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Die wirtschaftliche Perspektive von Open Government Data in Österreich

Wintersemester 2012 / 2013

Executive Summary

Ausgangssituation 

Die Cooperation OGD Österreich wurde im Juli 2011 vom Bundeskanzleramt und den Städten Wien, Graz, Linz und Salzburg gegründet. Durch die Einigung auf gemeinsame Standards sollen effektive Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zum Nutzen aller Interessensgruppen sind. Die drei Säulen von Open Government Data lauten dabei Transparenz, Partizipation und Kollaboration. Bereitgestellt werden die Daten in Form von Datenkatalogen, deren Metadaten in data.gv.at als zentralem „Österreich“-Katalog abrufbar sind. Die Daten werden unter der Lizenz CC BY 3.0 Österreich zur Verfügung gestellt. 

Open Government Data Österreich ist ein noch sehr junges Projekt. In erster Linie sahen die ProjektpartnerInnen die Notwendigkeit, bestehende Informationslücken bezüglich der Quantifizierung des wirtschaftlichen Nutzens von OGD zu schließen, sowie proaktive Geschäftsmodelle, die auf öffentlichen Daten basieren, vom Projektteam aufgezeigt zu bekommen. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf die Integration und Veredelung von Daten gelegt. Aus- gehend von diesem Status Quo wurden die folgenden Ziele definiert.

Projektziel 

Das erste Ziel bezog sich auf die Identifikation und Präsentation bestehender und möglicher Use Cases und potentieller Business Cases für das Anwendungsfeld Datenintegration und –veredelung basierend auf Open Government Data. Die Erhebung des Nutzens von Open Government Data für die österreichische Wirtschaft anhand von ExpertInneninterviews stellte das zweite Ziel dar. Die dritte Zielsetzung bestand in der Auswertung bestehender Studien und Reports zu den Economic Benefits von Open Government Data und eine Umlegung dieser Zahlen auf Österreich. 

Methodik 

Eine umfangreiche Literaturrecherche stellte die Basis zur Gewinnung der Ergebnisse und Empfehlungen dar. Die Analyse bestehender Use Cases und Business Cases beruhte auf einer fundierten nationalen wie auch internationalen Recherche. Darüber hinaus erfolgte eine systematische Suche nach möglichen Geschäftsmodellen. Dazu wurden Angehörige ausgewählter Branchen zu den von ihnen wahrgenommenen Möglichkeiten und Chancen von OGD Datensätzen befragt sowie auf generische Medienmodelle Bezug genommen. Die Erhebung des wirtschaftlichen Potenzials von OGD wurde einerseits anhand von ExpertInneninterviews angestrebt und andererseits mittels bereits existierender Erhebungen auf den Staat Österreich bzw. auf die Stadt Wien heruntergebrochen. 

Ergebnisse & Empfehlung 

Neben diversen bestehenden Use Cases in Österreich, gibt es bislang nur wenige Geschäftsmodelle, die auf OGD basieren, wie beispielsweise die kostenpflichtige App ParkenWien. Generell lässt sich feststellen, dass sogenannte Freemium Konzepte dazu geeignet sind im Bereich OGD innovative Geschäftsmodelle hervorzubringen. Von den befragten ExpertInnen wurde das derzeitige Potenzial von Open Government Data vielmehr in der Schaffung eines gesellschaftlichen Mehrwerts als in der Generierung eines konkreten wirtschaftlichen Nutzens gesehen. Zufriedenstellende empirische Studien zur Bezifferung des Economic Impact von OGD fehlen noch. Studien zur Schätzung des ökonomischen Nutzens von Public Sector Information (PSI) können nur bedingt herangezogen werden. Weitestgehender Konsens besteht darüber, dass der größte Mehrwert vorrangig in kommerziell genutzten Daten zu finden ist (v.a. Geo-Daten). 

Ausgehend von den Analyseergebnissen können die folgenden Empfehlungen abgeleitet werden: 

  • Ausschreibung von Ideenwettbewerben zur Generierung von Geschäftsideen 

  • Öffentliche Daten der Bundesministerien und Gebietskörperschaften unter der Lizenz CC BY 3.0 freigeben 

  • Bereitstellung der gewünschten, besonders interessanten Datensätze, wie beispielsweise Echtzeitverkehrsdaten

  • Bislang kommerziell verwertete Daten unter eine freie Lizenz stellen 

  • Gezielte Werbemaßnahmen zur Steigerung der Bekanntheit von OGD 

  • Festlegung von Kriterien, nach denen neue Datensätze in die OGD- Datenkataloge aufgenommen werden 

  • Servicelevel der angebotenen Datensätze erhöhen 

  • Kooperation aller Bundesländer, Städte und Gemeinden fördern 

  • Durchführung empirischer Studien zur Quantifizierung des wirtschaftlichen Nutzens von OGD

Cooperation Partner

  • Cooperation OGD Österreich
    Bundeskanzleramt Wien
    Ballhausplatz 2
    1010 Wien

  • Kontaktperson
    Ing.in Brigitte Lutz
    E brigitte.lutz@wien.gv.at

Student Team

  • Barbara Huber
    Alexander Kurnikowski
    Stephanie Müller
    Stefan Pozar