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DirectSens – Kontinuierliche Blutzuckermessung durch neuen Biosensor

Wintersemester 2011/12 

Executive Summary

Nach Schätzungen der International Diabetes Federation sind etwa 7% (285 Mio. Personen) der Weltbevölkerung an Diabetes erkrankt. Um den Blutzuckerspiegel konstant in einem gesunden Bereich zu halten sind diese Diabetes-Patienten auf zuverlässige Diagnoseverfahren angewiesen. Bisher erfolgte die Blutzucker-Messung meist durch Streifenschnelltests. Die Zukunft liegt jedoch in der kontinuierlichen Messung des Blutzuckerspiegels.

Produkt

DirectSens entwickelt eine neuartige Technologie zur kontinuierlichen Blutzuckermessung. Das Verfahren basiert auf einer Sensornadel die mehrere Tage lang kontinuierlich die Blutzuckerkonzentration in der äußeren Hautschicht misst. Kernelement ist dabei ein gentechnisch modiiziertes Enzym. Der USP dieses Verfahrens ist, im Vergleich zu bisher am Markt beindlichen Produkten, die höhere Messgenauigkeit und die kürzere Messverzögerung. Des Weiteren wird der Messvorgang nicht durch die Wechselwirkung mit Substanzen wie Paracetamol oder Salizylsäure gestört.

Derzeit beindet sich das Verfahren in der Entwicklungsphase und Direct- Sens arbeitet an der Miniaturisierung der Sensornadel. Weiters wird die Stabilität und die Genauigkeit des Sensors getestet. Die Entwicklungskosten werden durch tecnet finanziert.

Das Enzym ist bereits durch ein Patent in Europa und den USA abgesichert, ein zweites Patent zum Schutz des modiizierten Enzyms zur Diabetes-Messung ist in Arbeit.

Markt

Potentielle Nutzer sind alle Personen mit Diabetes, jedoch besonders jene mit Typ I Diabetes und komplexen Krankheitsverläufen. Derzeit gibt es zwischen 14 und 28 Mio. Typ 1 Diabetiker weltweit (5% mit komplexen Krankheitsverläufen) und die jährliche Wachstumsrate beträgt ca. 3%. In Europa und Nordamerika liegt das derzeitige Marktpotential bei 6,5 Mio. Personen mit Typ I Diabetes. Anbieter am Markt der kontinuierlichen Blutzuckermessung sind derzeit DexCom, Medtronic und Abbott. Der derzeitige Entwicklungsstand der DirectSens Technologie zeigt bereits, dass die Messverfahren dieser Anbieter derzeit hinsichtlich der Genauigkeit, Verzögerung und Zuverlässigkeit unterlegen sind.

Unternehmen und Gründerteam

Das Unternehmen DirectSens soll Anfang 2013 in Niederösterreich von den fünf Wissenschaftlern Dr. Roland Ludwig, Dr. Wolfgang Harreither, Dr. Roman Kittl, Alfons Felice, Bakk. und Dr. Christoph Sygmund gegründet werden. Die Gründer forschen aktuell alle im Bereich der Biosensorik an der Universität für Bodenkultur Wien bzw. Göteborg. Von den Gründern werden lediglich zwei (Dr. Wolfgang Harreither: Leitung F&E und Alfons Felice, Bakk.: Produktmanager) zukünftig direkt im Unternehmen tätig sein, die restlichen Gründer verbleiben an der Universität. Das Team soll um einen erfahrenen Betriebswirten ergänzt werden, der die kaufmännische Geschäftsführung übernimmt.

Geschäftsmodell

DirectSens strebt eine Verwertung der neuartigen Technologie zur kontinuierlichen Blutzuckermessung durch Verkauf oder Lizensierung der Patente an. Die Verwertung soll jedoch erst nach Fertigstellung eines funktionsfähigen Prototyps erfolgen. Im Anschluss daran soll durch die Entwicklung weiterer Verfahren zur kontinuierlichen Messung von Zuckern im industriellen Bereich (Laktose, Zellubiose oder Fruktose) Wert generiert werden.

Marketing

Die Promotion der Technologie soll durch Publikationen, sowie durch Präsentationen auf Messen und Kongressen erfolgen und richtet sich primär an potentielle Käufer oder Lizenznehmer. Weiters wird die Teilnahme an Wettbewerben forciert, um durch Preise und Awards die Reputation von DirectSens zu erhöhen.

SWOT-Analyse

Zu den Stärken von DirectSens zählen, die qualitativ hochwertige Technologie, welche durch die vorhanden Patente gut geschützt wird und die Möglichkeit das bestehende Baukastensystem für die Entwicklung weiterer Messanwendungen zu nutzen. Schwächen sind die Förderungsabhängigkeit, das homogene Team und die Ungewissheit ob Krankenkassen das Produkt unterstützen werden. Eine Chance für DirectSens ist, dass sich noch kein dominantes Design am Markt etabliert hat. Die sehr großen F&E-Budgets der Konkurrenz könnten eine Gefahr darstellen.

Finanzplan

Nach einer Szenarienanalyse wird im worst-case ab 2017 ein positiver Cash-Flow erreicht. Im realistic- und best-case bereits ab 2015. Der kumulierte Kapitalbedarf beträgt 501.600 € und Kosten fallen v.a. für Personal, Patenterhaltung und für Marketing an. Der Kapitalbedarf soll durch Förderungen gedeckt werden.

Cooperation Partner

  • DirectSens
    Gregor Mendel Straße 33
    1180 Wien
    Österreich

  • Kontaktperson
    Alfons Felice, Bakk.
    E-Mail: alfons.felice@boku.ac.at

Student Team

  • Franz Krcal
    Alexander Kunst
    Anna-Sophie Sailer
    Alexander Streithammer
    Christoph Vogel