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Open Government Data – mit Community-Strategien von heute, zum Potential von Morgen

Wintersemester 2012 / 2013 

Executive Summary

Ausgangssituation 

Open Government Data (OGD) startete in Österreich im Jahr 2011 mit dem Datenportal der Stadt Wien und befindet sich somit in einer relativ jungen Entwicklungsphase. Derzeit stehen den EntwicklerInnen auf den OGD-Plattformen (data.gv.at, data.wien.gv.at) bereits eine begrenzte Anzahl an Datensätzen zur Verfügung. Die Nutzung dieser Daten erfolgt derzeit überwiegend von „HobbyentwicklerInnen“, die daraus kaum finanziellen Nutzen ziehen. 

Projektziel 

Der volkswirtschaftliche Nutzen von OGD ist weitgehend unbekannt und diverse Angaben zu dessen Potential beruhen hauptsächlich auf Schätzungen, die in einer EU-Studie ermittelt wurden und sich auf die gesamte EU beziehen. Um das Projekt OGD jedoch gegenüber den verschiedenen Stakeholdern optimal vertreten zu können, ist es notwendig, für den Standort Wien bzw. Österreich den tatsächlichen Nutzen sowie das Potential zu quantifizieren und in Zahlen zu fassen. Dies wird durch die Generierung eines volkswirtschaftlichen Modells und durch Umlegung bestehender Studien auf den Standort Österreich erreicht. 

Die derzeitige Community, die sich in Österreich mit den offengelegten Datensätzen beschäftigt, setzt sich aus SoftwareentwicklerInnen zusammen. Die Anzahl tendiert jedoch zunehmend zu stagnieren. Durch die Analyse bestehender Modelle zum Aufbau einer innovativen, selbständigen Community sollen konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der bestehenden Community abgeleitet werden. 

Volkswirtschaftlicher Nutzen 

Das volkswirtschaftliche Potential von OGD wird in einer, von der EU in Auftrag gegebenen, Studie mit jährlich 40 Mrd. Euro beziffert. Durch Umlage dieses Wertes anhand von BIP und Bevölkerungszahl ergibt sich für Österreich ein errechnetes Potential von jährlich ca. 0,5 bis 1,1 Mrd. Euro. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Schätzung sehr vage ist, da auch die Annahmen der ursprünglichen Studie auf Schätzungen und Durchschnittswerten basieren. Auch wenn die Einschätzungen zum Potential nur grob sind, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der volkswirtschaftliche Nutzen von OGD sehr hoch ist. 

Um konkretere Werte zu erlangen, wurde versucht einen eigenen Rechenansatz zu entwickeln, der den tatsächlichen momentanen Nutzen von OGD in Österreich wiederspiegeln soll. Als Basis dafür dienen die Kosten, die für OGD aufgewendet werden, welche mit einem Kosten-, Nutzen- und Elastizitätsfaktor multipliziert werden. Für die Stadt Wien ergibt sich dadurch ein bisheriger volkswirtschaftlicher Nutzen von ca. 2,8 Mio. Euro. Durch Umlage dieses Wertes anhand von BIP bzw. Bruttoregionalprodukts und Bevölkerungszahl ergibt sich für ganz Österreich ein volkswirtschaftlicher Nutzen von ca. 12,2 Mio. Euro. Aufgrund der frühen Phase von OGD in Österreich ist es jedoch sehr schwer konkrete Annahmen zu treffen. Die Werte für die verwendeten Faktoren beruhen daher wiederum nur auf ungefähren Schätzungen, die zu diesem Zeitpunkt leider keine ausreichend seriöse Bewertung des tatsächlichen Nutzens von OGD zulassen. Vor allem durch Anstrengungen das Thema OGD in Österreich weiterzuentwickeln, können ganz neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Dadurch wird sich der Nutzenfaktor erhöhen und der tatsächliche Nutzen nähert sich dem des oben angeführten Potentials an. 

Community 

Um einen nachhaltigen volkswirtschaftlichen Nutzen aus OGD zu generieren, ist eine funktionierende Community, welche einen Mehrwert aus den bereitgestellten Daten schafft, essentiell. Derzeit setzt sich diese hauptsächlich aus einer Interessensgruppe, den SoftwareentwicklerInnen, zusammen. Das Wachstum stagniert zunehmend, was für die weitere Entwicklung in Österreich hinderlich ist. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, müssen konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um das Projekt OGD voranzutreiben. Durch zahlreiche Interviews und umfassende Recherche wurden diverse Barrieren identifiziert, die das Wachstum der Community einschränken oder sogar blockieren. Zu diesen Barrieren zählen beispielsweise Unwissen bezüglich OGD im Allgemeinen, das Fehlen von attraktiven Datensätzen. Darüber hinaus sind die inhaltliche Einbeziehung unterschiedlicher Interessensgruppen und das Einhalten internationaler Datenformatstandards essentiell für den Erfolg von OGD. 

Konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der bestehenden Community wurden hauptsächlich aus Best Practice Beispielen und durch Recherche von Literatur zum Aufbau von Communities abgeleitet. Analysiert wurden vor allem Theorien über Onlinegemeinschaften mit gemein- samen Interessen oder gemeinsamen Arbeitsumfeld und innovativen Gemeinschaften, die sich virtuell zusammenfinden um neue Lösungen zu entwickeln. 

Da sowohl Vernetzung, als auch Kommunikation der OGD-Interessierten hauptsächlich online erfolgt und es für das Wachstum der Community essentiell ist, verschiedenste AkteurInnen zusammenzuführen, wird der Aufbau einer zentralen Online-Plattform empfohlen. Kriterien für eine erfolgreiche Plattform sind vor allem Benutzerfreundlichkeit, Zugänglichkeit, Interaktion, Lern-und Lehreffekte, Unterhaltungsfaktor, sowie Anerkennung und Reputation. 

Durch die Einrichtung einer solchen Plattform können einerseits Wachs- tum der Community und andererseits positive Effekte, wie beispielsweise höhere Innovationsfähigkeit und effizientere Ausgestaltung der Kommunikation erreicht werden.

Cooperation Partner

  • Cooperation OGD Österreich Bundeskanzleramt Wien
    Ballhausplatz 2
    1010 Wien

  • Kontaktperson
    Ing.in Brigitte Lutz
    E brigitte.lutz@wien.gv.at

Student Team

  • Sabrina Fuchs
    Christopher Jünger
    Georg Kasper
    Claudia Linhart
    Teresa Walch