raschhofer