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MAM - InteractIve learning tools for babIes and toddlers

Wintersemester 2012 / 2013 

Executive Summary

Ausgangssituation

MAM ist ein international tätiger Babyprodukthersteller mit dem Hauptstandort Wien und zählt zu den größten und erfolgreichsten in dieser Branche. Hauptprodukte sind unter anderem Schnuller und Beißringe. MAM zeichnet sich insbesondere durch Design und Innovation aus.

Durch das Vorhaben, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen, konnte MAM in einer Vorrecherche eruieren, dass bis zum dritten Lebensjahr rund 200 Billionen Synapsen erschlossen werden. Das sind doppelt so viele wie bei einem Erwachsenen. Diese Synapsen tragen dazu bei, dass der Mensch in den ersten Lebensjahren besonders lernfähig ist. 

Projektziel 

Ziel des Projekts war es, mit diesem Wissen einen Prototypen eines Learning Tools zu entwickeln, welcher das in der Ausgangssituation beschriebene Potential nützen kann, um Kinder im Alter von 0 bis 24 Monaten möglichst gut zu fördern. Das Learning Tool sollte eine entwicklungsfördernde Interaktion zwischen betreuender Person und Baby ermöglichen. 

Dabei war es für den Projektpartner wichtig, das Learning Tool innerhalb einer Product-Range anbieten zu können. Eine weitere Anforderung war es, bereits erschlossene Vertriebs- und Absatzkanäle verwenden zu können. Dafür sollte das Produkt eine gewisse Größe nicht überschreiten. 

Vorgehensweise und Methodik  

Um dieses Ziel erreichen zu können, wurde die „Design Thinking“ Methode (Stanford University, IDEO) angewandt, die Interdisziplinarität in den Mittelpunkt stellt. Studenten aus verschiedenen universitären Disziplinen (e.g. Industrial Design, Wirtschaftsrecht, Biomedical Engineering und Betriebswirtschaft) arbeiteten gemeinsam an dem Projekt. Der Semesterablauf gliedert sich in zwei Phasen: 

Research Phase
In der ersten Phase wurden durch Interviews (n = 40) Informationen zu Bedürfnissen und der Sinnesentwicklung von Babys eruiert. Haupt- sächlich wurden dabei Eltern befragt, aber auch Experten (medizinisches Fachpersonal und Pädagogen) wurden miteinbezogen. Auch sekundäre Quellen (n>50) wie Studien, Artikel und das Internet wurden herangezogen. Selbsttests und Beobachtungen fanden im Rahmen von Mystery Shopping statt. Aus den Bedürfnissen wurden Key Insights abgeleitet, die aufgrund ihrer Relevanz, dem Fit mit dem Projekt und ihrer erwähnten Häufigkeit gerankt wurden. Auch die Sinne wurden aufgrund der Eignung für ein Learning Tool und des Wichtigkeitsempfindens der Eltern eingeordnet. 
In der Researchphase konnten drei besonders relevante Bedürfnisse identifiziert werden: die Rückmeldung der Babys an die Eltern, die hohe Bedeutung von Quality Time und die Einbindung in den Alltag. In Bezug auf die Sinnesentwicklung wurde der Tastsinn als am besten geeigneter Ansatz für ein Learning Tool identifiziert. Hier war auch die Bereitschaft der Eltern, diesen durch ein Learning Tool zu fördern, am größten. 

Ideation & Prototype Phase
Mit den Erkenntnissen der Research Phase wurde in der Prototype Phase weitergearbeitet. Durch Anwendung verschiedenster Kreativitätstechniken wurden zahlreiche Ideen generiert. Die Evaluierungskriterien Elternfeedback, Umsetzbarkeit, Entwicklungsförderung, legaler Rahmen und Fit mit MAM führten zu einer konkreten Konzeptidee. Diese wurde mit Hilfe eines 3D Drucks zu einem physischen Prototyp weiterentwickelt. Feedback wurde weitgehend von Eltern eingeholt. Das Testen an Babys war aufgrund der strengen legalen Bestimmungen für Babyprodukte nur bedingt möglich. 

Ergebnisse 

Aus zahlreichen Ideen wurde ein Learning Tool entwickelt, das zwei Ansätze verfolgt: 

  1. Das Baby fördert seine motorischen Fähigkeiten durch im Produkt implementierte Beschäftigungsmöglichkeiten. 

  2. Durch die Umwandlung in ein Baby-Massagetool und dessen Verwendung wird zusätzlich die Entwicklung des Hautsinns unterstützt und die Interaktion zwischen Eltern und Kind gefördert. 

Das Tool ist mit Alltagsgegenständen kombinierbar und regt durch unterschiedliche Einsatz- und Zusammensetzungsmöglichkeiten die Kreativität an. Auch das Bedürfnis der Eltern nach Rückmeldung bezüglich der aktuellen Entwicklungsphase des Kindes wurde im finalen Prototyp berücksichtigt.

Cooperation Partner

Student Team

  • Sebastian Hametner
    Hawraa Kariem
    Carina Klaffl
    Georg Sampl
    Veronika Treitl