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Kollektives Miscanthus Tanken

Sommersemester 2012

Executive Summary

Ausgangssituation 

„Regioenergie Niederneukirchen“ ist ein Start-up, das sich mit dem zukünftigen Betrieb einer KDV-Anlage zur Gewinnung von klimaneutralem Dieseltreibstoff beschäftigt. Beim Verfahren der katalytischen drucklosen Verölung (kurz: KDV) wird die 300 Millionen Jahre dauernde natürliche Erdölbildung technisch und chemisch innerhalb einer Reaktionszeit von 3 Minuten nachgebildet. Dadurch wird qualitativ hochwertiger und problemlos lagerfähiger Dieseltreibstoff (kein Biodiesel) aus kohlenwasserstoffhaltigen Restund nachwachsenden Rohstoffen (keine Nahrungsmittel) hergestellt. Dieser erfüllt alle relevanten EU-Normen (EN 590) für Diesel und kann uneingeschränkt als Fahrzeugtreibstoff verwendet werden. Auf diese Weise kann Dieseltreibstoff im Gegensatz zu bisherigen Verfahren zur Gewinnung von fossilen Energieträgern kostengünstig selbständig hergestellt werden. Somit wird ein nachhaltiger Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes geleistet. Das 4-köpfige Start-up-Team hat sich mit dem Betrieb der KDV-Anlage zum Ziel gesetzt, die Autarkie und die Unabhängigkeit vom Ölmarkt zu erreichen. Zur Realisierung dieses Vorhabens bedarf es jedoch umfangreicher finanzieller Mittel, weshalb sich das Team für eine Umsetzung in Form eines KonsumentInnen-Beteiligungsmodells entschieden hat. Das bedeutet, dass obwohl die Initiatoren finanzielle und personelle Ressourcen für das Unternehmen beisteuern, das Gros der Investitionssumme von einer Community geleistet werden soll, welche aus LandwirtInnen, KMUs und Privatpersonen bestehen kann. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist es, den Beteiligten Mitsprache bei der Projektumsetzung zu geben und ihre Beteiligung nicht nur auf die getätigte Investition zu beschränken. 

Projektziel 

Ziel des Projekts war es, das Potenzial der zugrundeliegenden Projektidee durch aussagekräftige Analysen zu evaluieren und darauf aufbauend ein innovatives Geschäftsmodell zu entwickeln. Es galt zu ermitteln, ob es InvestorInnen gibt, die bereit wären in der Anfangsphase finanzielle Ressourcen und Know-How für die Unternehmung „Regioenergie Niederneukirchen“ bereitzustellen und damit den Betrieb der KDV-Anlage zu gewährleisten. Darüber hinaus sollten Details in Erfahrung gebracht werden, wer diese InvestorInnen sein könnten und welche Bedingungen für eine Beteiligung gegeben sein müssten. 

Vorgehensweise und Methodik 

Der Weg zur Zielerreichung gestaltete sich in drei Etappen:

  • Umfangreiche Marktrecherche und Heranziehen von „best practice“- Projekten

  • Erhebung aktueller Bedürfnisse hinsichtlich der Ausgestaltung des Beteiligungsmodells

  • Entwicklung eines innovativen und nachhaltigen Geschäftsmodells Umfangreiche Marktrecherche

Durch eine umfangreiche Marktrecherche und unter Heranziehen vergleichbarer „best practice“-Projekte wurde ein Überblick über die aktuelle IST-Situation gewonnen und wichtige Erkenntnisse ermittelt, die zur Durchführung des Projektes eingesetzt wurden. In weiterer Folge wurde durch eine detaillierte Unternehmensanalyse versucht, die Stärken und Schwächen der zukünftigen Unternehmung auszuarbeiten. Bedürfniserhebung Im Rahmen von Interviews mit Privatpersonen und LandwirtInnen im Raum Oberösterreich wurden die aktuellen Bedürfnisse hinsichtlich erneuerbaren Energien und Beteiligungsmodellen erhoben, um ein für den Markt attraktives Produkt definieren zu können. Zusätzlich wurde Wert darauf gelegt, einen Eindruck über die Einstellung zur KDV-Technologie zu erhalten. Durch die Befragung von 140 Personen konnte ein breites Spektrum an Anforderungen an solch ein Modell identifiziert werden. Geschäftsmodellentwicklung Aus der im zweiten Schritt erhobenen Liste an Bedürfnissen hinsichtlich der Ausgestaltung eines Beteiligungsmodells wurde in weiterer Folge ein innovatives Geschäftsmodell abgeleitet, das die Kompetenzen des Startup- Teams mit den Bedürfnissen der KonsumentInnen verbindet und einen nachhaltigen und attraktiven Nutzen für alle Beteiligten stiftet.

Ergebnisse 

Es besteht großes Interesse den Betrieb der KDV-Anlage in Form eines KonsumentInnen-Beteiligungsmodells umzusetzen. Wichtig dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Beteiligung und die Mitsprache der InvestorInnen an der Umsetzung des Projektes. Das vom Projektteam des E&I-Instituts entwickelte Businessmodell für den Betrieb einer KDV-Anlage bietet den potenziellen Investoren ein attraktives Beteiligungsmodell mit einer vertraglichen Bindung von ca. 5–10 Jahren. Durch eine Beteiligung erhalten die Investoren Treibstoffoder Zins-Gutscheine im Verhältnis zur Beteiligungshöhe und haben gleichzeitig das Recht KDV-Diesel zu einem jährlichen Fixpreis zu beziehen und aktiv an der Gestaltung des Modells mitzuarbeiten.

Cooperation Partner

  • Regioenergie Niederneukirchen

Student Team

  • Angelika Brunner
    Thomas Desch
    Manuel Hahn
    Carina Mistelbauer