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Crowdinvesting - Eine innovative Crowdinvesting Plattform in Österreich

Sommersemester 2012 

Executive Summary

Ausgangslage 

Durch die zunehmend schwieriger gewordene Kapitalbeschaffung am Finanzmarkt, wird der Ausweg in alternative Finanzierungsformen für innovative Startups immer attraktiver. Gerade diesen fehlt in Österreich oft der Zugang zu Kapital. Der klassische Weg führt zu Venture Capital Gesellschaften, Business Angels und/oder zu Freunde und Familie. Privaten Kleininvestoren fehlt die Möglichkeit in innovative Startups aufgrund der vorherrschenden Marktcharakteristika zu investieren und ihr Risiko zu streuen. Hier setzt Crowdinvesting an – für Startups, die sich über eine “Crowd” finanzieren lassen, bedeutet dies vor allem eine schnelle und einfache Kapitalbeschaffung. Für die Investoren eine alternative Investitionsmöglichkeit mit attraktiven Renditen und als Stakeholder im jeweiligen Startup einen exklusiven “Dabei-sein”-Faktor. 

Projektziel 

In Anbetracht der Ausgangslage ist das Ziel, die wirtschaftliche Lage nachhaltig mitzugestalten und durch das Konzept einer Crowdinvesting- Plattform erstmals einen neuen Nischenmarkt in Österreich, mit der Möglichkeit einer Expansion nach Osteuropa, zu erschließen. Durch die Zusammenführung der Startups mit potentiellen Investoren soll es einerseits gelingen, Startups ihr benötigtes Kapital und Investoren eine stille Beteiligung zu beschaffen. Andererseits soll durch die Einnahmen von erfolgsabhängigen Gebühren und einem eigenen Mikrostake im jeweiligen Startup einen Revenue-Stream für den Projektpartner und Plattformgründer, Markus Pichler, erzeugt werden. 

Vorgehensweise und Methodik 

Der Weg zum Ziel gestaltete sich in 3 Etappen: - Analyse des Ecosystems - Konzeption des Business Models - Erstellung verschiedener Business Case Szenarien Analyse des Ecosystems Da es sich - wie oben angesprochen - um ein relativ junges Konzept handelt, stützen sich die Analysen und Findings vor allem auf qualitative Interviews mit unterschiedlichen Personen (Startups, Investoren, Venture Capital Gesellschaften, etc.). Darauf aufbauend wurde die Zielgruppe der Startups und der Investoren näher beleuchtet und die Key Success Factors bestimmt. Anhand vorhandener Investitionsdaten wurde das Investorenverhalten untersucht und hinsichtlich relevanter Muster analysiert. Basierend auf Zahlen des deutschen Crowdinvesting-Markts, die auf Österreich heruntergebrochen wurden, wurde der Markt auf sein Potential und Wachstum bewertet. Im Detail wurden hierbei Marktpotential, Marktvolumen und zukünftige erwartete Marktentwicklung bestimmt. Des Weiteren wurde, neben zahlreichen Umfeldanalysen zu rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die allgemeine Crowdinvesting- Branche anhand Porters 5 Forces auf ihre Attraktivität hin analysiert. Aufgrund aller Erkenntnisse und Analysen wurde abschließend ein Best und Worst Case erstellt. Konzeption des Business Models In dieser Etappe wurde, basierend auf quantitativen Interviews (n=161) und den Erkenntnissen aus den vorangegangenen Analysen, nach innovativen und erfolgreichen Faktoren gesucht, die das zukünftige Business Model ausmachen sollten. Im Rahmen eines Workshops wurde dieses dann letztendlich mittels verschiedener Kreativitätstechniken konzipiert. Erstellung verschiedener Business Case Szenarien Nach Konzeption des Business Models wurden verschiedene Szenarien erstellt, welche den Best, Most Likely und Worst Case in Bezug auf Kosten- und Erlösstruktur behandeln. 

Ergebnisse 

Die Analyse des Markts hat ergeben, dass dieser noch relativ überschaubar ist, aber ein großes Wachstumspotential in sich birgt. Die Nachfrage ist sowohl auf der Startup- wie auch auf Investorenseite vorhanden. Die weiteren Analysen sowie die qualitativen und quantitativen Interviews ermöglichten es, letztendlich ein Business Model für eine Crowdinvesting- Plattform zu erstellen, welche die wesentlichen Key Success Factors miteinander verbindet und über die es möglich ist, einen Mehrwert für den zukünftigen Plattformgründer zu generieren. Dieser besteht vor allem in der Einnahme von erfolgsgebundenen Gebühren, Mikrostakes am finanzierten Startup und einer zusätzlichen Einnahmequelle durch die Vermittlung von Servicepartnern bei einer relativ flachen Kostenstruktur. Nach Berechnung der Szenarien wurde ermittelt, dass der Break Even Point im Most Likely Case voraussichtlich im dritten Quartal des dritten Jahres erreicht wird. 

Cooperation Partner 

  • Alps Venture Capital GmbH
    Filgradergasse 7-3
    1060 Wien 

  • Kontaktperson:
    Markus Pichler
    E-Mail: office@alpsventure.com

Student Team 

  • Carina Klaffl
    Katharina Kugler
    Michèle Schmit
    Rafaela Artner
    Tobias Friesenbichler