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GET A GRIP – Entwicklung eines innovativen Ausbildungskonzeptes

Wintersemester 2012 / 2013

Executive Summary 

Projektauftrag 

Auftraggeber dieses Projektes ist der Verein EP aus Graz, der Jugendliche, dabei unterstützt, ihre Potentiale zu erkennen und zu nutzen, um ihnen zu ermöglichen, ihr Leben selbst aktiv zu gestalten. Der Auftrag im Kurs „E&I Project: Social Entrepreneurship“ bestand darin, ein Geschäftsmodell für ein Projekt in Wien zu entwerfen, das motivierten jugendlichen Arbeitssuchenden die Chance gibt am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Somit bleibt das Potential dieser jungen Leute nicht weiter ungenutzt und die Unternehmen können ihr Personal mit vorbereiteten und lernfähigen Lehrlingen aufstocken. Im Gegensatz zu bereits vorhandenen Initiativen ist dieses Projekt als ein Social Business geplant, das heißt, dass es sich langfristig selbst über den Verkauf von Dienstleistungen finanzieren soll, ohne von Zuwendungen von Spendern oder der öffentlichen Hand abhängig zu sein. Das Projekt soll im Herbst 2013 anlaufen. 

Geschäftsmodell 

Der Fokus liegt in diesem Projekt auf der Vermittlung in Lehrberufe, um jenen, die keine weiterführende Schule mehr besuchen wollen, zu einer beruflichen Ausbildung zu verhelfen. Get a Grip unterscheidet sich von Initiativen mit ähnlichem Zweck dadurch, dass es die jugendlichen Arbeitssuchenden nicht als Problemfaktoren, sondern als ungenutzte Potentiale behandelt, die einen großen Wert für Unternehmen schaffen könnten. Bei einer vom Projektteam durchgeführten Befragung gab ein großer Teil der Unternehmen an, dass es immer schwerer werde, Lehrlinge zu finden, die ihren Anforderungen entsprächen. Der Verein erschafft einen Mehrwert, indem er die jugendlichen Arbeitssuchenden auf die Berufswelt vorbereitet und die Vermittlung von Lehrlingen für die Betriebe übernimmt. 

Die Jugendlichen durchlaufen das sechsmonatige Programm von Get a Grip mit folgenden Schwerpunkten: 

  • Informationsmangel entgegenwirken: Jugendliche wissen oftmals weder, welche Berufe eigentlich für sie zur Auswahl stehen, noch was sie bei der einmal gewählten Arbeit erwartet. Die Unternehmen finden zum Teil keine geeigneten Lehrlinge oder verlieren solche, die sich etwas an- deres unter dem ergriffenen Beruf vorgestellt haben. Get a Grip hilft den Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung und arbeitet direkt mit den Unternehmen zusammen, um geeignete Lehrlinge für sie zu finden. 

  • Motivation steigern: Um in das Programm von Get a Grip aufgenommen zu werden, beweisen die Jugendlichen zunächst ihre grundsätzliche Motivation, selbst etwas für ihr Vorankommen zu tun, indem sie am Auswahlverfahren teilnehmen und anschließend das Programm selbst durchlaufen. Da die AnwärterInnen häufig schon mehrere Rückschläge bei der Ausbildungsplatzsuche einstecken mussten, ist ihr Selbstvertrauen und folglich ihre Motivation, etwas zu leisten, geschwächt. Das Arbeiten im Team an sozialen Projekten soll Erfolgsmomente schaffen, neue Perspektiven eröffnen und das Durchhaltevermögen fördern. 

  • Soziale und persönliche Kompetenz weiterentwickeln: Die TeilnehmerInnen lernen, im Team zusammenzuarbeiten und was es heißt, gemeinsam etwas zu erreichen, sein Bestes zu geben und nach Rückschlägen weiterzumachen. 

  • Basiskompetenzen verbessern: Unternehmen bemängeln beson- ders das niedrige Niveau der LehrstellenanwärterInnen im mündlichen und schriftlichen Deutsch, in Mathematik, in den technischen Grundlagen und ferner in Englisch und EDV. Diesen konkreten Defiziten soll mit gezielter Nachhilfe entgegengewirkt werden. 

  • Richtiges Auftreten: Die Jugendlichen bekommen eine Orientierung dafür, wie sie Bewerbungen schreiben können und sich beim Bewerbungsgespräch ins richtige Licht setzen. 

Die Income Generating Activities, über die sich Get a Grip langfristig finanzieren soll, bestehen aus drei verschiedenen Servicepackages, die den Unternehmen angeboten werden: 

  • Das Talentförderungspackage ermöglicht die Vorbereitung und Vermittlung der Jugendlichen an die Unternehmen. 

  • Mit dem MentorInnen-Package lassen Unternehmen von ihnen aus gewählte MitarbeiterInnen durch Get a Grip zu MentorInnen ausbilden. 

  • Das Partnerschaftspackage besteht aus verschiedenen Formen der engeren Zusammenarbeit der Unternehmen mit Get a Grip. 

Implementierungsplan 

Es wird mit einer Vorbereitungszeit von fünf Monaten gerechnet. Davon dienen zwei Monate der Startvorbereitung (Vereinsgründung, Partner- suche, Investorensuche u.ä.) und drei dem Team- und Standortaufbau. Somit könnte das Projekt spätestens im Herbst 2013 anlaufen. 

Kapitalbedarf  

Der Kapitalbedarf für das Gründungsjahr beläuft sich auf 267.000€ (da- von 180.000€ laufende Kosten) und soll zunächst zu mehr als der Hälfte durch öffentliche Förderungen, Beiträge von Stiftungen und Spendern und Beiträge von Gründungspartnern gedeckt werden. Der Restbetrag soll durch den Verkauf der Service Packages aufgebracht werden. Mit zunehmender Bekanntheit soll der Finanzierungsanteil der Service Packages am gesamten Finanzmittelbedarf laufend erhöht werden, bis schließlich auf Spenden und Förderungen verzichtet werden kann. Geplant ist die volle Selbstfinanzierung des Projekts innerhalb fünf Jahren nach Projektanlauf. 

Langfristige Ziele 

Das langfristige Ziel von Get a Grip ist es, die Jugendarbeitslosigkeit in seinem Wirkungskreis nachhaltig zu senken. Konkret bedeutet dies, dass eine möglichst hohe Vermittlungsrate der TeilnehmerInnen angestrebt wird (über 70%) und dass sowohl für die Jugendlichen, als auch die Unternehmen die bestmöglichen Lösungen gefunden werden. Außerdem soll sich das Projekt nach spätestens fünf Jahren ausschließlich über seine Income Generating Activities finanzieren und auf andere Zuwendungen verzichten können.

Cooperation Partner

  • Verein Erlebnispädagogik
    Glacisstraße 37
    8010 Graz
    Österreich

  • Kontaktperson
    Michael Kva (Verein EP)
    T +43 (0)316 / 22 51 66
    E michael.kvas@vereinep.at

Student Team

  • Julia Bugram
    Stefanie Lukner
    René Prinz
    Greta Sparer