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IÖB Servicestelle

Sommersemester 2013

Executive Summary

Der Einkaufsdienstleister der öffentlichen Hand – die Bundesbeschaffungs Gesellschaft (BBG) – etabliert eine Servicestelle für „innovationsfördernde öffentliche Beschaffung“ (IÖB-Servicestelle), die es sich zum Ziel erklärt hat, öffentliche Beschaffer bei innovationsfördernden Vergaben zu unterstützen und somit langfristig die Gesamtzahl der durchgeführten innovativen Beschaffungen im öffentlichen Sektor zu erhöhen. Dadurch wird der Wirtschaftsstandort Österreich gestärkt, die öffentliche Hand moderner und Österreich für innovativen Unternehmergeist attraktiver.

Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse von Innovations-Anbietern (z.B. Start-Ups), Innovations-Nachfragern (z.B. öffentliche Unternehmen, Ministerien, Gemeinden) und der Politik (vertreten durch die BBG) stoßen aufeinander und wurden anhand von qualitativen und quantitativen Umfragen analysiert und mündeten in drei Geschäftsmodelle für die IÖB-Servicestelle, die allesamt mit umfassenden Kommunikations- Strategien untermauert wurden. Hier gilt es vor allem die Informationsasymmetrie durch gezielte Kommunikation unter Einbindung der BBG zwischen den Marktteilnehmern zu minimieren. Dies geschieht einerseits über die Präsentation der Leistungen der Akteure (Informationen über innovative Produkte und Dienstleistungen sowohl aus der Sicht der Anbieter als auch aus jener der User), andererseits über die Probleme und Wünsche der Nachfrager. Die IÖB-Servicestelle nimmt dabei eine Drehscheiben-Funktion ein und vermittelt öffentliche Bedarfe sowie Marktinformationen. 

Die Parameter der drei Geschäftsmodelle werden im Folgenden kurz beschrieben: 

  • Das Geschäftsmodell Schulungen deckt den Bedarf an Schulungen ab. Die BBG bietet Workshops und Seminare zu einem breiten Themenfeld der innovativionsfördernden Beschaffung (z.B. Beschaffungsmöglichkeiten, Neuheiten am Innovationsmarkt, etc.) an. Die regionalen, halbtägigen Veranstaltungen sollen einen guten Mix aus Vorträgen und interaktiven Elementen aufweisen und finanzieren sich durch die Schulungs-Gebühren. 

  • Im Geschäftsmodell Testmarkt sollen durch eine konzeptionelle Prüfung und durch die Durchführung eines Testmarktes ungeeignete innovative Produkte und Dienstleistungen vor der Berücksichtigung im Vergabeverfahren aussortiert werden. Des weiteren werden Erfahrungen und Leistungsdaten mit dem innovativen Produkt gesammelt und diese veröffentlicht. Die Bewerbung als Testmarkt erfolgt freiwillig durch die Bedarfsträger. Dies soll aber durch Anreize, wie etwa einen Rabatt auf die Produkte, gefördert werden. Das Geschäftsmodell ermöglicht innovativen Anbietern Referenzkunden zu gewinnen und unter realen Anwendungs-Bedingungen ihre Produkte anzubieten. Die öffentliche Hand nimmt mittels der installierten innovativen Produkte eine Vorreiterrolle ein. 

  • Das Geschäftsmodell Innovationsentwicklung deckt die vorkommerzielle Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen ab. Dies betrifft die Ausschreibung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen und die dazugehörige Beratung. Vor allem soll hier durch Bündelung und Standardisierung auch jenen die Möglichkeit auf spezielle, neuartige Lösungen gegeben werden, die sich solche Entwicklungen alleine nicht leisten könnten. Die Forschungseinrichtungen bekommen für ihre Tätigkeit ein Leistungsentgelt, an dem die IÖB-Servicestelle prozentuell für die Vermittlung und Beratung beteiligt ist. 

Zentrales Umsetzungselement aller drei Geschäftsmodelle ist eine interaktive, zielgruppenübergreifende Internetplattform nach dem Vorbild der „Energiebewegung Niederösterreich“. 

Wir empfehlen, die Umsetzung der drei Geschäftsmodelle stufenartig Schritt für Schritt durchzuführen. Angefangen soll mit den Schulungen werden, dadurch können vor allem Beschaffer für das Thema der Innovation sensibilisiert werden. Wenn die IÖB-Servicestelle durch diese Workshops und Seminare genügend Awareness geschafft hat, kann damit begonnen werden, zuerst das Testmarkt- und dann das Innovationsentwicklungs- Geschäftsmodell umzusetzen. Durch den direkten Kontakt mit den Usern bei den Schulungen können die einzelnen Module der anderen beiden Geschäftsmodelle (zum Beispiel die Internetplattform) direkt bei den Beschaffern ausgetestet und verbessert werden, werden bevor sie tatsächlich eingeführt werden. Das Geschäftsmodell Schulungen fungiert als Minimum Viable Product, so kann iterativ das beste Ergebnis erreicht werden.

Cooperation Partner 

  • IÖB-Servicestelle

  • Contact Person
    Stefan Wurm
    Projektleiter Innovation, nachhaltige Beschaffung, KMU
    Angelika Knabl
    Projektadministratorin EU-Projekt Innobooster

Student Team

  • Eberhard Olivia
    Gesierich Harald
    Krimplstätter Nina
    Mantler Georg
    Presle Markus
    Stoiber Alexandra