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Social Reporting Standards

Sommersemester 2013

Executive Summary

Ausgangssituation

Die Zahl der Unternehmen mit sozialer Zielsetzung wächst rapide. Oftmals gestaltet sich die Suche nach Partnern und Investoren jedoch schwierig, da es im Kontext von Social Businesses bisher leider nur wenige vernünftig vergleichbare Unternehmensberichte gibt. Hier setzt der Hauptprojektpartner Social Business Vienna GmbH an. Das Unternehmen fördert und berät soziale Innovationen, um daraus nachhaltige Lösungsmodelle zu entwickeln. Im Rahmen dieses Projektes gibt es noch zwei weitere Projektpartner, Helioz und Wien Work. Helioz entwickelt, produziert und vertreibt mit WADI ein kostengünstiges Mittel zur Messung der Wasserdesinfektion durch UV-Strahlung. Wien Work schafft Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen oder macht diese wieder fit für den Arbeitsmarkt.

In den letzten Jahren wird verstärkt über die Bedeutung eines standardisierten Reportings für Sozialunternehmen diskutiert. Diese Social Reporting Standards bilden analog zu Financial Reporting Standards die soziale Leistungsfähigkeit von Sozialunternehmen ab. Zwei kürzlich entwickelte Ansätze, SRS und IRIS, haben gleichermaßen bei Sozialunternehmen und Investoren Beachtung gefunden. Auf internationaler Ebene konnte sich bislang aber keiner dieser Ansätze durchsetzen. Beide Methoden versuchen, einerseits der Schwierigkeit der Vergleichbarkeit von sozialer Wirkung der Unternehmen und andererseits den Herausforderungen für soziale Unternehmen in Hinblick auf deren Finanzierung und die heterogenen Anforderungen an die Berichtserstellung gerecht zu werden. Social Reporting Standards sollen zu größerer Transparenz und besserer Vergleichbarkeit der sozialen Unternehmen führen.

Projektziel

Ziel des Projekts war es, durch die Erstellung und Analyse von zwei SRS sowie zwei IRIS-Reports festzustellen, wie hoch der Aufwand der Berichterstellung ist, wo die Probleme bei der Datenerhebung und Aufbereitung liegen, für welche Unternehmen der jeweilige Bericht eher geeignet ist, sowie wo die Probleme bei der Darstellung der Sozialwirkung liegen.

Vorgehensweise und Methodik

Folgende Schritte wurden im Zuge des Projekts durchgeführt:

  • Umfangreiche Literaturrecherche sowie Gespräche mit den Projektpartnern

  • Analyse und Vergleich von SRS, IRIS, MIAA und SROI

  • Gegenüberstellung von SRS und IRIS

  • Erstellung von je einem SRS und einem IRIS für Helioz und Wien Work

  • Ableitung und Darlegung der Ergebnisse

Im Zuge der Recherche wurden mehr als 40 Bücher, Fachartikel und Internetquellen sowie SRS und IRIS Reports herangezogen. Neben den bekannten Methoden – SRS und IRIS – wurden zwei weitere populäre Ansätze – MIAA und SROI – identifiziert und mit SRS und IRIS verglichen. Darauffolgend wurden SRS und IRIS detailliert analysiert und gegenübergestellt, um im Vorfeld Schwachstellen bzw. Problemfaktoren zu identifizieren. Durch die Anwendung von SRS und IRIS auf beide Partnerunternehmen Helioz und Wien Work entstanden jeweils zwei Berichte, welche die soziale Wirkung dieser Unternehmen abbilden sollen. Die Ergebnisse der Berichtserstellung und der resultierenden Reports wurden in einem letzten Schritt einander gegenübergestellt und auf ihren Wert für das jeweilige Unternehmen analysiert.

Ergebnisse

Social Reporting Standards ermöglichen eine höhere Transparenz im sozialen Unternehmenssektor und eine Reduktion des Reportingaufwands. Ob sie zur Professionalisierung der sozialen Unternehmen beitragen und eine bessere Vergleichbarkeit gewährleisten, bleibt jedoch fraglich, zumal jeder Standard gewisse Trade-offs erfordert und die Möglichkeiten der Wirkungsmessung stark die Aussagekraft der Standards determinieren.

Cooperation Partner

Student Team

  • Christoph Fischer
    Michael Toborek
    Swetlana Paul
    Christine Maass
    Leonie Bourgeois