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talking places – Nachrichten an Ortenplatzieren

Wintersemester 2011/12

Executive Summary

Ausgangssituation 

Das Hinterlassen von Nachrichten an bestimmten Orten ist seit jeher ein menschliches Bedürfnis. Die vollkommene Abstinenz der räumlichen Dimension in der digitalen Kommunikationswelt zwischen Individuen, stellt eine Lücke in der Befriedigung der Bedürfnisse dar. Die bloße
Möglichkeit eine Nachricht von der Zeit der Übermittlung zu trennen und diese durch einen Ort zu ersetzen klingt höchst banal. Nichtsdestotrotz klafft hier eine unbesetzte Stelle in dem sonst so dichten Angebot der unterschiedlichen Kommunikationsmittel und schafft daher großes Potential für die innovative Entwicklung eines „ortsbasierten“ Kommunikationsdienstes. 

Talking Places ist eine Applikation für Smartphones, die es erlaubt, herkömmliche Sprach- und Textnachrichten mit einer ortsgebundenen Komponente als Sendebedingung zu versehen. Sogenannte Voices können entweder für eine bestimmte Person oder eine bestimmte Gruppe an einer gewünschten Koordinate innerhalb einer in die Applikation integrierten interaktiven Karte (z.B. Google Maps) platziert werden. 

Die Übermittlung der Nachricht an den Empfänger wird erst dann vollzogen, wenn der Empfänger die örtliche Sendebedingung erfüllt. Die Komponente der Zeit wird also durch jene des Raumes ersetzt. 

Die Bedingtheit des Aufenthaltsortes des Empfängers spielt in gewissen Situationen eine große Rolle, da dieser erst beim Eintreffen bzw. Aufenthalt am gewünschten Ort die Nachricht erhalten soll. Die Information verliert in diesem Fall bei Nicht-Erfüllung der Ortsbedingtheit ihre Relevanz. 

Projektziel 

Ziel des Projekt war es das Bedürfnis persönliche Nachrichten an bestimmten Orten zu platzieren zu analysieren, darauf aufbauend eine Applikation zu entwickeln welche diesem Bedürfnis gerecht wird und rund herum ein Geschäftsmodell aufzubauen. Dabei wurde großer Wert auf die Befragung potentieller Nutzer bzw. Experten gelegt, sowie eine detaillierte Analyse des Marktes und Umfeldes durchgeführt. Durch das Zusammenführen der Ergebnisse ist es nun möglich ein Geschäftsmodell zu modellieren, sowie Zahlungs- und Leistungsströme, also das Umsatzpotential, zu ermitteln. 

Vorgehensweise und Methodik 

Einführend in die Thematik wurden relevante Dokumente, Daten und Studien aus Literatur und Praxis beleuchtet und näher analysiert. Als nächsten Schritt wurde die Value Proposition des Produkts Talking Places kreiert und eine fundierte Marktanalyse des Telekommunikationsmarktes in Deutschland durchgeführt. Hierbei spielten vor allem die Faktoren der Smartphone-Durchdringung des Landes und die regelmäßige Nutzungshäuigkeit von Smartphone-Applikationen eine große Rolle. 

Anschließend folgte eine Umfeld-, Konkurrenz- und Branchenanalyse der für Talking Places relevanten Einlussfaktoren. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass großes Potential mit wenig Konkurrenz am deutschen Markt im Bereich der privaten, ortsbasierten Nachrichtenübermittlung besteht. Die daraus gewonnen Erkenntnisse flossen in die Modellierung des Geschäftsmodells ein und führten zu abschließenden Empfehlungen für den Projektpartner. 

Ergebnisse 

Unterstellt wurde bei der Planumsatzberechnung ein S-Kurven förmiger Verlauf der Nutzerzahlentwicklung in Korrelation mit dem Marktanteil über den Zeitablauf. Aus quantitativen Erhebungen wurde die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft pro Monat und User ermittelt. Anhand dieser Größen wurde der folgende Planumsatz pro Jahr berechnet. 

Gelingt es das Produkt Talking Places als Standard analog zu SMS zu etablieren so sind aus heutiger Sicht folgende maximale Umsatzzahlen möglich. 

  • 1. Jahr € 15,3 Mio.

  • 2. Jahr € 55,2 Mio.

  • 3. Jahr € 68,8 Mio. 

Durch die ausführliche Analyse des Kundenbedürfnisses sowie des Marktes konnte festgestellt werden, dass es sich um einen heiß umkämpften, aber sehr attraktiven Markt handelt. Deshalb ist es essentiell den Dienst Talking Places von anderen Diensten klar abzugrenzen und die Value Proposition gut zu kommunizieren, um sich in einer Marktnische platzieren zu können.

Abschließend ergibt sich eine überaus positive Empfehlung für den Projektpartner im Bezug auf die Durchführung des Projekts Talking Places.

Cooperation Partner

  • Deutsche Telekom AG
    Godesberger Allee 154
    53175 Bonn
    Deutschland

  • Kontaktperson
    Wolfgang Bornschein
    Product & Innovation
    Tel.: +49 228 181 54176
    E-Mail: Wolfgang.Bornschein@telekom.de 

Student Team

  • Josef Fink
    Anna Miklas
    Patrick Prokesch
    Georg Schwarzl
    Lars Vajen